Die Zukunft des Personal Computings: Steve-Jobs-Rede von 1983 aufgetaucht [Audio]

Im Internet ist eine alte Rede von Steve Jobs aufgetaucht, in der er mit fast schon hellseherischen Qualitäten einen Blick auf die Zukunft des Personal Computings wirft. Ein Audio-Fundstück, das als Zeugnis dient für einen brillianten Visionär.

Das mittlerweile fast 30 Jahre alte Gespräch wurde veröffentlicht durch das Center for Design Innovation und wurde 1983 während der International Design Conference in Aspen aufgezeichnet.  Steve Jobs war damals noch in seinen 20ern und äußerste sich ausführlich darüber, wie PCs die Zukunft und die Welt verändern würden.

iPhone-Pläne bereits 1983?

Das Interview ist ein Beispiel dafür, welch genialer Vordenker Steve Jobs war. Bereits vor 30 Jahren war er sich sicher, dass die E-Mails unser Kommunikationsverhalten maßgeblich verändern würden und dass wir eines Tages in der Lage sein würden, mit Mobilfunkgeräten auf völlig neue Art und Weise miteinander und mit dem Gerät zu interagieren. Bemerkenswert: Bis zur Vorstellung des iPhone Classic (auch iPhone 2G genannt),  dauerte es immerhin noch satte 24 (!) Jahre, nämlich bis zum 9. Januar 2007.

iphone-2G-Classic (Bild: Apple)

 

In dem rund 20 Minuten dauerenden Gespräch fasste Steve Jobs den damaligen Stand des Personal Computings zusammen und prognostizierte einen großen Boom für Heim-PCs. Er ging außerdem davon aus, dass die ersten Computer nicht gerade durch ihr Aussehen und Design überzeugen würden. Auch damit lag Jobs goldrichtig, wenn man die beigen Kästen der 80er- und Anfang der 90er-Jahre betrachtet, insbesondere  auch der Apple II:

Apple II (Foto: Apple)Steve Jobs’ Worte dazu:

“One of the reasons I’m here is that I need your help. If you look at computers, they look like garbage. All the great product designers are off designing automobiles or off designing buildings. But, hardly any of them are designing computers.” (deutsch: Einer der Gründe, warum ich hier bin, ist, dass ich Eure Hilfe brauche. Wenn man sich die Computer anschaut, dann sehen sie aus wie Müll. Alle guten Produkt-Designer kümmern sich nur um Autos und Gebäude, aber kaum einer designt für Computer.”

Steve Jobs’ Vision eines “guten Designs” beinhaltete allerdings bereits damals nicht nur ein schickes Äußeres, sondern for allem ein benutzerfreundliches User Interface. Gegen Ende des Gesprächs wagte Steve Jobs noch einen weiten Blick in die Zukunft und spricht über den möglichen Einsatz von künstlicher Intelligenz und “Predictive Computing”.

Ein MIT-Projekt als Wegbereiter für Google StreetView

Weiterhin sprach der Apple-Gründer über ein damaliges MIT-Experiment, das wohl die Vorstufe für Googles Street View gewesen sein dürfte:

“MIT came out to Aspen 4 or 5 years ago…with a truck with a scanner on it, and they went down every single street and every single intersection…and photographed all of the buildings. And got this computer and a video disc and hooked them up together. And on the video screen, you see yourself looking down the street. And you touch the screen and there are arrows on the screen “walk forward” and it’s just like walking down the street…it’s an electronic map.”

(deutsch: Das MIT kam vor vier oder fünf Jahren mit einem Projekt nach Aspen, das bestand aus einem Truck mit einem Scanner auf dem Dach. Und sie fuhren damit durch jede einzelne Straße und über jede Kreuzung, fotografierten alle Gebäude. Dabei war ein Computer mit einer Video-Disc. Auf dem Video-Bildschirm konntest Du dann dich selbst sehen, wie Du auf die entsprechende Straße schaust und Du konntest den Bildschirm berühren und etwa auf “Vorwärts laufen” klicken. Das ist wie wenn man tatsächlich die Straße entlangläuft, es ist eine elektronische Straßenkarte.”)

Ferner erklärte Steve Jobs, dass ihm Bücher in der Schule immer dabei geholfen hätten, direkt von den großen Denkern zu lernen (er nannte Plato und Aristoteles als Beispiele), anstatt nur eine (gefilterte, ungenaue) Interpretation zu erhalten. Das Problem, so Jobs, sei es, dass große Denker nicht mehr zur Vefügung stünden, sobald sie tot seien. Eine Lösung sei etwa ein Computer, der diese Daten speichern kann und diese in Form einer künstlichen Intelligenz zur Verfügung stellen könne.

[Via The next Web]