The Feed: Schöner RSS-Reader mit Potenzial

The FeedThe Feed (kostenlos, iTunes-Link) ist ein neuer RSS-Reader für das iPad. Er ist schön, und er versucht sich an einer alternativen Navigationslogik. Das gelingt ausgesprochen gut. Schwächen hat der Feed-Reader an anderer Stelle.

RSS-Reader gibt es im App Store reichlich. Das ist gut so. Wünsche und Anforderungen der Nutzer an einen Feed-Reader sind unterschiedlich. Den einen ist ein ansprechende Optik am wichtigsten, andere wollen ihre Feeds vor allem offline lesen können. Unsere Erfahrung: Es gibt kein Reader, der alle Anforderungen zur vollen Zufriedenheit erfüllt.

RSS-Reader im App Store

Die Unterschiede liegen oft nur im Detail. Aber wer ein intensiver  RSS-Leser ist, für den sind auch kleine Unterschiede gravierend.

Denn er ruft seine Lese-App häufig auf. Täglich, manchmal stündlich. Der liest im RSS-Reader meist schnell, liest quer. Was ist es Wert gelesen zu werden? Was kann ohne Verlust übersprungen werden? Ein guter RSS-Reader unterstützt den eigenen Wunsch nach Schnelligkeit und Übersicht. Ein Umweg bei der Navigation, ein kleiner Bug – bei stetiger Nutzung wird daraus ein dauerhaftes Ärgernis.

Der Reader unseres Vertrauens ist aktuell MobileRSS (3,99 Euro, iTunes-Link für iPad; 2,39 Euro; iTunes-Link für iPhone/iPod touch) – sowohl auf dem iPhone als auch auf dem iPad. Es ist der einzige Reader, der uns wirklich zufrieden macht.

Mit einer kleinen Ausnahme: die Optik. Da haben Apps wie Reeder (3,99 Euro, iTunes-Link für iPad; 2,39 Euro, iTunes-Link für iPhone/iPod touch) oder River of News für das iPad (2,99 Euro, iTunes-Link) die Nase vorn. Aber beide Reader arbeiten nicht zuverlässig. Beide neigen bei einer Vielzahl von Feeds zum Einfrieren und Abstürzen.

Mit anderen Worten: Der neue RSS-Reader The Feed (kostenlos, iTunes-Link) von Ocean Observations kommt uns gerade Recht. Weil die Macher aus Stockholm Wert auf das Design gelegt haben.

The Feed - App für das iPad

Außerdem erfrischend an der App: Sie folgt einer neuen Navigationslogik. Es fehlt die bei den meisten RSS-Apps übliche links-rechts-Anordnung: links die Ordner/Feeds, rechts die Darstelltung der Inhalte.

In der App The Feed ruft man Ordner und Feeds über einen Button links unten auf. Die legen sich dann über die Posts.

The Feed - Darstellung Ordner und Feeds

Das macht durchaus Sinn, weil man bei der Auswahl sowieso nicht die Posts lesen möchte.

Der Funktionsumfang der App ist noch überschaubar. So lässt sich beispielsweise die Schriftgröße nicht verändern.

The Feed - Funktionen

Das ist nicht weiter schlimm, auch weil sich der Funktionsumfang mit kommenden Versionen sicherlich erweitert wird.

Was aber die App aktuell zur täglichen Verwendung untauglich macht:

1) Es fehlt die Information über die  Zahl der ungelesenen Posts in einem Feed. Die ist für uns notwendige Orientierung beim RSS-Lesen.

2) Ganz offensichtlich klappt die Synchronisation mit Google Reader unzureichend. In unserer App werden zahlreiche Feeds ohne neue Posts angezeigt, was nachweislich nicht stimmt.

The Feed - fehlende Feeds

Fazit: Nach dem Update ist vor dem Update. Die Macher haben noch Arbeit vor sich. Sie könnte sich lohnen.