Revolutioniert Apple jetzt auch noch den TV-Markt?!

Die internationale TV-Branche diskutiert derzeit vor allem über eines: Apples Pläne, in den TV-Markt einzusteigen. Michael Hülskötter vom IT-Blog EnterpriseEfficiency fragt sich, ob Cupertino das Zeug dazu hat, einen bestehenden hart umkämpften Markt aufzurollen? Und kommt zu der Erkenntis, das die Hardware doch nur die zweite Geige spielt.

Man könnte es Apple durchaus zutrauen: auch ohne ihren Vordenker Steve Jobs macht sich der Computerhersteller mal wieder daran, eine Branche komplett umzukrempeln. Die Rede ist von iTV oder wie auch immer sich der Apple-Fernseher nennen wird, den Cupertino angeblich Mitte des Jahres auf den Markt bringen wird. Schließlich zeigte Steve Jobs 2001 mithilfe des iPod, wie man den MP3-Player-Markt revolutioniert.

[nggallery id=itv-concept]

Kurz darauf demonstrierte er, wie der digitale Musikmarkt erfolgreich sein kann. Dann wurde 2007 dank des iPhone klar, wie man die Mobilfunkbranche umkrempelt und erfolgreich macht. Und nun, gut vier Monate nach Jobs’ Tod, verdichten sich die Gerüchte, dass Apple iTV im Sommer (oder Herbst) endgültig erscheinen soll. Posthum quasi, schließlich hat Steve Jobs iTV selbst ersponnen.

Die Frage dabei lautet also: Was wird Apple anders als Samsung, Philips, Loewe und all die anderen machen, wenn es um das Thema Fernsehen der Zukunft geht? Zugegeben, gerade Samsung hat sich früh an den vernetzten Fernseher herangewagt, der via Wifi einen drahtlosen Zugang ins Internet erlaubt, der aber auch Verbindungen zu USB-Festplatten gewährt, auf denen beispielsweise Videos gespeichert werden können, die sich am Fernseher abspielen lassen. Das ist zwar alles ganz nett, aber wie so oft nicht zu Ende gedacht.

Content is King, auch bei Fernsehern

Fairerweise muss man einräumen, dass Apple eine viel bessere Ausgangsposition besitzt als sämtliche TV-Gerätehersteller dieses Planeten zusammen. Denn Apple hat etwas, wovon Philips & Co. nur träumen können: den passenden Content. Und der entscheidet nun einmal über das Wohl und Wehe einer Geschäftsidee.

Und wenn Cupertino im Sommer mit iTV den Fernsehermarkt entert, dann nicht nur mit einem Stück Hardware, das nicht nur sehr schick und modern aussehen wird, sondern das von Anfang an die Inhalte liefert, die die Anwender sehen wollen — vom Blockbuster über TV-Serien bis hin zu allen großen Fernsehsendern mit ihren Mediatheken.

Denn iTV wird auf iOS basieren, zahlreiche nützliche Apps bieten und den vollständigen Zugriff auf den iTunes Store liefern, klar. Und damit entsteht wieder einmal ein neues Apple-Mikrokosmos, der seinesgleichen suchen wird.

Neben den Inhalten, für die Apple mit seinen Content-Partnern gemeinsam sorgen wird, spricht für iTV sicherlich ein weiterer wesentlicher Aspekt, mit dem sich der Apple-Fernseher von der Masse der vorhandenen TV-Geräte unterscheiden wird: die Bedienung. Denn im Gegensatz zu Samsung, Philips und den anderen Herstellern, die nach wie vor auf klobige, schlecht zu handhabende Fernbedienungen setzen, wird bei Apple iTV höchstwahrscheinlich Siri als Steuertechnik zum Einsatz kommen.

Dann ist es vorbei mit dem Suchen des Lieblingssenders oder der neuesten Blockbusters auf DVD mithilfe vieler Knöpfe, von denen man die Hälfte nicht versteht. Dann wird die eigene Stimme zur Remote Control und iTV wird auf Wort gehorchen. Das ist es schleßlich, was Apple seit Jahren am besten versteht und umsetzt: Multimedia muss gut aussehen und funktionieren und dem Anwender das Leben so leicht wie möglich machen. Und deshalb wird Apple mit iTV eine Branche komplett umkrempeln – und dieses Mal sind halt die Fernseher dran.

Dieser Text ist ursprünglich auf EnterpriseEfficiency.de erschienen.

Keine News mehr verpassen. – Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter oder nutzen Sie unseren RSS-Feed!