Reputationsmanagement für CTOs

Das Problem des CTO ist, dass er meist nur als “Techniker” angesehen wird. Dabei sollten CTOs immer dann mit einbezogen werden, wenn das Prozessmanagement innerhalb einer Firma mitbestimmt werden soll.

Die Rolle von CTOs in Unternehmen ist in den letzten Jahren vor allem durch das Aufkommen des Social Web ein wenig unter Druck geraten. Die Implementierung von Applikationen oder Zugang zu Webtools auf technischer Seite liegt immer noch bei den IT-Chefs, ob und wann eine solche Arbeit aber Sinn macht, obliegt selten der Entscheidung der hoch qualifizierten Techniker. Dabei sollten bei langfristigen Strategieentscheidungen die CTOs vor allem dann mit einbezogen werden, wenn es darum geht, das interne Prozessmanagement innerhalb einer Firme mitzubestimmen. Das Problem ist aber, dass viele CTOs zum einen nur als “Techniker” angesehen werden, zum anderen die CTOs auch wenig dafür tun, ihre Reputation in anderen Bereichen unter Beweis zu stellen. Allein die Schwierigkeit mancher Angestellten zu beschreiben, wo der Unterschied zwischen einem CIO und einem CTO liegt, sollte ein Warnsignal sein.

Steve Hart, CTO von ViaSat Inc., hat in einem kurzen Artikel die Rolle eines erfolgreichen CTOs so beschrieben:

“A CTO is successful if he or she effectively supports and enables the business of the company. The way to do that is to understand how technology is going to impact the business. The CTO can measure effectiveness using the same metrics that are used to measure the business.”

So weit die ideale Ausgangsposition. Vor allem der Punkt, dass ein CTO Einfluss auf die strategische Ausrichtung eines Unternehmens nehmen kann, ist vor allem in mittelständischen Unternehmen mit sehr konservativen Führungsstrukturen wenig bekannt. Dementsprechend müssen CTOs in solchen Unternehmen eine andere Strategie wählen, um ihren Einfluss in der Firma verbessern zu können. Es gibt drei Varianten, die man für eine erfolgreiche Karriere wählen kann.

1. Der Visionär

Neben den Tagesaufgaben, die ein gutstrukturierter CTO auch zu Teilen seinen Mitarbeitern überlassen kann, ist es wichtig, einen Blick auf die weitere Entwicklung der Technologie zu werfen. Dabei geht es nicht mehr nur allein darum, die bestehenden IT-Strukturen auf dem neuesten Stand zu halten, sondern vor allem darum, auch neue technische Lösungsansätze zu finden. Gerade webbasierte Applikationen verdrängen klassische Enterprise-ITs mehr und mehr und hier liegen auch Chancen für die Zukunft. Neue Lösungen und Ideen, die die costumer experience verbessern lassen sich schneller implementieren. Der CTO kann mit seinen Vorschlägen und Ideen also einen großen Beitrag dazu leisten, dass Umsatz und Marktposition eines Unternehmens sich verbessern. Dafür muss er aber selber lernen “out-of-the-box” zu denken.

2. Der Prozessmanager

Zwischen CTO und CIO kann es immer wieder zu Problemen kommen, wenn die Managementstruktur nicht vollends geklärt ist. Wer übernimmt die Administration, wer das Personal und wer ist für die Strategie zuständig? Als CTO kann man proaktiv das Prozessmanagement bestimmen, in dem man eng mit dem CIO zusammenarbeitet. Dafür ist es wichtig, dass man seine eigenen Stärken und die Verankerung im Unternehmen richtig einschätzen kann. Beispielsweise kann ein CTO in einem Unternehmen durchaus strategische Rolle in der IT übernehmen, während der CIO sich mehr um die administrativen Dinge kümmert. Sinnvoll ist diese Trennung durchaus, schafft sie doch mehr Ruhe um Unternehmen, weil Überschneidungen in der Rollenverteilung vermieden werden. Das bedeutet am Ende, dass die Abteilungen sich stärker auf ihre Aufgaben konzentrieren können, statt die Zeit mit Prozessmeetings zu verbringen.

3. Technologie-Manager

Das umfasst die Rolle des „big thinkers“. Nicht die alltäglichen administrativen Entscheidungen oder die Personalführung, sondern allein die Entwicklung neuer Technologien definieren in diesem Fall die Rolle des CTO. Dabei geht es darum neue Technologien zu finden, die die Performance des Unternehmens verbessern. Experimentelle IT, neue Webapplikationen und Cloud-Computing sind hier die Stichworte. Der CTO analysiert neue Möglichkeiten und legt fest, wie und in welcher Form sie in die bestehenden Prozesse integriert werden können. Diese Position führt auch zu einem Change Managementprozess, in dem der CTO direkt an den Vorstand berichtet und seine Lösungsansätze präsentiert.