Wer verdient das meiste Geld mit LEDs?

„Made in Germay“ ist seit Jahrzehnten ein Begriff. Auch LEDs wurden in Deutschland erfunden, den Löwenanteil der Umsätze erzielen heute allerdings nicht-deutsche Unternehmen. Marktführer bei den Umsätzen ist vielmehr der asiatische Markt.

Seit Jahren wird der Lichtmarkt durch die LED-Technologie neu aufgerollt. LEDs verbrauchen wenig Strom und halten lange, ihre Anschaffungskosten sinken zunehmend und nicht nur Privatleute, auch ganze Städte rüsten inzwischen um auf LEDs. Bis 2020 sollen LEDs andere Lichtquellen weitestgehend ersetzt haben. Dieser Meinung jedenfalls ist eine McKinsey-Studie, die außerdem bereits 2012 prognostizierte, dass 2014 knapp 40 Milliarden Euro mit LED-Beleuchtung umgesetzt werden. Tatsächlich waren es dann wahrscheinlich doch nur 25 Milliarden. Aber egal, denn eines steht fest: Der LED-Markt wächst und viele verdienen daran kräftig mit – nur leider kaum die Erfinder.

Denn die neue Technologie wurde von dem deutschen Physiker Heinrich Welker erfunden, der damals bei Siemens in Deutschland arbeitete. Später entwickelte die Siemens-Tochter Osram LEDs bis zur Produktreife. Doch laut Digitime Research machen nicht mehr die Deutschen den großen Umsatz mit der innovativen Beleuchtungstechnik. Ganze 10 Firmen teilen sich 68% des gesamten Marktes auf und nur eine davon kommt aus Europa. Der größte Hersteller sitzt allerdings nicht im Erfinderland, sondern in Japan: Die Nichia Corporation besitzt derzeit einen Weltmarktanteil von 18% und einem Jahresumsatz von 2058 Millionen US-Dollar (2013), gefolgt von Samsung aus Südkorea mit 10% und einem Jahresumsatz von 1390 Millionen US-Dollar. Rang drei schließlich belegt Osram Opto Semiconductors aus Deutschland (1189 Mio US-Dollar Jahresumsatz), dann folgen zwei US-Unternehmen und schließlich Firmen aus Japan, Korea und China.

Die Angaben zu den Marktanteilen differieren allerdings je nach Studie und Land. Eines jedoch ist klar: Weltmarktführer in der Herstellung von LEDs sind mitnichten die Europäer, sondern vielmehr die asiatischen Länder.

Taiwan steht hier ganz vorne. In einer aktuellen Untersuchung belegt die National Taiwan Normal University sogar, dass vom Umsatz mit LED-Komponenten insgesamt Taiwan weltmarktführend ist (rechnet man alle Unternehmen zusammen), gefolgt von Japan und Südkorea. Dort besitzt man zwar kaum Patente, aber die Produktion floriert. Während Osram beispielsweise 643 Patente rund um LEDs hat und die in Holland ansässige Phillips Lumileds Lighting Company sogar 4127 hält, hat Nichia „nur“ 477 Patente und die US-Firma Cree 567. Doch den großen Umsatz machen vor allem die beiden Spitzenreiter der Patenteinhaber Osram und Philips nicht. Nichia und Cree hingegen machen mehr aus ihren Patenten.

Woran aber kann das liegen? Ganz einfach: Es reicht einfach nicht, sich auf seinen Erfindungen auszuruhen. Man muss auch etwas daraus machen. Das zeigen die vielen kleinen taiwanesischen Firmen genauso gekonnt, wie Nichia oder Cree, die den Markt vorantreiben mit immer neuen Produkten für alle Bereiche der Beleuchtung bereichern. Und damit machen sie ihre Umsätze – nicht mit den Erfindungen an sich.

Die nächste große Cash-Cow könnte allerdings zeigen, ob der europäische Markt nicht doch hinzugelernt hat: OLED könnte die Lichtindustrie ein weiteres Mal auf den Kopf stellen. Denn das flächenhafte Licht beleuchtet nicht nur mobile Endgeräte, Displays oder TV-Geräte – auch in der Automobilindustrie könnte das in der Herstellung noch sehr teure, dafür aber ausgesprochen stromsparende OLED bald seinen Siegeszug antreten. Es bleibt also spannend auf dem LED-Markt, der sich in den letzten Jahren von den Umsatztreibern her kaum bewegte und dabei doch immer weiter wuchs.