Sicherheits-Skandal: Software späht ungefragt Daten von Millionen Smartphones aus

In diesen Momenten kann man froh sein, ein iPhone sein Eigen zu nennen: Offenbar loggt eine bislang unbekannte Software auf Smartphones mit Android, Windows Phone 7 sowie auf Blackberrys ungefragt beinahe jeden Datensatz mit und versendet diesen an ein IT-Unternehmen. Millionen Geräte sind betroffen.

Was der 25-jährige Trevor Eckhart herausgefunden hat, dürfte die Android-Szene noch etliche Wochen und Monate beschäftigen: Laut seiner ausführlichen Analyse speichert die Software des IT-Konzerns Carrier IQ, die unter anderem in vielen Millionen Android-Geräten zum Einsatz kommt, so gut wie jede Eingabe, die der User tätigt, mit. Die gespeicherten Daten werden dann wiederum an den Konzern übermittelt. Neben Telefonnumern und Textnachrichten werden auch vermeintliche anonymisierte Sucheingaben mitgeloggt.

Das Unternehmen drohte dem jungen Entwickler bereits mit einer Geldstrafe. Allerdings ließ man davon ab, als Eckhart prominente Unterstützung von der Electronic Frontier Foundation (EFF) bekam. Carrier IQ rechtfertigt sein Vorgehen damit, die Daten in erster Linie zur Qualitätssicherung zu nutzen, wie Wired berichtet.

Dass die gewonnenen Daten weitaus umfassender sind, als es für eine Qualitätskontrolle seitens des Providers von Nöten wäre, beweist Eckhart in einem 17-minütigen Video. So übertragt die Software, die Mobilfunkanbietern Daten zur Messung ihrer Netzqualität liefern soll, auch dann noch Informationen, wenn die normale Telefonverbindung gekappt wurde und nur noch das Wlan zum Einsatz kommt.

Zum Nachteil der User lässt sich die Funktion nicht ohne Programmierkenntnisse deaktivieren. Hier die gute Nachricht für alle iPhone-User: Dieses miese Stück Software kommt auf iPhones und iPads nicht zum Einsatz.

(via Wired)

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