Viren auf dem Mac: So schützen Sie den Apfel vor Wurmbefall

Viren auf dem Mac

Ein Mac fängt sich keine Viren, so lautet ein moderner Mythos.  Doch das stimmt nicht ganz. Mit wachsender Popularität nimmt auch die Zahl der virtuellen Schädlinge zu. Die einzige Hilfe: ein Antiviren-Programm.

Von wegen unantastbar: Der erste Computervirus überhaupt wurde für einen Apple-Computer geschrieben. 1982 programmierte der damals 15-jährige Rich Skrenta ein Computerprogramm namens Elk Cloner, das sich selbstständig auf Apple-II-Systemen verbreitete. Aus IT-Sicht war das aber ein prominenter Ausrutscher. Denn lange Zeit verdankten Apple-Computer ihrem Nischendasein das Ausbleiben von lästiger Schadsoftware. Dem stand eine Armada an Windows-PCs und -Notebooks gegenüber. Es lohnte sich für Hacker schlicht nicht, mit viel Aufwand ein Mac-Virus zu programmieren.

Doch mit dem Umstieg auf Intel-Prozessoren wurden Mac-Computer massentauglich – und damit ein Ziel für Cyberkriminelle. Auchwenn OS X nur wenige Angriffspunkte bietet, führte Apple mit dem Release von Snow Leopard einen Basis-Virenschutz namens XProtect ein. Was kaum jemand weiß: 2010 wurden rund 20 000 Macs durch eine manipulierte Version der Adobe Creative Suite 4 infiziert. Die Installationsdatei stammte nicht aus einem Apple-Store, sondern verbreitete sich über illegale Filesharing-Netzwerke.

Die virenfreie Zeit ist vorbei
Dass Macs für Cyberkriminelle immer interessanter werden, belegen auch neue Erkenntnisse über einen Trojaner-Baukasten namens Weyland-Yutani, der seit Kurzem in einschlägigen Foren für rund 1000 Dollar zum Kauf angeboten wird. Solche Baukastensysteme, mit denen sich mit wenigen Klicks Schadsoftware erstellen lässt, gab es bislang nur für Windows. Mit der Malware lassen sich auf dem Mac des Opfers beispielsweise Tastatureingaben überwachen, um etwa an Log-ins oder Kreditkarteninformationen zu gelangen.

Programme

Bis solche Systeme in die Massenproduktion gehen, ist die Wahrscheinlichkeit,
sich einen Virus beim reinen „Vorbeisurfen“ auf einer Webseite einzufangen, bei Mac OS X noch gering. Der Antivirenhersteller Kaspersky erhielt 2011 nach eigenen Angaben gerademal dreizehn „hauptsächlich aus Indien“ stammende Nutzerberichte über eine Infektion. Bislang sind immerhin vier Trojaner bekannt, die dem System gefährlich werden können.

Apple hat teilweise selbst vorgesorgt und Mac OSX durchaus sicher gemacht. Beispielsweise hindert das System Hacker mithilfe der Sandboxing-Technologie daran, Programme zu beschädigen. Die Technologie legt fest, welche Aktionen Programme auf dem Mac ausführen dürfen und auf welche Dateien sie dabei zugreifen dürfen. Eine weitere Sicherheitsfunktion ist die willkürliche Nutzung
von Bibliotheken, auch Library Randomisation genannt, die verhindert, dass bösartige Befehle ihre Ziele immer an der gleichen Stelle fi nden. Eine dritte Sicherheitsbarriere ist die Funktion zur Verhinderung der Codeausführung namens Execute Disable, die den Arbeitsspeicher des Mac vor Attacken schützt.

Windows-Emulatoren sind Schwachstellen
Trotzdem kommt man im Arbeitsalltag nicht umhin, ein Windows-System zu emulieren. Damit stehen allerdings Viren und Trojanern Tür und Tor off en, um auf der Festplatte des Anwenders ihr Unwesen zu treiben. Denn in solch einem Fall ist der Rechner genauso anfällig für Schadsoftware wie jedes andere Windows-System ohne entsprechenden Virenschutz. Dann hilft auch kein Mac-Virenscanner mehr. Um sich das mühsame Reagieren auf Bedrohungen zu sparen und aktiv etwas für Ihre Datensicherheit zu tun, sollten Sie deswegen auf ein Antiviren-Programm zurückgreifen. Die Hersteller pflegen Ihre Datenbanken täglich und scannen unbemerkt Ihr System nach fiesen Schädlingen ab.

Die Software erkennt Lücken in Ihrem System und schließt sie. E-Mails und eingehende Anhänge werden geprüft, sobald sie im Posteingang landen. Kaspersky für Mac 2011 verzichtet auf Firewalls, Anti-Spam und die Kindersicherung – diese sind bereits im Betriebssystem integriert. Der Verzicht auf den doppelten Einsatz dieser Komponenten sorgt dafür, dass die Anti-Viren-Lösung nur wenige Systemressourcen belegt. Allerdings sollten Sie trotzdem darauf achten, Ihr Mac OS stets auf den neuesten Stand zu bringen.

Denn sonst gilt einmal mehr: Die größte Schwachstelle eines Systems sitzt vor dem Bildschirm. Gerade während unserer Arbeit sind wir darauf angewiesen, Mail-Anhänge zu öff nen und Dateien mit anderen auszutauschen. Oft verbergen sich hinter vermeintlichen Bildern Trojaner. Dass diese auf Ihrem Rechner ihr Unwesen treiben, merken Sie nur, wenn Sie eine Anti-Virensoftware installiert haben. Denn im Gegensatz zu einem Virus, das gezielt Teile eines Systems lahmlegen will, operiert der Trojaner verdeckt, um beispielsweise unbemerkt über ihre Mailadresse Spam zu versenden oder sich in ein Botnetz einzuklinken und andere Webseiten lahmzulegen. Tun Sie also sich und Ihren Kollegen und Freunden einen Gefallen, und legen Sie Schadsoftware einen Riegel vor. Denn auch der schönste Apfel ist vor Würmern nicht gefeit!

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