Storage: 12 Möglichkeiten der Kostendämmung

Speichersysteme sind kostenaufwändig. Das zumindest ist in vielen Unternehmen der Fall. Dabei ist nach Meinung des Experton-Group-Analysten Luis Praxmarer die Kosteneinsparung mit nur wenigen Maßnahmen möglich. Wenn man nur 12 Tipps beherzigt, sollen bis zu 50% der Storage-Kosten gesenkt werden können.

Speichersysteme in Unternehmen werden laut Luis Praxmarer schon viel zu lange nur schlecht oder ungenügend optimiert. Dabei könnten die Speicherkapazitäten verdoppelt und die Kosten dafür halbiert werden, wenn man einiges bei der Einführung und Wartung beachtet. Praxmarer geht sogar noch einen Schritt weiter: IT-Verantwortliche können seiner Ansicht nach den größten Anteil der Speichererweiterungen selbst finanzieren. Die Geräte amortisieren sich dann schon nach einem Jahr. Dies gelingt schon allein durch eine effizientere Auslastung der vorhandenen Speichermöglichkeiten sowie die Berücksichtigung der 12 folgenden Tipps:

1. Besseres Content Management

In vielen Firmen werden immer noch 60 Prozent des vorhandenen Speicherplatzes entweder gar nicht oder schlecht genutzt. Falsch genutzter, verwaister oder überbeanspruchter Speicherplatz (das mach immerhin 30 % des Gesamtspeicherplatzes aus) wird meist gar nicht entdeckt. Ein besseres Content Management kann hier Abhilfe schaffen.

2. Kompression

Daten und Aufzeichnungen, die wegen gesetzlicher Vorschriften aufbewahrt werden müssen, sollten ausschließlich mit Hilfe von verlustfreien Techniken wie zip komprimiert werden.

3. Clouds und Pools

Mitunter kann mit Hilfe von Cloud Storage der in einem Unternehmen erforderliche Speicherbedarf reduziert werden. Sinnvoll ist das für Entwicklungs- und Test-Systeme sowie für Backups.

4. Deduplizierung

Durch Deduplizierung lassen sich redundante Daten vermeiden. Bei erfolgversprechender Anwendung lassen sich Einsparungen von bis zu 22:1 erzielen. Es gibt 4 Deduplizierungs-Methoden: Inline, Post-Process, Quell- und Ziel-Deduplizierung.

5. Golden Records

Der Wechsel zu verteilten Computing-Umgebungen, bei dem eine Shared-Nothing Storage-Architektur zum Einsatz kommt, führt zu mehreren Datenbank-Kopien; von häufig genutzten Datenbanken existieren dann bis zu 50 Kopien.

6. Leasing/Kürzere Refresh-Zyklen

Die Speichertechnologie ändert sich rasant. In den letzten fünf Jahren hat sich die Dichte um das 2,5fache verbessert, der Strombedarf konnte um über 90 % gesenkt werden. Kürzere Refresh-Zyklen bergen deshalb in vieler Hinsicht Kostensenkungspotenziale.

7. Mainframe als Datenbank-Server

Anders als die verteilte Shared-Nothing Storage-Architektur setzen Mainframe-Server auf einer gemeinsam genutzten (Shared) Storage-Architektur auf. So muss von jeder Datenbank nur eine Kopie vorhanden sein, was den Kapazitätsbedarfs um bis zu 80 % senkt.

8. Neue Storage Management Lösungen

Herkömmliche Speicherplattformen besitzen keine hoch entwickelten, modernen Storage Management Tools. Deshalb steigt mit zunehmender Speicherkapazität proportional auch die Zahl der Administratoren. Neuere Plattformen bieten automatische Management-Fähigkeiten, was das Verhältnis verbessert.

9. Snapshots

Nutzt man Snapshot-Kopien für die Datensicherung, den Datenschutz und das Testen kann die Speicherkapazität um bis zu 80 % reduziert werden. Vor allem bei Datenbanktests kann das sehr hilfreich sein.

10. Tapes

Die meisten Daten werden innerhalb von 30 bis 90 Tagen nach Erstellung abgerufen. Je älter die Daten aber werden, umso unwahrscheinlicher ist ihre erneute Abfrage. Speicherbänder kosten weniger als ein Zehntel als die Plattenspeicherung (ca. 0,02 US-Dollar/GB), dabei verbrauchen sie nicht einmal ein Hundertstel der Energiekosten.

11. Thin Provisioning

Mit Thin Provisioning über gemeinsam genutzte Speicher-Pools kann die Speicherkapazitäten durch die Zuweisung von Datenblöcken nach Bedarf aufgestockt werden. Weniger Speicherplatz bleibt so ungenutzt.

12. Tiering und SSD

Einige Storage-Plattformen bieten automatisches Storage-Tiering an. Als Faustregel gilt eine Preisdifferenz zwischen den Tiers von 2:1, was durch den Einsatz von Flash oder Solid State Drives (SSDs) weiter erhöht werden kann. Storage Tiering mit mindestens drei Storage-Tiers kann die Speicherkosten erheblich senken.