Zehn Gründe, warum Apple das TV-Geschäft rocken wird

Jahrelang prognostizierten Analysten um die Wette, wann Apple denn endlich ins TV-Geschäft einsteigen wird. Bis Steve Jobs dann schließlich die magische Worte “I finally cracked it” formulierte. m-magazin.net liefert zehn gute Gründe, warum Apple mit großer Wahrscheinlichkeit noch in diesem Jahr den TV-Markt erschüttern wird.

Punkt 1 – Apple hat den Content

Das Angebot im iTunes Store umfasst mittlerweile mehr als 20 Millionen Songs, mehr als 10.000 Musikvideos, mehrere zehntausend Hörbücher, über 14.000 Filme (zum Ausleihen und Kaufen), über 85.000 TV-Episoden und mehr als 500.000 Apps für iPhone und iPod touch und über 140.000 Programme speziell für das iPad.

Apple TV Filme

Zudem kann man auf das Podcast-Verzeichnis im iTunes Store zugreifen, das aktuell über 200.000 kostenlose Audio- und Video-Podcasts umfasst. Selbst wenn man die bestehenden Apps abrechnet und einen Blick auf das damalige Wachstum im Appmarkt rekapituliert, dürfte Apple ziemlich schnell zur Hausmarke im TV-Markt avancieren, was die schiere Menge an Content angeht.

Apple TV im WohnzimmerPunkt 2 – Das Wohnzimmer ist Familie & Entertainment

Apple steht für Lifestyle und Unterhaltung für die ganze Familie. Nicht umsonst hält auch Steve Jobs’ langjähriger Partner Steve Wozniak das iTV für wahrscheinlich. ”Ich erwarte von Apple, dass sie einen Versuch wagen”, erklärte der Apple-Mitgründer gegenüber USA Today. “Das Wohnzimmer ist und bleibt das Zentrum für Familienunterhaltung. Genau in diesen Bereichen ist Apple schon lange aktiv.”

Punkt 3 – Apple könnte seine Koops sinnvoll ausbauen

Momentan leihen und kaufen iTunes-User jeden Tag weltweit mehr als 400.000 TV-Folgen und über 150.000 Filme. Apple hat beinahe alle wichtige Filmstudios an Bord und mit dem Online-Verleih Netflix auf dem US-Markt eine starke Kooperation.

So lassen sich die Inhalte nicht nur auf dem Apple TV, sondern auch auf dem iPhone, dem iPad und dem iPod touch konsumieren. Fraglos wäre es ein Leichtes, derlei Apps auch für ein iTV anzubieten.

Punkt 4 – Mit LG und Corning stünden die richtigen Partner parat

Laut USA Today arbeitet man in Cupertino offenbar an einem LCD-TV von 42 Zoll Größe, eventuell sogar an einem Gerät mit noch größerer Diagonale. Ein Insider will in Ives gut gesichertem Labor ein 50-Zoll-Display gesehen haben. Könnte es das jüngste OLED-TV von LG sein? Immerhin unterhalten beide Unternehmen gute Beziehungen, LG baut unter anderem iPad-Displays. Das Ausnahme-TV verfügt zwar über 55 Zoll Diagonale, machte aber als größtes Gerät seiner Klasse mit nur vier Millimetern Dicke auf den ersten Pressebildern einen enorm guten Eindruck.

Da wäre zum Beispiel die enge Partnerschaft mit Corning. Der Gorilla-Glass-Hersteller sorgt dafür, dass iPhones und iPads mit einem robusten Glas ausgestattet sind. Die zweite Generation des Glases soll Einfassung überflüssig machen. Nutzt Apple seine Beziehungen richtet, könnte dabei ein TV mit nahtlos verbautem Display herauskommen.

Punkt 5 – Der Markt ist noch nicht vollständig erschlossen

Wer einmal eines der aktuellen Smart-TVs, wie etwa aus dem Hause Samsung getestet hat, der merkt schnell: ausgereift ist das Konzept “smartes Fernsehen” noch lange nicht. Die Interfaces reagieren mitunter langsam, Apps sind oft noch Mangelware. Nicht umsonst hatten LG, Philips und Sharp zur Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin die Gründung einer App-Allianz verkündet.

Wenn Apple mit einem überzeugenden Produkt zu einem guten Preis in den Markt geht, dürften die Chancen extrem gut sein, dass das kleine Apple TV nicht der letzte erfolgreiche Schritt ins TV-Geschäft war. Bei der Bedienung wäre Apple außerdem nicht darauf angewiesen, das Rad neu zu erfinden. Während andere Hersteller App-Allianzen bilden, könnte der Konzern aus Cupertino das eigene Betriebssystem iOS nutzen und das vermeintliche iTV an den Appstore bzw. iTunes andocken.

