Beschränkt: Google gibt Android 3.0 Honeycomb nicht frei

Google wird den Quellcode für das neue OS Android 3.0 “Honeycomb” vorerst unter Verschluss halten. Das Betriebssystem sei in erster Linie für Tablets entwickelt wurden und soll laut Google USA für andere Endgeräte “richtig” angepasst werden. Die Open-Source-Gemeinde tobt.

Der Gegenwind ist verständlich, die Maßnahme Googles aber auch. Der Suchmaschinen-Primus hat in den vergangenen Jahren den Quellcode von Android immer veröffentlicht. Das führte aber auch dazu, dass Entwickler das Betriebssystem völlig veränderten – Systemabstürze gehörten zum Alltag. Das Projekt litt gerade in der Öffentlichkeit unter den tausendfachen unkontrollierten Zugriffen.

Microsoft, RIM und Apple in Lauerstellung

Jetzt will Google das Problem an der Wurzel packen und vorbeugen. Ein Sprecher des Unternehmens gab nun bekannt, dass Android 3.0 Honeycomb außerhalb des Tablet-Segments “ebenfalls hinter verschlossener Tür angepasst werden muss”. Hersteller sowie Stammentwickler sollen eine Version zaubern, die grundsätzlich auf jedem Smartphone läuft. Google geht es nach eigenen Angaben nur um die Qualitätssicherung. Diese ist aber auch unvermeidlich mit dem Konkurrenzkampf verknüpft. Microsoft, RIM und Apple warten nur auf schlecht laufende Android-Systeme.

Eine andere Baustelle sind die Hersteller selbst. Seit dem Mobile World Congress in Barcelona überschwemmen sie uns mit Hunderten von Endgeräten unterschiedlichster Spezifikationen. Sie alle wollen, dass das OS Android flüssig auf den Endgeräten läuft. Ein Mamut-Projekt, was strenge Regeln bedarf. Ob die kleinen Entwickler sich das gefallen lassen, bleibt abzuwarten. Grundsätzlich ist das neue Verfahren Googles nachzuvollziehen. Doch der Milliardenkonzern muss aufpassen: Konzerne verzeihen gerne einmal, eine Community dagegen vergisst nie.