So wird die Private Cloud zum Businesstreiber

Cloud Computing ist nicht mehr aufzuhalten. Für einen risikolosen und flexiblen Einstieg sorgen Private Cloud-Lösungen.

Datenservices wie Dropbox ist es zu verdanken, dass auch CEOs, die mit der IT ihres Unternehmes nicht so viel am Hut haben, mittlerweile wissen, was Cloud Computing ist. Leider sind es aber auch Public Cloud-Services wie Dropbox, die regelmäßig für schlechte Publicity und Misstrauen in die neue Technologie sorgen. Gerade erst ist eine Sicherheitslücke bekannt geworden, wonach eine simple Google-Abfrage genügt, um Fotos und Dokumente anderer Benutzer einzusehen. Man braucht nicht viel Fantasie, um eine ähnliche Gefahr für Unternehmensdaten zu sehen, die ebenfalls bei einem Public Cloud-Service lagern.

Wer sich dann noch etwas ausführlicher mit rechtlichen Fragestellungen befasst, schließt spätestens beim Thema Datenschutz die Cloud-Akte. Das Risiko, gegen geltendes Datenschutzrecht zu verstoßen, wenn sensible Daten auf ausländischen Servern lagern, lässt sich nicht einfach wegdiskutieren. Es erfordert hohen Aufwand bei der Vertragsgestaltung, Garantieleistungen einzufordern oder die Unternehmen zur Einhaltung der Safe-Harbor-Grundsätze zu verpflichten. Und auch das bedeutet mangels kontrollierter Zertifizierung keine Sicherheit.

All diese Bedenken führen dazu, dass viele Entscheidungsträger gar nicht erst dazu kommen, die vielfältigen Möglichkeiten der Cloud kennen zu lernen. Aber Cloud ist nicht gleich Cloud. Es gibt es neben der oben beschriebenen Public Cloud ja auch noch die Private Cloud beziehungsweise Hybrid-Lösungen. Wie genau das Cloud-Modell aussieht, hängt vom Unternehmen, seinem Geschäftsmodell, seiner Datenstruktur und seiner vorhandenen Infrastruktur ab. Aber gerade die Private Cloud ist geeignet, sich zu einem Businesstreiber zu entwickeln.

Zu diesem Ergebnis kommen übereinstimmend auch zahlreiche Studien, unter anderem: IDC-Studie: „Cloud Computing in Deutschland 2011“; DataCore Software „The State of Private Clouds and the Impact of StorageAvanade-Cloud 2012“; Avanade-Studie „Cloud Computing 2011“. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) fasst die Gründe für die Private Cloud zusammen: „Um die Vorteile von Cloud Computing nutzen zu können und dabei gleichzeitig die Risiken zu minimieren, die mit einer Auslagerung sensibler Daten in eine Public Cloud verbunden sind, werden Unternehmen, Behörden und Institutionen zur Bereitstellung der Ressourcen voraussichtlich zunächst auf eigene virtualisierte Rechenzentren zurückgreifen (Private Clouds).“

Unternehmen reagieren auf den Bedarf und bewerben die Private Cloud als Einstiegslösung in die Cloud. Microsoft erwartet bis 2015 einen Umsatz über Private Cloud Enterprise Servers in Höhe von 5,9 Milliarden US-Dollar. Für Anbieter ist die Private Cloud aber nur ein Übergangsgeschäft. Frank Strecker, Director of Cloud Computing bei IBM, zeichnet den Weg vor: „Wir sehen bei Cloud-Lösungen für Unternehmen heute noch die Tendenz zu Privaten Clouds, insbesondere wenn es um die Verwaltung von unternehmenskritischen Daten geht. Die Trends zeigen aber, dass die Public Cloud an Bedeutung gewinnt bei Collaboration, Social Media und Sicherheitslösungen aus der Cloud.“

Vorher aber müssen noch die Anwender überzeugt werden. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen zeigen sich noch zurückhaltend. Sie müssen die Vorteile der Cloud-Lösung kennenlernen: Effizienterer Personaleinsatz, geringere Kosten, mehr Flexibilität. „Ein mittelständisches Unternehmen beschäftigt in der Regel maximal eine Handvoll IT-Experten, die mit dem Betrieb der vorhandenen IT-Systeme komplett ausgelastet sind“, so Strecker. „Dementsprechend attraktiv ist Cloud Computing. Eine kostspielige personelle Aufstockung der IT-Abteilung und die erforderliche Weiterbildung lassen sich vermeiden, gleichzeitig wird der Zugriff auf modernste Technologien garantiert bei flexiblen Preisen. Denn bezahlt wird nur die tatsächlich in Anspruch genommene Leistung.“