Tim Cook im D10-Interview: Mehr Facebook, mehr Siri-Features [Videos]

Bild: Asa Mathat / All ThingsD.comTim Cook eröffnete gestern die D10-Conference mit einem exklusiven Interview: Im Gespräch mit den Wall-Street-Journal-Kolumnisten Walt Mossberg und Kara Swisher gab derApple-CEO nicht nur Hinweise auf eine kommende Facebook-Integration bei iTunes, sondern versprach unter anderem auch mehr Features für Siri.

Im ausführlichen Interview mit Walt Mossberg und Kara Swisher plauderte Tim Cook unter anderem über seine Arbeit bei Apple, über die Produktionsbedingungen beim chinesischen Zulieferer Focconn, über Steve Steve Jobs, über Patentstreitigkeiten, die Zukunft des Apple TV und vieles mehr. Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst und mit den jeweils passenden Video-Ausschnitten illustriert.

Über seine Arbeit bei Apple

Tim Cook liebt seine Arbeit bei Apple. Ganz klar. Er zeigte sich begeistert, wie innovativ das Unternehmen ist. Außerdem sei Apple sehr gesund aufgestellt. Er liebe jede Minute seiner Arbeit und die Zusammenarbeit mit  – wie er es bezeichnete – den intelligenstesten und innovativsten Menschen.

Steve Jobs sei ein Visionär und ein Genie gewesen, aber er selbst versuche nicht, ihn zu ersetzen. Denn er sei schlicht nicht ersetzbar. Außerdem sei das nie sein Ziel gewesen, sein Ziel sei es hingegen, ein guter Apple-CEO zu sein.

Über das iPad

Tim Cook liebt natürlich auch das iPad. Kein Produkt werde von so vielen verschiedenen Konsumenten- und Altersgruppen gleichermaßen akzeptiert, im Bildungsbereich, als Entertainment-Gerät zu Hause und im Business-Einsaz in Unternehmen.

Er glaube allerdings nicht daran, dass Tablets den PC ersetzen werden. Denn es seien einfach zwei unterschiedliche Produktgruppen. Es sei unmöglich alle PC-Features in ein Tablet zu bauen und es gleichzeitig so schlank zu designen, dass die Leute es als Tablet benutzen und akzeptieren. Allerdings würden die Leute in Zukunft immer mehr Zeit mit Tablets verbringen und weniger mit dem PC.

Über den Mac

Die Mac-Verkäufe liefen sehr erfolgreich, doch es sei nicht das Ziel, jemals Marktführer im Bereich Personal Computer zu werden. Der Mac soll der beste Computer sein, aber nicht der meistverkaufte.

Über Apples internationales Wachstum

Der iPod habe Apple damals vor allem in den westlichen Ländern so richtig bekannt gemacht, darunter auch in Deutschland oder Österreich. Das iPhone hingegen, habe Apple noch ganz andere Märkte eröffnet, darunter im Nahen Osten oder in China oder Russland. Und das iPad wiederum schlage sich ebenfalls in diesen neuen Märkten sehr gut. Doch Apple sei, was das angeht, gerade erstmal im “ersten Inning”.

Über Steve Jobs

Er habe viel von Steve Jobs gelernt, so Tim Cook im Gespräch. In erster Linie, dass man sich auf wenige wichtige Dinge konzentrieren sollte, sowohl im Business als auch im Privatleben.

Steve Jobs habe ihm außerdem noch vor seinem Tod zu Hause ganz klar gesagt, dass er sich nie fragen soll “Was hätte Steve gemacht?”, sondern immer “das Richtige” tun solle. Und natürlich mache er “das Richtige” anders als Steve. Steve sei extrem sprunghaft gewesen. Er habe seine Meinung manchmal so schnell geändert, dass man gar nicht glauben konnte, dass er am Vortag noch etwas gänzlich anderes gewollt habe. Und das sei eine Gabe und eine Kunst gewesen, da Dinge sich nun mal änderten. Und dazu gehöre jede Menge Mut.

Über Veränderungen

“Wem man viel gibt, von dem wird viel erwartet”, so Tim Cook zum Thema Veränderungen und Apples Charity-Programm. Er sei der Meinung, Apple könne hier noch mehr tun und das sei auch in Steves Sinn gewesen. Auch die Dividende für Aktionäre sei nach wie vor das Richtige, hier könne Apple etwas zurück geben.

