Unter die Haube geschaut: Darum ist das iPhone-Ladegerät so teuer (und so gut)

Klar, Apple-Gerätschaften sind teuer. Aber die Frage ist doch: Sind sie dafür auch besser? Blogger Ken Shirriff hat sich einmal den iPhone-Ladeadapter genauer angeschaut. Und mit genau meinen wir: richtig, richtig genau. Die Erkenntnis: Ja, die Technik ist teuer. Aber: Der Knirps spielt schlicht in einer anderen Liga.

Als er das Gerät öffnete hatte Ken Shirriff eigentlich nur ein Standard-Design erwartet. Eines, auf das Samsung, HTC und andere Hersteller zurückgreifen. Das ist billig. Und hätte belegt, dass Apple ungerechtfertigterweise viel Geld für den Lade-Adapater verlangt. Doch es kam anders.

Nach eingehender Prüfung (36 Absätze über ein Ladegerät!) und dem vollständigen Zerlegen der Apparatur kommt Shirriff zu dem Schluss, dass es sich um eine hochqualitative Stromversorgung handelt, die dazu designt wurde, sorgsam gefilterte Energie abzugeben.

Copyright: Ken Shirriff

Unter anderem hätte Apple viele Vorkehrungen getroffen, um Interferenzen, die beim Ladevorgang auftreten können, auf ein Minimum zu reduzieren. So würde es zu keinen Komplikationen mit dem Touchscreen kommen und ein beim Laden nicht untypisches Summen bei 60 Hz würde eliminiert.

Unscheinbare Elektro-Wundertüte
Ferner hätte der Konzern aus Cupertino einiges unternommen, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Begonnen beim extrastarken Stecker und einem komplexen Schaltkreis, der bei Überhitzung und Überladung umgehend zum Ladestopp führt. Bei den Isolierung hätte Apple laut Shirriff sogar die geforderten Industriestandards übertroffen.

Ergo hat man hier höllisch viel Technik auf kleinstem Raum gezwängt, es dabei aber geschafft, Interferenzen und Überladung zu vermeiden. Es ist ganz klar die Schule von Jobs, der mit solchen Arbeiten “unter der Haube” seine Kollegen regelmäßig in die Verzweiflung trieb. Für den Apple-Gründer war klar: Ein Bauteil muss perfekt sein. Ob es der Nutzer nun zu Gesicht bekommen wird oder nicht.

Copyright: Ken Shirriff

Abgesehen davon zeigt es einmal mehr, dass Apples Ingenieure wahre Miniaturisierungsfreaks sind. Blogger Shirriff kommt zu dem Schluss, dass der Apple-Lader fraglos der beste seiner Zunft ist. Allerdings schätzt er Material- und Produktionskosten auf maximal sechs Dollar. Der Rest sei Marge.