Von Knäckebrot bis Eis-Sandwich: Stoppt den Projektnamen-Wahnsinn!

Google nennt seine Android-Updates “Honigwabe”, “Pfefferkuchen” und “Eiscreme-Sandwich”? Und Microsoft packt die “Mango” aus? Was ist bloß los mit der IT-Branche los? Ein Plädoyer für das gute alte 1, 2, 3 und 4.

So viel vorab: Ich besitze neben dem iPhone 4S auch ein Android-Smartphone. Es geht mir nicht darum, das Android-Ökosystem zu kritisieren. Wenn es so etwas überhaupt gibt. Denn bislang wirkt das Sammelsurium aus unterschiedlichsten Geräten, die jeweils unterschiedliche Versionen des Betriebssystems auf unterschiedlichen Modellen in unterschiedlichen Modellreihen auf mich höchst verwirrend.

Für mich als passionierten iPhone-User nimmt der Einsatz von Android-Versionen auf neuen Smartphones beinahe willkürliche Ausmaße an. So stellten vergangenen Woche Samsung in Kooperation mit Google und außerdem Motorola beinahe zeitgleich neue Geräte vor. Samsung präsentierte den neuen Referenz-Androiden Galaxy Nexus, der schon jetzt all das hat, was man sich von einem iPhone 5 wünscht, während Motorola das neue Razr vorstellt. Während das Galaxy Nexus mit dem neuen Android 4.0 ausgeliefert wird, kommt das Razr nur mit Android 2.3.5. Was zur …?

Es mag sein, dass Motorola ähnlich gut wie Apple gelungen ist, das System auf sein Gerät abzustimmen. Aber habe ich als Kunde nicht ein Anrecht darauf, für neue teuer bezahlte Hardware auch die aktuellste Software zu bekommen?

Mercedes “Mohnstriezel” und Audi “al dente”

Abgesehen davon: Cupcake, Donut, Eclair, Froyo, Gingerbread, Honeycomb und bald auch noch Jelly Bean? Was sich anhört wie ein Streifzug durch die Süßwarentheke, sind die Namen der Android-Versionen in chronologischer Reihenfolge -begonnen mit 1.5 und Version 5.0 fest im Blick. Gizmodo fasste es ganz gut zusammen, als die Redaktion kürzlich das Codenamen-Wirrwarr anprangerte.

Natürlich ist es Google zu überlassen, seine Produkte zu branden, wie es will. Und wir alle wissen, dass Programmierer bei Google die größte Lobby haben. Aber wie soll ich ein Produkt, und nichts anderes ist Android, denn ernst nehmen, wenn es “gefrohrener Joghurt”, “Pfefferkuchen” oder “Eiscreme-Sandwich” heißt? Ich fahr doch auch kein BMW “Buttercremetorte”, einen Mercedes “Mohnstriezel” oder einen Audi “al dente”.

Windows Phone 7 mit Mango-Geschmack

Schlimm genug, dass Microsoft ähnliche Anstalten machen, seinen Betriebssystemen eine fruchtige Note zu verleihen. Windows Phone 7 “Mango”? Ohne Worte. Jedem Release einen neuen Namen zu geben, das macht vermutlich die Programmierer glücklich. Genauso wie die Hardcore-Fans. Aber abseits davon ist der breite Markt doch schlicht daran interessiert, dass die Software Ihres Smartphones auf dem neuesten Stand ist. Und das scheint den Smartphone-Herstellern auf Androidseite nur teilweise zu gelingen.

Bei Apple haben die Updates bis auf die Versionsnummer keine Namen. Jede iPhone-Generation erlebt zwei bis drei große Updates. Ohne Einsatz alter Versionen für neue Hardware, wie beispielsweise beim neuen Razr. Ohne Schnickschnack und bunte Figuren. Aber vermutlich ist trotzdem Apple an diesem Name Dropping schuld. Schließlich hieß das erste Mac OS X “Cheetah”. Aus dem Geparden ist mittlerweile ein Löwe geworden. Bleibt dennoch zu hoffen, dass die Android-Community von zu viel Süßkram keine Bauchschmerzen bekommt…

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