RSS-App Readable: Die Revolution lässt auf sich warten

Readable-AppInnovative, neue RSS-Apps sind mittlerweile die Ausnahme im App-Store. Readable ist eine solche Ausnahme. Noch führt sie ein Schattendasein im App-Store. Damit sich das ändert, braucht die Anwendung noch ein paar Updates.

Digitale Vielleser schätzen RSS. Die Abkürzung steht für Really Simple Syndication und meint ein vor gut zehn Jahren entwickeltes Dateiformat, das Veröffentlichungen und Veränderungen von Webseiten in eine standardisierte Form bringt.

Mit RSS lassen sich schnell und einfach neue Inhalte erschließen, was gerade auf kleinen Lesegeräten von Vorteil ist, weil mit einem RSS-Feed die Inhalte normiert und mit einem entsprechenden RSS-Reader auf Displaygröße optimiert angezeigt werden können.

Es gibt zahlreiche RSS-Apps im App Store. Unsere Favoriten sind für das iPad River of News (App Store-Link) sowie für alle iOS-Geräte Reeder (App Store-Link) und Mobile RSS HD (App Store-Link).

Wer den populären RSS-Reader von Google als Sammelstelle seiner RSS-Feeds verwendet, der kommt auf dem iPhone auch hervorragend mit der für kleine Displays optimierten Webseiten-Darstellungn zurecht. Auf dem iPhone ist die Webvariante sogar mein Favorit, weil keine RSS-App ohne Schwächen ist. Für das iPad bietet Google leider keine optimierte Webseitendarstellung an. Ich nutze dort meistens River of News.

Bei ifun bin ich gestern auf eine neue RSS-App gestoßen, die ob neuer Funktionen mein Interesse weckte. Readable (0,79 Euro, App Store-Link) heißt die Universal-App, die mit dem Slogan “Look, don’t touch” wirbt.

Die App greift auf die Frontkamera von iPhone und iPad 2 zu und will angeblich die Augenbewegung verfolgen, um erkennen können, wo auf dem Display man gerade liest. Befindet man sich beispielsweise auf dem unteren Teil, soll der Text automatisch weiter srcollen. Zum Aktivieren der Funktion muss lediglich auf ein Button links unten geklickt werden.

Readable für das iPad

Das klingt ziemlich cool, ist es in der Praxis aber leider nicht. Lediglich, wenn man sein Gesicht ganz vom Bildschirm abwendet, bleibt der zuvor scrollende Bildschirm stehen. Bisher ist die sogenannte Face-Detection also nur eine nette Idee.

Die App hat trotzdem das Zeug zum Bestseller. Weil sie Funktionen hat, die anderen RSS-Apps fehlen. So werden die Inhalt zum Beispiel direkt im – von Safari bekannten – Lesemodus (Reader) angezeigt.

Auch gibt es einen Balken, der Orientierung darüber bietet, wo innerhalb eines Textes man sich gerade befindet. Und der automatische Scroll-Modus funktioniert auch ohne Face-Detection. Die Scroll-Geschwindigkeit kann verschnellert und verlangsamt werden.

Readable

Schade nur, dass die Liste der Nachteile Elend lang ist.

Hier eine Auswahl:

  • Die App stürzt ständig App.
  • Die Ordner-Reihenfolge des Google-Readers wird nicht übernommen. Wer viele Ordner hat, der muss sich in der App erst einmal neu orientieren.
  • Obwohl die App die Buttons “All” und “Unread” hat, werden bei der Auswahl von “Unread” fälschlicherweise auch jene Feeds angezeigt, die keine neuen Inhalte enthalten.
  • Webseiten können ausschließlich im Lesemodus und nicht in der Volldarstellung angezeigt werden.

Fazit: Die App taugt nicht. Noch nicht. Doch die Anwendung hat Potenzial. Auch die Optik gefällt. Ich warte gespannt auf die hoffentlich bald kommenden Updates.

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