Samsung Galaxy Note im Test: absolut empfehlenswert

Zwei Wochen durfte ich das Samsung Galaxy Note Hardware- und Software-technisch unter die Lupe nehmen. Bereits nach dem Auspacken überkam mich der Aha-Effekt: 5,3 Zoll AMOLED-Display, Dual-Core-Prozessor sowie der S-Pen, der das Smartphone in ein Zeichenbrett verwandelt.

Ausstattung, Hardware

Samsung will Smartphones und Tablets in jeder Größe anbieten – oder einfach beides zusammen. Das neueste Business-Modell ist das Galaxy Note. Es gehört zweifelsohne zu den derzeit am besten ausgestatteten Geräten. Der Bildschirm misst satte 5,3, und das hochauflösende Super-AMOLED-Display stellt 1.280 x 800 Bildpunkte auf. Der Dual-Core-Prozessor hat eine Taktfrequenz von 1,4 Gigahertz. Neben WLAN 802.11n, UMTS ist auch Bluetooth mit an Bord. Auf den neuen Standard 4G muss man allerdings hierzulande verzichten. Was mir besonders gefällt, ist der 16 Gigabyte große Speicher, der wie gewohnt mit bis zu 32 Gigabyte via microSD aufgerüstet werden darf.

Keine neue Erfindung, aber perfekt umgesetzt: der S-Pen und die dazugehörige Applikation “Note”. Der S-Pen erinnert stark an den klassischen Stylus und ist ins stabile Plastikgehäuse eingelassen. Er lässt sich im Einsatz auch sehr leicht herausziehen. Der druckintensive Eingabestift besticht auf dem Display mit einer Punktgenauigkeit, die ich bisher bei anderen Geräten vermisst habe. Denn gerade bei Notizen glänzt der Stift mit einer Präzision, wie ich sie bisher nur von Papiernotizen kannte. Ist der S-Pen gezückt, können Notizen geschrieben, Bilder markiert und sogar eigene Zeichnung angefertigt werden.

Als ich auf dem diesjährigen Barcamp in Hamburg, das Note aus meiner Hosentasche zauberte, war zunächst die Aufmerksamkeit auf meiner Seite. Doch einige der Anwesenden konnten mit dem Gadget überhaupt nichts anfangen. “Zu groß”, hörte ich immer wieder. Und sie hatten Recht. Der Anwender sollte definitiv über große Hände verfügen. Doch obwohl einigen die Größe nicht zusagte, überzeugte auch bei anderen privaten Vorführungen die Verarbeitung. Das Gehäuse aus Hartplastik ist geriffelt und lag im Test besonders sicher in der Hand.

Die Größe hat meines Erachtens aber auch einen entscheidenden Vorteil. Denn der 5,3 Zoll große kapazitive Touchscreen überzeugt mit “saugeiler” Brillanz und Farbtiefe. Der immer wieder in Blogs erwähnte Grünstich ist vorhanden. Doch um den störenden Effekt wahrzunehmen, muss der Nutzer aus spitzem Winkel auf das Display schauen – und wer macht das bitte?

Das Galaxy Note in der Praxis

Der gesamte Schnickschnack und die Ausstattung ist nichts wert, wenn das Gesamtbild nicht in der Praxis überzeugen kann. In den zwei Wochen fehlte nur noch ein Tauchgang, um auch den letzten Punkt, die Wasserfestigkeit des Gerätes, zu testen. Davon habe ich aber abgesehen und mich auf das Wesentliche konzentriert .

Das Wichtigste zu Beginn: Der Prozessor gehört zurzeit zu den schnellsten CPUs. Das Samsung Galaxy Note startet prompt und auch im laufenden Betrieb darf sich der Nutzer auf ein hohes Arbeitstempo freuen. Die Akkulaufzeit kann sich trotz Riesen-Display sehen lassen. Ich zähle zu den Vieltelefonierern und konnte über zwei Tage das Gerät nutzen, ohne dabei eine Steckdose aufzusuchen. Während dieser Zeit waren allerdings Surfen per WLAN, UMTS, GPS-Navigation und andere technische Raffinessen deaktiviert. Ist mobil Twitter, Facebook und Surfen angesagt, musste in den Abendstunden eine Steckdose aufgesucht werden.

Ansonsten macht das Arbeiten mit dem Note einfach nur Spaß. Anwendungen wie beispielsweise der Kalender oder Office können mit einer tollen Übersicht genossen werden. E-Mail-Clients zeigen wesentlich mehr Inhalt und Features an – im täglichen Gebrauch ein Muss und tatsächlich eine Hilfe. Auf den kleinen Smartphones finde ich einige Anwendungen zwar nützlich. Doch aktive Eingaben machen hinsichtlich der Faktoren Bequemlichkeit und Übersicht nur auf Tablet, PC oder eben diesem Samsung-Zwitter Sinn. Ebenfalls gut gelungen, ist das bis ins Detail konfigurierbare Energiemanagement. Ich konnte mit den richtigen Einstellungen zwei Tage arbeiten.

Tilt-Shift-Effekt und kleine Probleme des Notes

Herausragend sind die integrierten Kamerafunktionen. Die Fotokamera ist mit Bearbeitungs- und Aufnahmeeinstellungen wie eine vollwertige Digitalkamera ausgestattet. Beispielsweise sei hier der Tilt-Shift-Effekt (Spielzeugland-Effekt) erwähnt. Siehe dazu bitte auch die Bilder im unteren Bereich, die uns Nina zur Verfügung stellte. Ungewohnt ist die Trennung von Album und Kamerafunktion. Gerade bei der schnellen Suche nach gerade aufgenommenen Bildern ist der Spaßfaktor schnell dahin.

Sonstige Probleme? – Ich konnte während der zwei Wochen keine gravierenden Störungen oder Fehler erkennen. Dennoch habe ich eine weitere unabhängige Person kontaktiert, die sich das Note nach einer privaten Vorführung gekauft hat. Nina Galla, PR-Beraterin und Gadget-Freundin aus Hamburg, hat noch ein paar Kleinigkeiten gefunden, die sie persönlich stören. Ihr waren unter anderem die Wecker-Funktionen zu kompliziert. Beispiel: Wecker-Ausstellfunktion. Dort muss der Nutzer einen bestimmten Punkt berühren, um dann mit einem bestimmtem Druck und bestimmter Geschwindigkeit in eine Richtung zu wischen. Passt der Druckpunkt nicht, klingelt der Wecker munter weiter. Gerade morgens empfand sie die geforderte hohe Konzentration als nervig.

Natürlich schaffen bei kleinen Wehwechen zusätzliche Apps Abhilfe. Doch ein wenig Usability hat noch niemandem geschadet. Dennoch ist sich auch Nina sicher, das Note bereichert ihren Alltag, außer es ist gerade acht Uhr in der Früh.

Fazit

Das Samsung Galaxy Noteist meines Erachtens das Smartphone des Jahres 2011. Bereits auf der IFA konnten wir es begutachten und waren begeistert. Im Gegensatz zu anderen Geräten hat es nur Vorteile. Großes Display, schneller Prozessor, Super-AMOLED und natürlich den S-Pen. Im gesamten Testzeitraum konnte ich keinen schwerwiegenden Nachteil erkennen. Selbst die Größe störte mich nach wenigen Tagen nicht mehr. Zuletzt preiste Saturn das Smart-Tablet in einer Aktion für 449 Euro an. Durchschnittlich kostet das Note zirka 485 Euro ohne Vertrag.

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