Sieben gute Gründe, warum Apple doch in Twitter investieren könnte

Apple war einige Zeit in Gesprächen mit Twitter. Das berichtete die New York Times. Kaufen steht nicht zur Debatte, die Verhandlungen liegen auf Eis. Was hat Apple davon? Inwiefern würde ein geschätztes Investment in dreistelliger Millionenhöhe den Konzern aus Cupertino weiterbringen? Und warum wäre es für Apple ein logischer Schritt? Wir liefern sieben gute Gründe.

1. Google ist schon einen Schritt weiter

Als chancenloser Konkurrent zu Facebook abgekanzelt, hat Google+ ein beeindruckendes Wachstum hingelegt. Davon abgesehen, dass jeder Google-Nutzer mit nur wenigen Klicks Teil des Netzwerkes wird, sind rund 100 Millionen Nutzer nicht so einfach zu ignorieren.

Auch nicht für Apple. Dass Apple und Google direkt konkurrieren, war nicht nur schon seit dem Vorstoß von Android klar. Mit dem Nexus 7 positionierte das Web-Unternehmen aus Palo Alto ein klares Konkurrenzprodukt zu Apples iPad. Mit Google+ hat das Unternehmen einen klaren Vorsprung im Rennen um die Interessen potenzieller Kunden. Für Apple bleiben nur wenige Alternativen.

2. Facebook ist schon besetzt

Da war Microsoft schneller. Vor Jahren sicherte sich der Redmonder Softwareriese eine Minderheitsbeteiligung von nur 1,6 Prozent. Mit dem Börsengang haben sich die investierten 240 Millionen Dollar aus 2007 natürlich multipliziert. Doch sinnvoll war das Investment nicht nur aus finanzieller Sicht.

Denn Microsoftdienste finden sich mittlerweile im Rahmen einer technischen Kooperation an vielen Stellen im weltgrößten Social Network. Ortsangaben funktionierten über Bing Maps, erweiterte Suchen über Bing, Chats via Skype, das ebenfalls zu Microsoft gehört. Mit Twitter hätte Apple ein noch vergleichsweise “kleines” Netzwerk, bei dem man seine Dienste unterbringen könnte, etwa Facetime oder iMessages.

3. Ping war ein Reinfall

Gefangen in iTunes hat Apples Musiknetzwerk nie eine Chance gehabt. Wer auf Facebook aktiv ist und Twitter nutzt, der braucht nicht noch ein soziales Netzwerk. Vor allem nicht dann, wenn dessen Einträge nur innerhalb einer stationären Software einsehbar sein. Das führt uns zum nächsten Punkt.

4. Apple ist keine Web-Company

Die Ingenieure in Cupertino sind darauf spezialisiert, aufeinander abgestimmte End-to-End-Consumer-Produkte zu entwickeln. Produkte, die auf Soft- und Hardwareseite aus einem Guss wirken. Wohlgemerkt: Hard- und Software. Bei Web-Anwendungen tut sich das Unternehmen nach Meinung der Kritiker immer noch recht schwer. Immerhin mit iOS 6 wird Apples iCloud sozialer und erlaubt Sharing.

Aber darüber hinaus konnte der Konzern aus Cupertino nur wenig Erfolge im Web vorweisen. Mit einem geschätzten dreistelligen Millionen-Investment würde sich Apple demnach auch Know-how einkaufen. Know-how, das man ansonsten mühsam über die Jahre sammeln und durch Abwerben qualifizierten Leuten aufbauen müsste.

5. Apple kann es sich leisten

Apples Cash-Vermögen ist im vergangenen Quartal auf 117 Milliarden Dollar (!) angeschwollen. Wir reden hier von Cash, von Geld, das Apple auf der hohen Kante hat, um nach Lust und Laune auf Shoppingtour zu gehen. Ein Investment von mehreren hundert Millionen Dollar wäre damit bestenfalls Peanuts.

Tatsächlich könnte Apple damit derzeit Facebook, LinkedIn, Twitter und Pinterest kaufen. Und hätte laut BusinessInsider immer noch 30 Milliarden über.

6. Twitter boomt

Im Social Web ist Twitter ein wichtiger Eckpfeiler. Darüber hinaus konnte der Mikrobloggingdienst in den vergangenen Monaten ordentlich an Nutzern zulegen. Schließlich wäre Twitter noch nicht einmal auf Apples Geld angewiesen. Mit seinen Millionen würde Apple also in ein für die Zukunft gut aufgestelltes Unternehmen investieren.

7. Apple will sozialer werden

Es hat etwas gedauert, aber Apple hat die Bedeutung sozialer Netzwerke erkannt. Twitter integrierte man schon mit der letzten Version von Mountain Lion. Mit Version 10.8 will das Unternehmen, wenn auch erst beim Update im Herbst, auch für Facebook weiter öffnen. Allerdings ließe sich Twitter noch weitaus stärker ins System einbinden.

Mit einem Investment in dieser Höhe dürfte Apple durchaus in den Genuss von Vorteilen kommen, mit denen man OS X zum sozialen Betriebssystem avancieren zu lassen.

Sowohl das Wall Street Journal und die Nachrichtenagentur Reuters berichten, dass die Gespräche zwischen beiden Unternehmen derzeit auf Eis liegen würden. Darüber hinaus würde Apple derzeit Gespräche mit etlichen Social-Media-Firmen führen. Dennoch halten wir einen Einstieg von Apple ins Social Web für richtig und wichtig. Wir halten Sie auf dem Laufenden.