In zehn Schritten zur erfolgreichen Private Cloud

Die Herausforderungen für IT-Organisationen, die einen Private Cloud-Dienst aufbauen wollen, sind gewaltig. Der Schlüssel liegt in der Anpassung der IT an die Bedürfnisse des Unternehmens.

Der Weg in die Cloud führt über die Private Cloud. So haben es die Analysten vor wenigen Jahren, und so bestätigen es die Unternehmen in Umfragen. Die Private Cloud scheint vielen Unternehmen die sympathische Einstiegsvariante in die Cloud, die Leistungseffizienz bei größtmöglicher Kontrolle verspricht.

Die Cloud ist aber mehr als Virtualisierung. Sie verändert die Art, wir die IT künftig Dienstleistungen für die Unternehmen liefern wird. Voraussetzung ist, dass die IT genau weiß, welche Services benötigt werden und in welcher Skalierung. Daher muss sich die IT viel stärker an die Bedürfnisse des Unternehmens anpassen, sagt Thomas Bittman, Cloud-Analyst bei Gartner.

Erst nachdem man den wahren Grund für den Einsatz der Cloud-Technologie isoliert hat, ist der nächste Schritt der Aufbau der Infrastruktur. Bittman hat für diese Strategie im Rahmen eines Webinars zehn Bausteine definiert, die eine Private Cloud erfolgreich machen:

Führungskompetenz

Die richtige Cloud-Strategie zu erarbeiten, erfordert jemanden, der sowohl die Bedürfnisse des Unternehmens als auch die des IT-Geschäfts versteht. Denn um das Geschäftsmodell zu unterstützen, muss die IT dessen Bedürfnisse verstehen und Lösungen schaffen, die Bedenken ausräumen. Deshalb muss die Cloud-Strategie auch in höchsten Führungsebenen verankert.

Leistungen im Voraus definieren

Entscheidend für die Umsetzung der Cloud-Strategie ist das Verständnis der Dienstleistungen des Unternehmens, sodass die IT zielführende Lösungen entwickeln kann. Allerdings ist die Private Cloud keine eierlegende Wollmilchsau. Private Clouds eignen sich am besten für standardisierte geschäftliche Anforderungen, die stark nachgefragt werden und daher hoch skalierbar sein müssen. Und weniger für ein ERP-System, das man nur einmal in zehn Jahren installiert.

Alternativen analysieren

Bittmann empfiehlt den Fokus auf Lösungen zu legen, die einen echten Mehrwert bringen. „Unternehmen werden sich nicht durch SaaS oder IaaS differenzieren können“, sagt Bittmann, denn nahezu jeder Player wird diese Dienste irgendwann einsetzen. „Sie differenzieren sich nur durch neue Anwendungen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind und sich dynamisch skalieren lassen.“

Messgrößen entwickeln

Eine erfolgreiche Cloud-Einführung bedeutet die tägliche Arbeit so zu optimieren, dass sie effizienter erledigt wird als zuvor. Messgrößen schaffen Vergleichbarkeit. Dazu gehören beispielsweise die Kosten, die Kundenzufriedenheit oder die Liefergeschwindigkeit.

Probleme erkennen

Es ist wichtig, dass die IT die größten Engpässe isoliert, die ein Cloud-Einsatz beheben kann. Ist dieser Bereich erkannt, gilt es, klein anzufangen und in die Cloud-Infrastruktur hineinzuwachsen. In der Regel bedeutet das, Virtualisierungsfunktionen einer Private Cloud zu automatisieren oder Entwicklung und Tests in eine öffentliche Cloud zu verlegen.

Personalplan entwickeln

Eine Cloud-Einführung wird in vielen Fällen die Rollen der IT-Mitarbeiter neu definieren. Es erfordert neben Cloud-Architekten und Spezialisten, die das Zusammenspiel der Private Cloud beherrschen, auch Service-Manager, die sicherstellen, dass das System das liefert, was benötigt wird. Der Bedarf an traditionellen IT-Funktionen geht schneller zurück als neue entstehen.

Entwickeln Sie einen Management-Plan

Die Zukunft der IT ist eine Hybrid-Welt, in der eine Vielzahl von Dienstleistungen zusammengeführt werden: Private Clouds werden mit Public Clouds kombiniert und so hybride Clouds hervorbringen, während die traditionelle Infrastruktur vor Ort weiterhin für bestimmte Anwendungen zum Einsatz kommt. Die IT sollte der Vermittler sein, der den Geschäftseinheiten die passenden Dienste und Serviceangebote zuweist.

Entwickeln Sie einen Technologieplan

Bei Geschäftsprozessen mit entscheidender Bedeutung darf die Technologie nicht ignoriert werden. Zu den Grundlagen eines Technologieplans gehören daher das Access-Management, das regelt, wer Zugang zu welchen Dienstleistungen erhält, und ein Service-Beauftragter, der die Ressourcen verwaltet, welche die Cloud liefert. In diesem Bereich werden eine Vielzahl von Dienstleistern die Konzerne sowie die kleinen und mittelständischen

Unternehmen bei der Beherrschung der Cloud unterstützen können

Behalten Sie die Prozesse im Auge. Wenn die geschäftlichen Anforderungen wachsen, muss die IT in der Lage sein sich anzupassen. „Wenn Sie eine Private Cloud einführen, denken Sie immer schon einen Schritt weiter“, so Bittmann. Die Zukunft der Cloud ist das Hybrid-Modell, das die Ressourcen der Private und Public Cloud verbindet.

Start small, think big

Entwickeln Sie die Cloud mit Bedacht. Lernen Sie durch Experimente, überwachen Sie die Nutzung und den Rücklauf, ermitteln Sie den Bedarf innerhalb Ihrer Geschäftsbereiche, und entwickeln Sie IT-Lösungen, um gezielt agieren zu können. „Wir können nicht von Beginn an alles perfekt machen, also fangen wir klein an, und bauen darauf auf“, so Bittmann.

Als registrierter Gartner-Nutzer können Sie das vollständige Webinar von Thomas Bittmann zum Thema „Ten Steps to Building Private Cloud Services“ unter diesem Link verfolgen.