Zum fünften Geburtstag: Das iPhone – der smarte Rockstar

Ein Smartphone gegen den Rest der IT-Welt: Das iPhone wird fünf. Vor dem Launch der sechsten Generation sieht sich Apples Verkaufsschlager mit einer stetig wachsenden Android-Armada konfrontiert. Für Apples Boss Tim Cook stellt sich die Frage: Rockt das iPhone auch in diesem Jahr richtig ab? Oder spielt Apple 2012 den Blues? Porträt eines Phänomens.

Apples Ex-CEO konnte wohl kaum ahnen, wie geschichtsträchtig seine Worte bei der Keynote im San Franciscoer Moscone Center am 9. Januar 2007 sein würden: “Wir haben eine neue phänomenale Technologie erfunden, genannt Multi-Touch. Es funktioniert wie Magie. Man benötigt keinen Eingabestift. Es ist viel genauer als alle anderen berührungssensitiven Bildschirme, die je geliefert wurden. Man kann damit Gesten mit mehreren Fingern gleichzeitig machen. Und Junge, das haben wir patentieren lassen!“

Damals stellte Jobs das iPhone vor. Am 29. Juni 2007 ging das erste Smartphone aus Cupertino über die Ladentheke. Ein Smartphone, das bis heute eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte schrieb. Im vierten Quartal 2007 verkaufte Apple 1,1 Millionen Geräte. Die zweite Generation verkaufte sich an einem Wochenende eine Millionen Mal. Die dritte Generation verkaufte Apple am ersten Wochenende 1,3 Millionen Mal.

Ein Rekord jagt den anderen

Die vierte Generation verkaufte sich in den ersten drei Tagen ganze 1,7 Millionen Mal. Das fünfte iPhone, das 4S, verkaufte sich am ersten Wochenende sogar rund vier Millionen Mal. Kurzum: Das iPhone ist der Rockstar unter den Smartphones. Wo das Gerät auftritt, stehen die Leute Schlange. 2012 hat das Smartphone längst Platinstatus erreicht. Bis jetzt wurde das iPhone über 226 Millionen Mal verkauft und ist in 80 Ländern verfügbar.

Mit Multitouch veränderte Apple die Art und Weise, wie Menschen mit Technik interagieren. Die menschliche Hand mutierte zur Peripherie, die Finger zum Cursor, das Web zur tastbaren Oberfläche. Den größten Anteil am Erfolg des iPhones dürfte aber die Kombination mit dem Appstore haben.

2008 vorgestellt, wurden am ersten Wochenende bereits zehn Millionen Apps heruntergeladen. Die einmilliardste App wurde im April 2009 heruntergeladen. Anfang 2011 verkündete Apple schon den zehnmilliardsten Download. Apps machten aus dem puristischen Gerät einen individuellen Alleskönner.

Galt es 2007 noch als das höchste der Gefühle, mittels Bewegungssensor ein Laserschwert zu imitieren, lassen Appes das iPhone mittlerweile Filme schneiden, Musik machen und Fotos editieren.

Seine Wurzeln hat das iPhone im Message Pad, einem der ersten PDAs aus dem Jahre 1993. Auch wenn das Message Pad nie zum Höhenflug ansetzte, bildeten der große Screen und die Touchfähigkeit das spätere Fundament für das iPhone. Mit dem Erfolg des iPods wurde Steve Jobs klar, dass ein Smartphone aus dem Hause Apple nicht nur ein Telefon sein sollte. Die Musik spielte im wahrsten Sinne des Wortes im Musikmarkt. Das iPhone sollte ein Medienplayer werden. Der Erfolg von iTunes und dem iPhone sollte Jobs Recht geben. So wurde aus dem Indie-Label für Art Directors und Grafiker Mainstream.

Aus einem Guss

Was aber macht den Reiz des iPhones aus? Warum ist das Gerät so erfolgreich? Es ist die Harmonie, mit der sich das Gerät nahtlos in das bestehende Apple-Orchester einfügt hat. Kritisieren viele die Geschlossenheit des Apple-Kosmos, ist sie genau das, was die Kunden immer wieder zum iPhone greifen lässt. Es ist Apples Strategie, alles aus einem Guss zu produzieren: die Hardware, den Vertrieb von Software über den Appstore und die Bereitstellung eines Betriebssystem mit iOS sowie die Synchronisierung via iTunes. Keine Kakophonie unterschiedlicher Hard- und Software, sondern eine Symphonie der unterschiedlichen Komponenten.

Hat Googles Betriebssystem Android damit zu kämpfen, dass Updates oft erst nach Monaten für alle Gerät zur Verfügung stehen und unterschiedliche Android-Smartphones auf unterschiedlichen Android-Varianten laufen, gibt es für iPhone-Besitzer nur ein Betriebssystem für ein Gerät.

Dieser logische Partitur gepaart mit der zeitweise flachsten Bauart in der Gerätklasse und einem minimalistischen Design prägten das iPhone als Lifestyle-Produkt. Im Duett mit dem iPod hat das iPhone es geschafft, eine weltweite Fanbase aufzubauen. 2012 gilt es, die Erfolgstournee fortzusetzen und sich gegen die immer lauter werdende Konkurrenz durchzusetzen. Der neue Impresario Tim Cook wird mit der Vorstellung des iPhone 5 beweisen müssen, dass Apple und das iPhone auch in diesem Jahr ihren Groove nicht verloren haben.