Protonet: Schnupper-Cloud für kleine Firmen

Gerade kleine Unternehmen stehen häufig etwas ratlos vor den unendlichen Möglichkeiten der Cloud. Die Protonet-Box eines Hamburger Start-ups erleichtert den Einstieg und gibt Firmen Kontrolle über die eigene Private Cloud.

So großartig die Chancen einer Cloud-Infrastruktur auch sein mögen, so viele Fragen wirft sie gerade für kleine Unternehmen auf: Kann meine Firma die ganzen Vorteile überhaupt nutzen? Sind meine Daten für die Cloud geeignet? Wer kümmert sich um den Umzug? Und was ist, wenn ich merke, dass ich die Cloud gar nicht benötige? Eine Antwort auf die vielen Fragen gibt das Hamburger Start-up Protonet, das – quasi zum Warmwerden mit der Cloud – eine kontrollierbare, komfortable und einfach zu installierende Private-Cloud-Lösung anbietet. Kernstück der Lösung ist eine kleiner Würfel: orangefarben, zirka 20 Kubikzentimeter groß und ausgerüstet mit allem, was eine kleine Firma für kollaboratives Arbeiten benötigt.

Die Protonet-Box ist ab Werk mit zwei 2-Terabyte-Festplatten ausgerüstet; bis zu 16 Terabyte sind möglich. Auf dem Gerät läuft eine von Protonet selbst entwickelte Web-Software. Das integrierte Chat-System unterstützt über das lokale Netzwerk öffentliche sowie private Unterhaltung. Und obwohl die Box direkt im lokalen Netz des Kunden steht, lässt sich jeder Protonet-Server über einen Reverse-Proxy des Anbieters auch direkt ins Internet stellen.

Gut gekühlt und leise

Das Network Attached Storage (NAS) verfügt zudem über eine fertige WiFi- und Netzwerkinfrastruktur inklusive Gäste-Wifi und privatem Wifi. All diese Funktionen sollen dank eines eigens entwickelten Kühlsystem nahezu lautlos auf kleinstem Raum laufen. Natürlich können alle gängigen Peripheriegeräte wie Drucker und zusätzliche Speichermedien an die Protonet-Box angeschlossen werden. Der im selbstentworfenen Gehäuse installierte Server läuft unter Ubuntu Server LTS und greift auf eine AMD-CPU mit 1,8 Gigahertz sowie 4 Gigabyte Speicher zurück.

Für nicht versierte Personen ist die Oberfläche vielleicht noch zu technisch. Aber die Entwickler arbeiten derzeit an einer nutzerfreundlicheren Version. Die einzelnen Channels, über die auch kommuniziert wird, verfügen über eine per Drag and Drop befüllbare Dateiablage. Was besonders gefällt: Bereits im Internet liegende Inhalte lassen sich direkt über den Chat einfügen und auf den Server kopieren.

In der Praxis sieht das so aus: Kopiert der Nutzer URLs von Online-Diensten wie Flickr oder anderen Portalen, auf denen sich Inhalte hinter Links verstecken, lädt der Server die dort verlinkten Inhalte in sein eigenes Dateisystem und zeigt sie in der Chat-Oberfläche an. Die Box kommt nach eigenen Angaben mit bis zu 20 Terrabyte an Daten klar und steuert auf Wunsch die Lese- und Schreibberechtigungen. Eine Demo gibt es hier.

Standleitung zum Support

Administratoren werden zwar noch immer benötigt, doch liefert das Unternehmen jede Box vorkonfiguriert an die Kunden aus. Nur wenige Punkte müssen nach eigener Aussage beim ersten Start berücksichtigt werden. Sämtliche Fehlermeldungen sowie Statusberichte übermittelt der Protonet-Server, der dafür einen speziellen System-Channel nutzt.

Zurzeit vertreibt Protonet seinen Kommunikationsserver über ein Leasing-Modell. Die Einrichtung kostet 600 Euro; der Remote-Support, der Zugang zum Reverse-Proxy von Protonet und die Software-Aktualisierungen kosten monatlich 149 Euro. Ist das ein fairer Preis? Würden Sie der Protonet-Box eine Chance geben?

(via)