Alle News der WWDC 2012 im Überblick: Apple verpasst Macbook Pro ein Retina-Display und bringt dem iPad das Sprechen bei

Apple-CEO Tim Cook hatte ordentlich Grafikpower im Gepäck: Das neue Macbook Pro verfügt über eine immense Auflösung und kommt weitaus schmaler als seine Vorgänger daher. Außerdem startet der Konzern seinen eigenen 3D-Kartendienst für iOS, verpasst Mountain Lion viele Features des mobilen Betriebssystems und bringt Siri auf das iPad. Alle News der Apple-Keynote von der Entwicklermesse WWDC im Überblick.

MacBook Air mit Full-HD-Facetime-Kamera

Dem neuen MacBook Air spendiert Apple ab sofort 512 GByte Flash-Speicher, zwei USB 3.0-Ports und eine integrierte Facetime-Kamera mit Full-HD (720p). Wie erwartet bekommt das neue Air Intel Core-Prozessoren der dritten Generation, also Ivy-Bridge-CPUs. Als schnellste CPU wird der Core i7 mit 2,0 GHz bzw. Turbo Boost bis 3,2 GHz verfügbar sein.

Der Arbeitsspeicher beträgt bis zu 8 GByte. Die Display-Größen betragen weiterhin 11 oder 13 Zoll. Die Preise beginnen bei 1.049 Euro für das 11-Zoll-Modell und 1.249 Euro für das 13-Zoll-Modell. Die neuen MacBooks Air sind ab sofort erhältlich.

MacBook Pro

Die neuen MacBooks Pro erhalten ebenfalls USB 3.0-Ports. Auch hier verbaut Apple Ivy Bridge CPUs, aber bis 2,7 GHz. Der Arbeitsspeicher beträgt auch hier bis zu 8 GByte. Als Grafikkarte kommt die Nvidia GeForce GT 650M mit bis zu 1 GByte VRAM zum Einsatz. Das 13-Zoll-Modell kostet ab 1.249 Euro, das 15-Zoll-Modell beginnt bei 1.879 Euro. Beide Modelle sind ab sofort erhältlich (mStore-Link).

Next Generation MacBook Pro (mit Retina-Display)

Dieses völlig neue MacBook-Modell ist nur 1,8 Zentimeter dick (das entspricht etwa einem MacBook Air) und kommt laut Marketingchef Phil Schiller mit einem “Killer-Display”. Dabei handelt es sich um ein Retina-Display mit einer Auflösung von 2.880 x 1.800 Pixeln auf 15,4 Zoll. Das entspricht 220 Pixel per inch. Das neue Display soll aber vor allem auch besser entspiegelt sein, laut Apple um 75 Prozent besser als die Vorgänger-Modelle. Als schnellste CPU wird dieses neue MacBook den Core i7 mit 2,7-GHz-Taktrate mitbringen. Core-i5-Prozessoren sind hier aber ebenfalls verfügbar.

Beim internen Speicher setzt Apple auf einen Flash-Speicher, allerdings mit maximal 768 GByte. Als Grafikkarte kommt die GeForce GT 650M zum Einsatz. Bei den Anschlüssen stehen ein Cardreader, HDMI, zweimal Thunderbolt und zweimal USB 2.0/3.0 Kombi-Ports zur Verfügung.

Die Batterielaufzeit gibt Apple mit 30 Tagen Standby und 7 Stunden Vollast an. Außerdem an Bord: schnelles n-WLAN, Facetime HD, Stereo-Lautsprecher und eine Hintergrundbeleuchtung für die Tastatur. Zudem soll das neue MacBook Next Generation extrem leise sein, der Lüfter sei “kaum zu hören”. Die Preise für das Retina-MacBook beginnen bei 2.279 Euro für das Modell mit 2,3 GHz Core i7 und 256 GByte Flash-Speicher.

Mountain Lion 10.8 wird noch “iOSsiger”

Apple stellte auf der WWDC noch einmal die herausragenden Neuerungen bei Mac OS 10.8 Mountain Lion vor, eine Übersicht zum neuen Betriebssystem finden Sie hier. Eine wichtige Neuheit ist die Integration von Apples Online-Speicherdienst iCloud, der alle Apple-Geräte unter anderem miteinander über die Wolke synchronisiert.

