Warum Backup-Strategien für KMUs immer wichtiger werden

Kundendaten sind ein zentrales Erfolgskriterium für jedes Unternehmen und dadurch besonders schützenswert – sie dürfen nicht verloren gehen oder in falsche Hände gelangen. Doch das Datenvolumen steigt zunehmend. Wie also solch große Datenmengen sachgemäß sichern? Die passende Backup-Strategie hilft da weiter, doch die wenigsten Unternehmen haben eine!

Dabei ist es enorm wichtig, dass wirklich ALLE Daten komplett, aktuell und als zuverlässige Kopie gespeichert werden. Außerdem sollte auf diese jederzeit zugegriffen werden können, um im Notfall Daten schnell und unkompliziert wiederherstellen zu können. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass die Wiederherstellung von Backups genauso wichtig ist in der Backup-Strategie, wie die Sicherung selbst.

Doch vor allem in kleineren Unternehmen geht man meist davon aus, dass eine Sicherung irgendwo auf einer externen Festplatte schon ausreichen wird. Selbst wenn Daten bereits in die Cloud ausgelagert werden, wird das Backup dort schlicht vergessen. Eine Studie des Ponemon Instituts belegt gar, dass 33 Prozent der IT-Abteilungen virtualisierte Daten seltener absichern als physikalische Server. Und 61 Prozent führen sogar nur unregelmäßige Backups durch.

Wie oft aber sollte, wie oft muss ein Backup durchgeführt werden, damit es wirklich sicher ist? Die Antwort ist einfach: Je öfter die Daten sich, umso öfter muss das Backup auch aktualisiert werden. Und noch viel wichtiger: Ebenso regelmäßig sollten die Backups überprüft werden. Zu oft habe ich bei meinen Kunden – insbesondere den kleineren – erleben müssen, dass nach einem Plattencrash das letzte Backup eine Woche oder älter war. Oder aber schlicht schon seit Wochen defekt und keiner hat es je bemerkt. Dann ist guter Rat teuer, denn die Daten müssen nun mühsam rekonstruiert werden.

Wie also muss eine sichere Backup-Strategie für ein kleineres Unternehmen aussehen? Rob Dwyer hat das wirklich gut zusammengefasst, so dass ich mich ihm nur anschließen kann:

  1. Klarstellen was gesichert werden muss
  2. Größe des Backups feststellen, damit der in Zukunft benötigte Speicherbedarf gedeckt werden kanngrowth
  3. Das richtige Backup-Medium oder -Gerät wählen
  4. Einen klaren Backup-Prozess idenfizieren
  5. Die Wiederherstellung aus einem Backup testen

Insbesondere Punkt 3 wird oft zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei hilft in kleineren Firmen oft schon ein gut ausgestattetes und vor allem erweiterbares NAS  (Network Attached Storage), das mit der passenden Software regelmäßig (mindestens einmal täglich) „gefüttert“ wird. Alternativ kann für größere Datenmengen ein SAN (Storage Attached Network) genutzt werden. Dieses kann jederzeit erweitert werden.

Bleiben Punkt 4 und 5, doch diese beiden hängen vor allem mit den Mitarbeitern zusammen. Sie müssen gut geschult sein und wissen, wie die IT-Infrastruktur jetzt und in Zukunft aussieht. Und Sie müssen ein entsprechendes Sicherheitsbewusstsein haben. Beispielsweise muss die Backup-Verschlüsselung so gewählt werden, dass auch beim Geräteverlust die Daten sicher bleiben. Daneben darf der Virenschutz und die Maleware-Protection nicht vernachlässigt werden.

Ich denke, dass dieses Bewusstsein noch lange nicht in den KMUs angekommen ist. Die IT-Mitarbeiter sind zeitlich einfach kaum in der Lage, eine geeignete Backup-Strategie aufzustellen und diese dann auch noch einzuhalten. Werden in größeren Unternehmen heute längst eigene Mitarbeiter dafür abgestellt, können sich kleine Firmen das kaum leisten. Deshalb ist das Backup leider noch immer ein Stiefthema, dem man sich aber gerade in der heutigen Zeit dringend widmen sollte!