Tablet-Wars: Apple: 1 – HP: 0

iPad TouchpadDas iPad sei schuld: Hewlett Packard stampft sein Tablet “TouchPad” ein. Was nach einer rein strategischen Entscheidung klingt, hat aber ein sehr viel handfesteren Grund.

Léo Apothekers Worte waren drastisch und wahr: “Der Tablet-Effekt ist real”, verkündete der Deutschland-Chef von Hewlett Packard (HP). Smartphones und Tablets haben längst ihren Siegeszug angetreten. Und HP hat ihn anscheinend verschlafen. Die Konzernstrategie soll grundlegend verändert werden. Der Verwaltungsrat habe bereits der Prüfung alternativer Strategien für die PC-Sparte zugestimmt, erklärte Apotheker heute vor Journalisten. Dieser Prozess soll zwölf bis 18 Monate dauern.

Dazu gehört auch, dass HP die Produktion des erst vor sieben Wochen vorgestellten Tablet Computer TouchPad einstellt. Die Verkaufszahlen des hauseigenen Tablet-PC TouchPad hätten die Erwartungen allerdings nicht erfüllt, begründete der HP-Chef das schnelle Aus für den Tablet-Computer. Aufgeben wird HP auch das Geschäft mit Handys mit dem webOS-Betriebssystem, das 2010 mit dem Kauf des Unternehmens Palm an HP ging. Immerhin am Drucker-Geschäft wolle man noch festhalten. Für die Abkehr vom PC-Geschäft seien nicht nur die rückläufigen Verkaufszahlen aufgrund der schlechten Wirtschaftslage verantwortlich, sagte Apotheker. Vielmehr gebe es einen grundsätzlichen Wandel bei der PC-Nutzung durch die Verbraucher.

HP killt seinen iPad-Killer
Was Apotheker nicht verraten hat, will aber The Next Web erfahren haben. Unter Berufung auf mit dem Projekt vertraute Insider soll die Redaktion erfahren haben, dass das Entwickler-Team um das TouchPad einen Speedtest veranstaltet hat. Dazu hackten die Ingenieure ein iPad, um darauf HPs webOS zu testen. Das bittere Ergebnis: Das Apple-Tablet führte das Palm-Betriebssystem besser aus als die eigentlich dafür designte Hardware. Annähernd doppelt so schnell. Und das in der reinen Browserumgebung von Safari.

Dieser herbe Dämpfer könnte der berüchtige Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen brachte. Der Rest ist spätestens seit heute Geschichte. Genauso wie das TouchPad und sein Betriebssystem.