Über Transparenz und über China

Apple werde, was die Transparenz gegenüber zukünftigen Produkten angeht, noch weniger offen sein als bislang. Dafür werde es andere Bereiche geben, wo Apple Transparenz sehr ernst nehmen wird. So habe man begonnen, monatliche Reports herauszugeben, statt bislang jährlich. Vor allem im Bereich soziale Verantwortung, der Verantwortung gegenüber Zulieferern und was das ökologische Engagement angeht, hier wolle Apple Vorbild sein.

Über “Made in USA”

Wird es je ein Apple-Produkt mit dem Stempel “Made in USA” geben? Das würde er sich wünschen, so Tim Cook. Außerdem, auch wenn es nicht viele wüssten, die iPhone-Engine würde in den USA hergestellt und auch das Gorilla-Glas sei das Produkt einer Fabrik in Kentucky.

Über Patente

Aus Apple-Sicht sei es wichtig, dass man nicht zum Ideengeber für die ganze Welt werde. Man könne nicht seine gesamte Energie in eine Idee stecken und dann dabei zusehen, wie sie einfach von anderen kopiert werde.

Über das iPhone

Er würde zwar nicht behaupten, dass Apple den Smartphone-Markt dominiert, aber er würde sagen, das iPhone sei das beste Smartphone der Welt. Und das werde auch immer das Ziel bleiben. Was die Betriebssysteme angeht, so gehe es derzeit vor allem um iOS vs. Android, doch das könne sich auch wieder ändern. Apples iOS habe den großen Vorteil, dass es nicht mit einer Fragmentierung zu kämpfen hat, wie es etwa bei Android der Fall ist.

Über Apple TV und iTV

Apple TV sei zwar ein uncharakteristische Apple-Produkt, aber dennoch viel mehr als ein Hobby. Die Verkaufszahlen seien gut, auch sei die Kundenakzeptanz extrem gut. Das TV-Business sei ein interessanter Markt und man werde sehen was da kommt, aber momentan sei das Apple TV der richtige Weg. Apple werde das weiter ganz genau beobachten und sich dabei immer fragen: “Können wir in diesem Bereich die Schlüsseltechnologie liefern? Können wir uns entscheidend von der Konkurrenz abheben? Können wir ein Produkt machen, dass wir alle haben wollen?” Apple TV sei toll, aber eben ein Produkt bei dem man sehen muss, wo es noch hingeht oder hingehen kann.

Über Facebook und Ping

“Ich denke die Beziehung zwischen Apple und Facebook ist sehr solide”, so Tim Cook. “Wir haben großen Respekt vor Facebook und könnten mehr gemeinsam machen, hier lohnt es sich dran zu bleiben.” Nur weil man verschiedene Ansichten habe, könne man ja dennoch zusammen arbeiten. “Apple muss kein eigenes Soziales Netzwerk haben. Aber muss Apple Social Media-Erfahrungen bieten? Ja!” Apple habe ja zum Beispiel Twitter in iOS und Mac OS integriert, auch seien iMessage und Game Center soziale Anwendungen. (…) Ping habe man ausprobiert und festgestellt, das sei nicht das Ding in das die Apple-Kunden viel Energie stecken möchten. “Aber werden wir Ping killen? Ich weiß es nicht. Wir werden sehen.”

Über Siri

“Kunden lieben Siri. Sie ist eine der beliebtesten Anwendungen auf unserem gefragtesten iPhone.” (iPhone 4S, Anmerkung der Redaktion) “Aber da kommt noch mehr und da arbeiten derzeit jede Menge Leute dran. Ich denke Sie werden begeistert sein, was da bei Siri in den nächsten Monaten noch kommen wird.” (…) Was Siri ja vor allem ausmacht, ist, dass sie eine eigene Persänlichkeit hat.”

Über den Konkurrenzkampf mit Spielekonsolen

“Wir sind bereits Teil des Gaming-Markts, allerdings eben nicht auf dem großen Bildschirm, so wie Sie das jetzt meinen. (…) Ich bin nicht unbedingt daran interessiert am klassischen Konsolenmarkt teilzunehmen.”

Auf die Frage nach einem TV-Gerät mit Gaming-Qualitäten

“Das könnte interessant sein.”