SkyDrive, Dropbox, Google Drive: Kostenloser Cloudspeicher für iPhone und Co.

Der Kampf um die Cloud geht in die heiße Phase: Platzhirsch Dropbox bekommt Konkurrenz von Google. Und auch Microsoft verpasst seinem Skydrive ein Update. Für den Nutzer bedeutet der “Clash der Clouds” mehr Komfort und vor allem mehr kostenloser Speicherplatz. m-magazin verrät, wie Sie gratis an mehr Gigabyte kommen.

Google soll noch in diesem Monat mit seiner Volks-Cloud “Google Drive” an den Start gehen, heißt es. Laut TheNextWeb verspricht der Suchmaschinenkonzern zu Beginn kostenlose fünf Gigabyte Speicher in der Datenwolke, auf die mit dem Mac und über eine App auch mit iOS-Geräten zugegriffen werden kann.

Die News gilt also so gut wie gesichert. Denn TechCrunch bekam sogar einen Downloadlink zum Mac-Programm zugespielt, konnte den Dienst allerdings noch nicht nutzen. Seit Dienstag hat Google außerdem den Speicher seiner Google Docs auf fünf Gigabyte angehoben. Ein weiteres Indiz dafür, dass die Google-Cloud bald live gehen dürfte.

Dropbox vereinfacht Sharing für Nicht-Nutzer

Offenbar als Reaktion auf diese Gerüchte ging Dropbox nun in die Offensive. Zwar erhöht der Cloudanbieter nicht seinen freien Speicherplatz von zwei Gigabyte auf fünf Gigabyte. Allerdings hat das Unternehmen seine Sharing-Funktion für Nicht-Nutzer überarbeitet.

Bislang musste Dateien, auf die auch Nicht-Nutzer Zugriff haben sollten, in einem öffentlichen Ordner abgelegt werden. Mittlerweile reicht es, den Pfad zu einer bestimmten Datei weiterzuleiten. Deaktiviert man die Freigabe, ist der Link nicht mehr aufrufbar. Das Unternehmen bietet an, den Speicher gegen Gebühr auf 50 oder 100 Gigabyte aufzustocken.

Das muss aber nicht sein. Denn Dropbox belohnt treue Nutzer. Seit dem Februar bekommen User für jede Empfehlung an Bekannte, die sich daraufhin einen Dropbox-Account zulegen, 500 Megabyte zusätzlichen Speicherplatz. Wer über einen Pro-Account verfügt, bekommt sogar ein Gigagbyte für jede erfolgreiche Empfehlung.

Microsoft launcht Mac-App für Skydrive

Auf iPhone und iPad lässt sich Dropbox mittels App nahtlos einsetzen. Die Navigation innerhalb der Anwendung ist intuitiv und läuft stabil.

Um nicht den Anschluss zu verlieren, hat Microsoft am Montag außerdem ein Update seiner iOS-App bereitgestellt und eine App für Mac OS vorgestellt. Damit lassen sich Dateien im Stil der Dropbox verwalten. Die iOS-App unterstützt das hochauflösende Display des neuen iPads und den Zugriff auf die Cloud über Apps von Drittanbietern.

Interessant: Microsoft bietet sein Skydrive kostenlos mit sieben Gigabyte Speicher in der Wolke an. Bislang ließ sich dieser auf Mac und iPhone bzw. iPad nur umständlich nutzen, allerdings mit 25 Gigabyte kostenlosem Speicher. Die Zeiten sind vorbei. Für 20 zusätzliche Gigabyte muss der Nutzer acht Euro zahlen. User, die den Service schon vor der Umstellung nutzten, können auch weiterhin 25 Gigabyte kostenlos anfordern.

Telekom bietet 25 Gigabyte kostenlos

Genauso viel kostenlosen Speicher bietet ferner die Telekom mit seiner TelekomCloud an. Die ComputerBild lobte in einem Vergleichstest vom Februar den komplett verschlüsselten Datenverkehr und sah das Angebot der Telekom noch vor Apples iCloud, die den Zugriff auf Nutzerdaten nur für jeweils einen Nutzer erlauben würde.

Das stimmt auch zu Teilen. Denn die Apple-Cloud ist zwar ein Cloudspeicher, fungiert aber in erster Linie als Synchronisierungplattform zwischen mehreren Geräten eines Nutzers. Fünf Gigabyte sind für den automatischen Abgleich von Apps, Dokumenten, Bildern und Notizen sowie Adressen und Kalendereinträgen kostenlos. Für zehn Gigabyte zusätzlichen Speicherplatz werden 16 Euro pro Jahr fällig, 20 Gigabyte kosten 32 Euro, 50 Gigabyte schlagen mit 80 Euro zu Buche.

Dropbox noch vorn, Microsoft und Telekom mit guten Chancen

Fazit: Die iCloud bleibt auf Dauer unersetzlich für iPhone- und iPad-Nutzer. Der Dienst arbeitet komfortabel im Hintergrund. Bei den reinen Cloud-Anbietern hat Dropbox momentan die Nase vorn. Die App funktioniert auf iPhone, iPad und iPod touch tadellos. Viele Apps von Drittanbietern lassen außerdem den Zugriff auf den Cloudspeicher zu. Allerdings ist der freie Speicher mit zwei Gigabyte noch recht gering gehalten.

Derzeit lohnt ein ausgedehnter Blick auf Microsofts Skydrive. Mit den neuen Features für iOS-Geräte und der Mac-App macht Microsoft seine sieben Gigabyte kostenlosen Speicher auch für Apple-Anhänger bedienbar.

Es ist allerdings fraglich, ob die Entwickler-Community auch die Microsoft-Cloud in seinen Apps nutzt oder User den vielen freien Speicher nur als reines Backup nutzen. Wenn die Telekom ihre App auf für den Einsatz auf iPhone und Co. optimiert, dürfte auch der rosa Mobilfunkriese in Zukunft ein Wörtchen im Cloudmarkt mitzureden haben.

Mindestens 39 Gigabyte Cloudspeicher gratis

Noch ist unklar, ob Google sein “Google Drive” tatsächlich demnächst launcht. Und falls ja, mit viel kostenlosem Speicher. Bleibt es bei den kolportierten fünf Gigabyte, wären im nächsten Schritt die App-Entwickler gefragt. Schaffen diese schnell den Zugriff auf die Google-Cloud, hat der Suchmaschinenkonzern auch auf Endgeräten aus Cupertino eine Chance.

Für Sie bedeutet as: Launcht Google seine Cloud in Kürze, hätten Sie innerhalb kürzester Zeit auf mindestens 39 Gigabyte Speicher in der Datenwolke – zum Nulltarif und mit Zugriff via iPhone, iPad oder den Mac.