Telefonkonferenz zum Barvermögen: Was Apple mit seinem Geld kaufen könnte

Apple hat kurzfristig für 14 Uhr deutscher Zeit eine Telefonkonferenz angekündigt. Thema soll das Barvermögen des Unternehmens sein, das sich derzeit auf rund 100 Milliarden Dollar vermehrt hat. Es scheint als würde Tim Cook endlich etwas von Geld ausgeben wollen – mit der hübschen Summe in der Hinterhand lässt sich so einiges anstellen. Ein paar Beispiele.

Mit dem Aktienkurs von Apple steigt auch der Wert des Unternehmens weiter an. Gleichzeitig erwirtschaftet der Konzern jedes Quartal Gewinne in Milliardenhöhe, die sich inzwischen zu rund 100 Milliarden Dollar Cash addiert haben. Sehr konservativ und eher langweilig wäre es, wenn Apple zum ersten Mal seit 1995 eine Dividende an seine Aktionäre auszahlen würde – die würde es immerhin freuen. In die gleiche Kategorie fiele ein denkbarer Aktienrückkauf, der sich trotz des hohen Kurses des Wertpapiers lohnen könnte, da der Kurs noch weiter steigen soll.

Kaufen, Kaufen, Kaufen

Interessanter wären da schon Firmenübernahmen: Vergleichsweise günstig wären Start-Ups zu haben, wie etwa die Hersteller der Lichtfeldkamera Lytro, die schon Steve Jobs beeindruckt haben soll. Mit einem Griff in die Portokasse ließen sich aber auch nervige Mitstreiter, wie die klagefreudigen Chinesen von Proview, die selber nicht gerade in Geld schwimmen sollen, ruhig stellen.

Aber mit den 100 Milliarden könnte sich Apple auch an die Großen der Branche wagen. Um Samsung komplett zu übernehmen, dürfte das Geld zwar nicht reichen, aber eine schon stark von Apple genutzte Sparte wie die Chip-Fertigung oder Display-Produktion dürften drin sein.

Vielleicht steht Tim Cook aber auch der Sinn nach einem eigenen sozialen Netzwerk. Facebook geht ja gerade an die Börse und soll zufällig rund 100 Milliarden wert sein. Apple könnte natürlich auch sein Geschäftsmodell breiter aufstellen. Das Barvermögen würde zum Beispiel für die gleichzeitige Übernahme von BMW und Mercedes-Benz ausreichen.

Die soziale Ader

Schön wäre auch, wenn Apple seine soziale Ader ausbaut und neben großzügigen Spenden auch bei der Ausschüttung von Gewinnen nicht nur seine Aktionäre, sondern auch die Mitarbeiter und Kunden im Blick hat. Ausgaben, die im ersten Moment keinen Vorteil bringen, aber langfristig das Ansehen des Konzerns steigern könnten.

Sowohl die Mitarbeiter von Foxconn, die iPhone, iPad und Co. zusammenbauen als auch die Verkäufer in den Apple Stores auf der ganzen Welt, hätten sicherlich nichts gegen eine Lohnerhöhung einzuwenden. Gleichzeitig wäre noch genug Geld vorhanden, um die Preise der Produkte zu senken. Vor allem im Tablet-Bereich könnte Apple die Konkurrenz unter Druck setzen und die eigenen Verkaufszahlen erhöhen.