Punkt 6 – Fernseher würde neue Zentrale für iGadgets

Mittels AirPlay, dem Datenübertragungsstandard von Apple, lässt sich jetzt schon wunderbar Musik mit kompatiblen Geräten drahtlos austauschen. Mit dem iPhone, dem iPad und dem iPod touch kommen Bilder und Videos über Apple TV auf den Fernseher. Schnappschüsse landen mittels iCloud auf dem Mac. Was liegt da näher, als ein iTV zur zentralen Anlaufstelle für alle Arten von Medien zu konzipieren?

Für eine eingebaute Kamera wäre in einem 40 oder 50 Zoll großen Gerät wahrlich genug Platz, um mit Familie und Freunden via Facetime zu chatten. Und dass Apples Sprachassistent Siri einen guten Job machen würde beim Zappen durch die Kanäle, haben Hacks demonstriert. Während andere Hersteller zumeist auf Programme von Drittanbietern zurückgreifen müssten, könnte Apple hier aus dem Vollen schöpfen.

Punkt 7 – Gerüchte deuten auf Gamechanger hin

Während die deutsche TV-Branche noch jeden neuen HD-Kanal frenetisch feiert, ist man in den USA schon zwei Schritte weiter. Nach dem 3D-Trend pushen die Hersteller die Standardisierung von 4K-TV, also Fernsehen mit der vierfachen Auflösung von aktuellem High Definition mit 1080p.

Apple war dafür bekannt, als erstes Unternehmen extrem hochauflösende Displays im iPhone 4 zu verbauen. Vermutlich dürfte die Integration eines 4K-Display aber auch den Preis des Gerätes in astronomische Höhen treiben.

Punkt 8 – Branche hat schon jetzt Panik, was Apple plant

Kaum ein Gadget scheint eine Branche so sehr in Aufruhr zu versetzen wie das allseits diskutierte “iTV”, ein Fernseher aus dem Hause Apple. Vor allem mit Blick auf die jüngst zu Ende gegangene Consumer Electronics Show (CES). Der Grund dafür ist klar: Mit dem iPad begründete Apple vor zwei Jahren einen Markt, bei dem das Unternehmen auch jetzt noch die größten Erlöse einspielt. Man will schlicht keine Marktanteile abgeben oder einen Trend verschlafen, den Cupertino für sich nutzen könnte.

Punkt 9 – Apple kauft in großem Stil Displayzubehör ein

Laut dem renommierten Apple-Analysten Gene Munster kauft der Konzern aus Cupertino derzeit massiv Bedienfelder für Displays ein. Warum wohl?

Punkt 10 – Apple würde das iTV nicht überteuert anbieten

Schon vorab mehrt sich die Kritik, die einen Tenor hat: “Das Ding wird doch viel zu teuer. Typisch Apple!” Diesen Leuten sei gesagt: Apple ist und war nie eine Luxusmarke. Den Stempel haben dem Unternehmen Kreative in den Achtzigern und Neunzigern aufgedrückt, als Apple-Computer noch absolute Nischenprodukte waren. Apple selbst hatte nie den Anspruch, Luxusgüter herzustellen. All das verwundert vielleicht weniger, wenn man sich an die Anfänge von Apple erinnert. Der Konzern war zu einer Zeit angetreten, als Computer teuer waren, um 1984 dann mit dem Macintosh einen für 1000 US-Dollar einen für damalige verhältnisse günstigen Konkurrenten entgegenzusetzen.Apple TV
Selbst mit dem iPad hatte Apple lange Zeit eine Preismarke gesetzt, die kein Konkurrent unterbieten konnte. Samsungs Galaxy Tab war zum Start für rund 800 Euro im Handel, während das iPad für 499 Euro über die Ladentheke ging. Und auch das Apple TV ging mit einem Kampfpreis von 99 Euro auf den Markt. Der Grundgedanke dahinter: Das Gerät ist nur die Mittler, die Erlöse werden mit Content gemacht. Apple sollte Recht behalten. Der Knirps rockte im vergangenen Jahr das TV-Business. Was sollte Apple also reiten, mit einem unnötig überteuerten Gerät in einen hart umkämpften Markt, der trotzdem großes Ausbaupotenzial bietet, einzusteigen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Cupertino durchaus bereit ist, mit Kampfpreisen einen ganzen Markt aufzurollen. Einmal mehr.

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