mTrip: Ein Reiseführer, der viel will und kann

Sollte man beim Kauf eines Reiseführers zum Buch greifen oder taugen auch digitale Varianten? Im App Store gibt es zahlreiche Angebote. Wir haben uns die mTrip-Reihe genauer angeschaut, die es aktuell für elf Städte gibt – und haben festgestellt: Die App ist umfangreich, vielleicht zu umfangreich.

Touristen sind von Einheimischen meist leicht zu unterscheiden. Sie laufen langsamer als der Rest der Fußgänger, sie tragen Klamotten, die nicht gut aussehen, dafür aber bequem sind, und sie halten meist ein aufgeschlagenes, verschlissenes Buch in der Hand: den Reiseführer.

Wer sich nicht so leicht als Tourist zu erkennen geben will, der kann zunehmend auch digitale Reiseführer nutzen. Im App Store gibt es zahlreiche Programme. Wir haben uns die eben erschienene Reihe von mTrip angeschaut.

Entwickelt wurde die App von United Navigation aus Ostfildern bei Stuttgart, die Inhalte stammen von Falk Content & Internet Solutions (Falk CIS).

Aktuell stehen Apps für folgende 14 Städte zur Verfügung:
Amsterdam, Barcelona, Berlin, London, Madrid, Paris, Rom, Venedig, Chicago, New York, San Fransisco, Wien, Moskau, Washington.

Wir haben die App für Berlin getestet.

Beim Start der Anwendung werden wir aufgefordert, den Tag der Anreise und den Tag der Abreise einzugeben. Außerdem sollte man den Ort der Unterkunft eintragen, damit die App die Wegstrecken bestimmen kann.

mTrip Reisedaten

Danach gibt man seine Präferenzen für das touristische Programm an, ob man also seine Zeit eher in Museen, an Denkmälern, in Parks oder Kirchen verbringen will. Daraufhin erstellt das Programm Tagespläne mit Informationen zu den einzelnen Punkten und einer Wegbeschreibung.

mTrip Route 4

Den einmal erstellten Listen kann man weitere Besichtigungsziele hinzufügen, bestehende entfernen oder den Routenverlauf ändern.

Die mTrip-App ist sehr umfangreich. Die Auswahl der Berlin-Angebote groß, die Kategorisierungs- und Sortierungsmöglichkeiten zahlreich.

Der Vorteil der großen Auswahl ist aber gleichzeitig ihr Nachteil: Die Anwendung ist komplex und manche Dialogaufforderung unverständlich. Will man die App für einen Wochenendtrip verwenden, ist man gut beraten, sich bereits vor der Abfahrt mit dem Programm zu beschäftigen. Sonst kennt man womöglich am Ende der Reise zwar alle Funktionen der App, hat aber von der Stadt nichts gesehen.

Allerdings: Die App hat gegenüber dem Buch einen wichtigen Vorteil. Sie weiß nämlich, wo man sich gerade aufhält. Wie komme ich, von dort wo ich gerade bin, zur nächsten Attraktion auf meiner Stadtroute? Die App nutzt das GPS-Tool des iPhone und führt einen – Dank hervorragenden Kartenmaterials – übersichtlich durch die Stadt.

Ein weiterer Vorteil: Die App lässt sich ohne Datenanbindung verwenden. Die Informationen (einschließlich Karte) werde beim Kauf der App auf das Handy übertragen und müssen nicht nachgeladen werden. Das ist wegen der hohen Roaming-Gebühren vor allem bei Auslandsreisen von entscheidender Bedeutung!

Fazit: Die App will viel, die App kann viel; wer allerdings nicht bereit ist, Zeit zu investieren, um die App zu verstehen, der greift besser weiterhin zum Reiseführer im Buchformat.