Ein neues Feature ist unter anderem “Power Nap”: Dabei handelt es sich um einen Ruhemodus für den Mac, während aber weiterhin unter anderem Backups und das Abrufen von E-Mails möglich sind. Zudem bekommen die Macs jetzt ebenfals eine Game Center-Anbindung, damit können Mac-Gamer ab sofort auch gegen mobile Spieler (iPhone, iPad oder iPd touch) gegeneinander antreten und umgekehrt. Apple hatte Mac OS Mountain Lion bereits offiziell im Februar präsentiert – ab Juli wird Mountain Lion für 19,99 US-Dollar ausgeliefert. Upgrade-fähig sind alle Versionen ab Snow Leopard.

Darüber hinaus hat Apple seinen Safari-Browser überarbeitet – er erhält die nun angeblich schnellste JavaScript-Engine. Die Tab-Synchronisation gleichab sofort die Safari-Versionen auf Mac OS X und iOS ab.

iOS 6.0: Apple startet eigenen Kartendienst, Siri fürs iPad

Die neue Version des mobilen Betriebssystems wird über 200 neue Funktionen mitbringen. Unter anderem wurde die Sprachassistentin Siri verbessert – sie kann jetzt auch Sportergebnisse liefern – zumindest für US-Nutzer. Ferner sortiert Siri ab sofort die Suchergebnisse für Restaurants oder Kinofilme absteigend nach Bewertung, auch eine Tischreservierung ist nun direkt über die smarte Assistentin möglich.

Darüber hinaus kann Siri ab sofort Apps öffnen. Doch das wichtigste: Siri wird besser deutsch verstehen und die Lokalisierung hierzulande besser beherrschen und sowohl auf älteren iPhone-Modellen (ab 3GS) als auch auf dem neuen iPad mit iOS 6 verfügbar sein.

Durch eine Kooperation mit verschiedenen Autoherstellern, darunter BMW, Mercedes, Audi oder Toyota wird sich Siri in Zuunft auch über eine Taste am Lenkrad starten lassen. So sollen sich unter anderem Tweets diktieren und absenden lassen.

Ferner bietet iOS 6.0 erstmals eine volle Facebook-Integration auf Systemebene – ganz ähnlich wie es jetzt schon bei Twitter der Fall ist. So lässt sich der Facebook-Status aus verschiedenen Anwendungen heraus direkt updaten. Zudem wurde iTunes mit Facebook verknüpft. um jederzeit seinen Freunden mitteilen zu können, welche Musik, Filme oder Apps man gerne mag oder gerade gekauft hat.

Wenn man einen Anruf gerade nicht annehmen kann, schickt iOS 6 auf Wunsch vorgefertigte SMS-Nachrichten an den Anrufer und erinnert später an den Rückruf. Eine weitere praktische Funktion ist die “Do not Disturb-Funktion”, die verhindert dass man etwa nachts von Anrufen, Tweets oder SMS gestört wird. Im Unterschied zum Flugmodus bleibt man aber jederzeit erreichbar.

Die Funktion “Repeated Calls” ermöglicht, dass es während “Do not disturb” trotzdem klingelt, wenn ein Kontakt innerhalb weniger Minuten mehrmals angerufen hat.

Facetime funktioniert ab iOS 6.0 auch über die Mobilfunkverbindung (3G).

Mit der Funktion “Shared Photo Streams” kann man Foto(-Alben) mit seinen Freunden teilen, die wiederum Kommentare abgeben können. Der Mail-Client bekommt eine VIP-Funktion. Erhält man eine Mail von einem VIP-Kontakt, so weist iOS 6 darauf mit einem speziellen Popup hin.

In der neuen App “Passbook” kann man QR- oder Barcodes für Bordkarten oder Rabattcodes sammeln. Dank GPS-Unterstützung infomiert die App dann etwa automatisch über Rabatte bei einem Laden, an dem der Nutzer gerade vorbeiläuft. Passbook aktualisiert die Codes außerdem live, so ist der Nutzer etwa up to date, wenn sich das Gate für den Abflug ändert.

Wie bereits spekuliert, verzichtet Apple ab iOS 6.0 auf Google Maps und bringt seinen eigenen Kartendienst auf die iDevices. Die wichtigsten Features: Navigation, Staumelder, 3D-Ansichten von Gebäuden, Siri-Integration.

iOS 6 wird für Endanwender im Herbst ausgerollt.

Ein “One more thing” im Stil von Apple-Gründer Steve Jobs gab es dann nicht. Wer auf ein iPad mini und das kommende iPhone 5 hoffte, muss sich noch gedulden.