Zweite Chance: Warum dem Podcast die Zukunft gehört

Podcasts führen noch immer ein Nischendasein. Dabei hat dieses Format Zukunft. Apple hat dies erkannt und bereits vier Updates der im Sommer veröffentlichten App “Podcasts” (gratis, App Store Link) eingespielt. Das Wichtigste fehlt aber noch.

Mehr als 9 Milliarden Euro geben die Deutschen (erzwungenermaßen) jährlich für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus. So viel wie kein anderes Land der Welt. Genug Geld, um im Medienwandel eine führende Rolle zu spielen, scheint dennoch nicht vorhanden zu sein.

Dabei ist eigentlich längst klar, dass der technische Fortschritt zumindest das Fernsehverhalten verändert. Dass es im klassischen Fernsehen der Zukunft nur noch zu sehen geben wird, was einen “Live-Wert” besitzt. Minutenaktuelle Nachrichtensendungen, Event-Fernsehen wie “Wetten dass…?” und die Übertragung von Sportereignissen zum Beispiel.

Alles was Konserve ist, was in Serien daher kommt, was nicht an eine bestimmte Uhrzeit gebunden ist, wird dann angesehen werden, wenn der Zuschauer die Zeit dazu findet und nicht wann es der Programmchef vorgibt. “On demand” heißt das Schlagwort – was gleichzeitig das Kernfeature des Formates “Podcast” ist.

Es ist also sehr wahrscheinlich, dass der Podcast seine Nische bald verlassen wird.

Noch immer verbindet man mit ihm vor allem “Hören”. Podcasts werden beim Autofahren verwendet, beim Bügeln, beim Putzen. Immer dann, wenn die Ohren “frei”, aber die Augen sich auf etwas anderes konzentrieren müssen.

Dass der Podcast mehr kann, wird sich spätestens dann zeigen, wenn die Öffentlich-Rechtlichen ihre Gettopolitik aufgeben. Noch immer werden die meisten Demand-Angebote nur in den eigenen Mediatheken angeboten. Diese Plattformen muss man erst einmal verstehen. Und nicht immer heißt Verstehen, dass man die Angebote darin dann auch verwenden kann. Noch immer ist etwa die Nutzung von Mediatheken auf Mobilgeräten häufig ein Ärgernis.

Wie kundenfreundlich wäre es da, wenn der Kunde entscheiden könnte, wo und wie er die Medieninhalte nutzen möchte. Wenn er beispielsweise in einer einzigen Podcast-App alle Medieninhalte verwalten und abspielen könnte. (Aber sehen die Öffentlich-Rechtlichen die Gebührenzahler als Kunden?)

Freilich lohnt sich bereits heute die Verwendung solcher Apps. Manche deutschsprachigen Bewegbild-Angebote sind bereits RSS-fährig und können so in Podcasts abonniert werden. Vor allem aber haben zahlreiche Radiosender Inhalte eingestellt. Und wer es gerne englisch hat, dem stehen sowieso tausend Türen offen.

Wir haben lange die Podcast-App “Downcast” (1,59 Euro, App Store Link) verwendet. Aber Apple hat seit dem Frühsommer selbst das Heft in die Hand genommen und am 26. Juni diesen Jahres eine eigene App mit dem Namen Podcasts (gratis, App Store Link) in den Store gebracht. Seit dem wurde die App bereits vier Mal aktualisiert.

Apple scheint also auch an das Podcast-Format zu glauben, was sich auch an dem Funktionsumfang der App zeigt. Zwar sieht das App-Logo und das Innenlayout schwer nach 90er Jahre aus, aber Useability und die vielfältigen Möglichkeiten überzeugen.

Es ist ein Kinderspiel, neue Podcasts zu suchen und der App hinzuzufügen. Alle Informationen aus dem RSS-Feed sind in der App lesbar dargestellt, und die Abspielfunktionen sind ebenfalls übersichtlich und intuitiv.

Fazit: Die Apple-App Podcasts (gratis, App Store Link) ist für uns der neue Standard in dieser Kategorie. Jetzt müssen nur noch die Milliarden der Gebührenzahler besser eingesetzt werden.

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