VLC Media Player: Allrounder für bewegte Bilder

Nach zwei Wochen Bearbeitungszeit hat Apple den VLC Media Player von Applidium für das iPad im App Store freigegeben. Auf dem Mac ist VLC bekannt für seine Flexibilität im Umgang mit den verschiedenen Codecs und Videoformaten. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an eine Player-Alternative auf dem iPad.

Die erste Frage: Wie kommen die Videos auf das iPad, so dass die App sie abspielen kann? Die Antwort gibt der VLC-Player nach dem ersten Programmstart selbst.

Verbinden Sie das iPad mit iTunes und klicken Sie auf das angeschlossene Gerät. Wählen Sie über dem Hauptfenster den Reiter “Apps” und scrollen Sie den Bereich solange nach unten, bis unter “Datenfreigabe” das Icon des VLC-Players auftaucht. Nun können Sie über den Button “Hinzufügen” Videos von Ihrer Festplatte in das Fenster “Dokumente von VLC” laden.

iTunes synchronisiert die ausgewählten Dateien unverzüglich. Ein rund 400 Megabyte großes Video erschien nach zirka 20 Sekunden in der VLC-Videothek auf dem iPad. VLC wählt automatisch einen Startscreen und zeigt die Dauer, die Größe und die Auflösung des Videos an.

VLC unterstützt mehr Formate als der Standard-Player, darunter AVI, MPG oder MKV. Bei Realmedia und Flash kommt aber auch der VLC nicht weiter. Für einen ersten Test synchronisieren wir drei Formate:

  • AVI mit einer Auflösung von 624×352
  • MPEG-4 mit einer Auflösung von 320×176
  • MPEG-4 mit einer Auflösung von 1280×720 (HD)

Während VLC mit den beiden ersten Videos problemlos klarkommt, erscheint beim Aufruf des HD-Videos der Hinweis, dass das iPad möglicherweise zu langsam für ein korrektes Abspielergebnis ist.

Die HD-Qualität macht dem iPad zu schaffen, das Video ruckelt, es kommt zur Blockbildung und es friert sekundenlang ein. Auch bei 720p läuft das Video nicht flüssig.

Im HD-Bereich kann Applidium sicher noch nachbessern, wird aber die technischen Grenzen des iPads auch nicht überwinden können. Die HD-Kompatibilität mag für Testzwecke interessant sein, dürfte aber im täglichen Gebrauch keine größere Rolle spielen. Insgesamt überwiegt der positive Eindruck, den VLC durch das Tempo, die Usability und die Formatflexibilität hinterlässt.

Kleine Bugs gibt es noch beim Löschen und erneutem Aufspielen der selben Videos. Zuweilen werden die Metadaten nicht korrekt ausgegeben. Auch ein Bearbeiten der Daten oder eine Sortierung der Videos in der Videothek ist über die App leider nicht möglich. Aber diese Funktionen werden sicher in einer folgenden Version nachgelegt.

Fazit: Applidium hat einen schnellen und einfach zu bedienenden Videoplayer hingelegt, der auf keinem iPad fehlen sollte. VLC erleichtert das Abspielen von Videos, ohne sie zuvor in ein iPad-kompatibles Format konvertieren zu müssen. Über die Kinderkrankheiten kann man locker hinwegsehen, zumal die App kostenlos ist und mit regelmäßigen Updates gerechnet werden kann.