VLC: Entwickler beantragen die Löschung des Media Players aus dem App Store

VLC-Player für das iPhoneNachdem der beliebte VLC Media Player erst vor wenigen Tagen seinen Weg von PC und Mac über das iPad auch auf das iPhone geschafft hat, könnte die App (kostenlos, iTunes-Link) schon wieder vor dem Aus stehen. Die Entwickler haben einen Löschantrag bei Apple eingereicht, weil der Vertrieb über den App Store gegen die Open-Source-Prinzipien verstoße.

Dieser Vorgang mag vielen Anwendern seltsam vorkommen: Rémi Denis-Courmont, einer der Entwickler des VLC Media Players, hat Apple gebeten, den Vertrieb der App für iPad, iPhone und iPod touch wieder einzustellen – und das, obwohl die App des Open-Source-Programms kostenlos im App Store verfügbar ist.

Das Problem ist aber, dass der VLC Media Player ausschließlich unter der so genannten GNU General Public Licence (GPL) vertrieben werden soll. Das Open-Source-Programm solle daher plattformunabhängig und ohne Beschränkungen zum Download angeboten werden können. Da der Prüfungsvorgang einer App zum App Store und die Restriktionen Apples aber genau diesen Gedanken unterliefen, habe man Apple gebeten, den VLC Media Player wieder aus dem App Store zu entfernen.

Wieso haben die Entwickler die App dann überhaupt für den App Store angemeldet? Das liegt daran, dass nicht das ursprüngliche Entwicklerteam des VLC Media Players, sondern die französische Firma Applidium den Quellcode für das iPad, iPhone und iPod touch angepasst hat. “Die Programmierer hätte die Unvereinbarkeit mit der GPL bekannt sein müssen”, sagt Denis-Courmont zu iLounge. “Insofern müssen sie auch die volle Verantwortung für die Folgen tragen.” Es sei ihm zwar auch klar, dass die Nutzer mit dieser Entscheidung das Programm nicht mehr für das iPhone herunterladen können, die Schuld liege aber bei Apple: “Das ist die Konsequenz für die kompromisslose Kontrolle, die Apple über seine mobile Plattform ausübt.”

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels am 1. November um 17.30 Uhr war die App noch im App Store verfügbar. Denis-Courment geht aber davon aus, dass Apple seinem Wunsch bald entsprechen werde und verweist auf das Beispiel der App GNU Go.