Speicher fast voll: iOS 5 löscht Anwenderdaten

Apples neues mobiles Betriebssystem iOS 5 bietet nach Zählung des Herstellers über 200 neue Funktionen gegenüber dem Vorgänger. Doch nicht alle Neuerungen rufen positive Reaktionen hervor. Eher negativ betrachten zum Beispiel App-Entwickler und Nutzer, dass iOS 5, wenn der Speicherplatz knapp wird, ohne Nachfrage eigenmächtig Daten in bestimmten Verzeichnissen löscht.

Um bei Speicherknappheit Platz für neue Daten zu schaffen, löscht iOS 5 selbstständig die Inhalte in den Cache- und Temp-Ordnern. Eigentlich keine schlechte Idee, da die dortigen Daten nicht für eine dauerhafte Speicherung vorgesehen sind. Allerdings nutzen einige Apps wie Instapaper die Verzeichnisse, um Daten für die Offline-Nutzung abzulegen, die aber nicht mit iTunes synchronisiert werden sollen. Das Betriebssystem fragt den Nutzer vor dem Löschen nicht, sondern blendet nur unter den betroffenen Apps kurz den Hinweis “Cleaning…” ein.

Entdeckt hat die Löschfunktion Marco Arment, der Entwickler von Instapaper, einer App zur Speicherung von Lesezeichen, um Webseiten zum späteren Lesen vorzumerken. Nutzer der Anwendung beschwerten sich, dass ihre Lesezeichen verschwunden waren. So begab sich der Programmierer auf Fehlersuche und entdeckte, dass iOS 5 die Daten gelöscht hat.

Nach Angaben von Arment sind von der Datenlöschung alle Apps betroffen, die ihre Inhalte zum Beispiel aus Zeitgründen nicht über iTunes synchronisieren. Der Instapaper-Entwickler fordert von Apple jetzt einen neuen Speicherort für Daten, die nicht via iTunes und in der iCloud gesichert werden. Alternativ bliebe den App-Entwicklern nur die Freigabe der Daten zur Synchronisierung.

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