Verdacht: Apple mit Software-Hintertür auf dem indischen Markt

Indien boomt. Längst nicht mehr nur auf dem Automobilmarkt, sondern auch in der Mobilbranche. Um für den Markt zugelassen zu werden, sollen Apple, der Blackberry-Hersteller RIM und Nokia in ihren Betriebssystemen Hintertüren für staatliche Spionage offen gelassen haben. Das berichtet eine Hackergruppe.

Die “Lords of Dharmaja” berufen sich auf ein internes Schreiben, dass Apple und weitere Smartphonehersteller der Ermöglichung staatlicher Spionage bezichtigt. Über absichtliche Lücken in der Software soll der indische Geheimdienst CBI Zugang zu Daten indischer Bürger bekommen, lautet der Vorwurf.

Es werden schnell Erinnerungen an den deutschen Staatstrojaner wach, der im vergangenen Jahr für ordentlich Furore in der Netzwelt sorgte. Dass Indien keine Probleme mit der flächendeckenden Überwachung seiner Zivilbevölkerung hat, dürfte spätestens seit dem  Zeitpunkt klar sein, als der Kommunikationsminister Kapil Sibal die Vorabüberprüfung sämtlicher Social-Media-Inhalte postulierte. Eine Forderung, die nicht nur aufgrund der unbewältigbaren Masse von Nachrichten an Wahnwitz grenzte.

Die Echtheit des geleakten Dokuments ist noch nicht gesichert. Das Schreiben soll von einem Server des indischen Geheimdienstes stammen. Wie Sueddeutsche.de berichtet, hat Apple nach eigenen Angaben keine Hintertür in seine Software eingebaut. Erweist sich das Dokument als echt, hätte der Konzern aus Cupertino ein Problem von enormer politischer Tragweite.

Immerhin könnte Indien auf diesem Weg Vertreter der US-Regierung ausspionieren. Um die Brisanz zu verdeutlichen, hängten die Hacker ein Mail-Korrespondenz der U.S.-China Economic and Security Review Commission an.

Ein amerikanisches Vorzeige-Unternehmen im Bund mit dem indischen Geheimdienst? Das wäre wahrlich schlechte Presse für Firmenchef Tim Cook. Der IT-Experte Christopher Sogholan erklärte im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, dass es bislang nicht zu solchen Aktionen gekommen sei. Wir halten Euch in jedem Fall auf dem Laufenden.

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