Zum fünften Geburtstag: Das iPhone – der smarte Rockstar

Ein iPhone gegen den Rest der IT-Welt: Zum fünften Geburtstag sieht sich Apples Verkaufsschlager mit einer stetig wachsenden Android-Armada konfrontiert. Für Apples Boss Tim Cook stellt sich die Frage: Rockt das iPhone auch in diesem Jahr richtig ab? Oder spielt Apple 2012 den Blues? Porträt eines Phänomens.

Steve Jobs konnte wohl kaum ahnen, wie geschichtsträchtig seine Worte bei der Keynote im Moscone Center in San Francisco am 9. Januar 2007 sein würden: „Wir haben eine neue phänomenale Technologie erfunden, genannt Multi-Touch. Es funktioniert wie Magie. Man benötigt keinen Eingabestift. Es ist viel genauer als alle anderen berührungssensitiven Bildschirme, die je geliefert wurden. Man kann damit Gesten mit mehreren Fingern gleichzeitig machen. Und Junge, das haben wir patentieren lassen!“

Damals stellte Jobs das iPhone vor. Ein Smartphone, das bis heute eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte schrieb. Im vierten Quartal 2007 verkaufte Apple 1,1 Millionen Geräte. Die zweite Generation verkaufte sich an einem Wochenende eine Million Mal.

Die dritte Generation verkaufte Apple am ersten Wochenende 1,3 Millionen Mal. Die vierte Generation verkaufte sich in den ersten drei Tagen ganze 1,7 Millionen Mal. Das iPhone 4S brach dann nochmal alle Rekorde und verkaufte sich vier Millionen Mal am ersten Wochenende.

iPhone und Appstore: das dynamische Duo

Kurzum: Das iPhone ist der Rockstar unter den Smartphones. Wo das Gerät auftritt, stehen die Leute Schlange. 2012 hat das Smartphone längst Platinstatus erreicht. Bis zum September 2011 wurde das iPhone 148 Millionen Mal verkauft, wie Apple gegenüber m-magazin.net bestätigte. Mit Multi-Touch veränderte Apple die Art und Weise, wie Menschen mit Technik interagieren. Die menschliche Hand mutierte zur Peripherie, die Finger zum Cursor, das Web zur tastbaren Oberfläche.

Den größten Anteil am Erfolg des iPhone dürfte aber die Kombination mit dem App Store haben. 2008 vorgestellt, wurden am ersten Wochenende bereits zehn Millionen Apps heruntergeladen. Die einmilliardste App wurde im April 2009 heruntergeladen. Anfang 2011 verkündete Apple schon den zehnmilliardsten Download. Im Dezember 2012 waren es schon 18 Milliarden App-Downloads.

Apps machten aus dem puristischen Gerät einen individuellen Alleskönner. Galt es 2007 noch als das höchste der Gefühle, mittels Bewegungssensor ein Laserschwert zu imitieren, lassen Apps das iPhone mittlerweile Filme schneiden, Musik machen und Fotos editieren.

Seine Wurzeln hat das iPhone im Message Pad, einem der ersten PDAs aus dem Jahre 1993. Auch wenn das Message Pad nie zum Höhenflug ansetzte, bildeten der große Bildschirm und die Touchfähigkeit das spätere Fundament für das iPhone. Mit dem Erfolg des iPod wurde Steve Jobs klar, dass ein Smartphone aus dem Hause Apple nicht nur ein Telefon sein sollte. Die Musik spielte im wahrsten Sinne des Wortes im Musikmarkt. Das iPhone sollte ein Medien-Player werden.  Der Erfolg von iTunes und iPhone sollte Jobs recht geben. So wurde aus dem Indie-Label für Art Directors und Grafiker Mainstream.

Die Apple-Philosophie: aus einem Guss

Was aber macht den Reiz des iPhone aus? Warum ist das Gerät so erfolgreich? Es ist die Harmonie, mit der sich das Gerät nahtlos in das bestehende Apple-Orchester einfügt hat. Kritisieren viele die Geschlossenheit des Apple-Kosmos, ist sie genau das, was die Kunden immer wieder zum iPhone greifen lässt. Es ist Apples Strategie, alles aus einem Guss zu produzieren: die Hardware, den Vertrieb von Software über den App Store und die Bereitstellung eines Betriebssystems mit iOS sowie die Synchronisierung via iTunes.

Keine Kakofonie unterschiedlicher Hard- und Software, sondern eine Symphonie der unterschiedlichen Komponenten. Hat Googles Betriebssystem Android damit zu kämpfen, dass Updates oft erst nach Monaten für alle Gerät zur Verfügung stehen und unterschiedliche Android-Smartphones auf unterschiedlichen
Android-Varianten laufen, gibt es für iPhone-Besitzer nur ein Betriebssystem für ein Gerät.

Diese logische Partitur gepaart mit der zeitweise flachsten Bauart in der Geräteklasse und einem minimalistischen Design prägten das iPhone als Lifestyle-Produkt. Im Duett mit dem iPod hat das iPhone es geschaff t, eine weltweite Fangemeinde aufzubauen. 2011 gilt es, mit dem iPhone 4S die Erfolgstournee fortzusetzen und sich gegen die immer lauter werdende Konkurrenz durchzusetzen. Eines ist sicher: Apple hat noch lange nicht den Groove verloren.

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