Pilotprojekt in Österreich: iPad statt Schulbücher

Nachdem Apple bereits eine Schulklasse in Florida mit iPads ausgestattet hat, laufen auch in Europa die ersten Lernprojekte mit dem Tablet an. In Österreich sind jetzt in einer Informatik-Hauptschule und einer Handelsakademie im Burgenland die ersten iPad-Klassen des Landes gestartet.


Im Rahmen des einjährigen Projekts, das von der Pädagogischen Hochschule Burgenland wissenschaftlich begleitet und evaluiert wird, sollen die Voraussetzungen untersucht werden, unter denen elektronische Lerninhalte auf verschiedenen elektronischen Geräten – vom Laptop bis eben zum Tablet- PC – nutzbar sind. Praktischer Nebeneffekt: “Das Abspeichern von Buchinhalten auf dem Gerät erspart den Schülern das Schleppen schwerer Schultaschen mit Atlas und Wörterbüchern”, sagte der Direktor der Hauptschule Jennersdorf, Hannes Thomas, dem Standard.

Die Schule will die iPad-Klasse über drei bis vier Jahre hinweg führen. In der Zeit sollen die Schüler das Gerät in allen Fächern nutzen. Für den Chemie-Unterricht beispielsweise bedeute das ein lebendiges Periodensystem, sagt Thomas. “Wird das Symbol für ein chemisches Element berührt, gelangt man etwa zu Internetdatenbanken oder Anwendungsbeispielen. Zudem kann man etwa mit dem Finger wichtige Textstellen markieren und diese Passagen als Zusammenfassung anzeigen lassen.” Anwendungsbeispiele im App Store sind etwa die Apps Periodensystem for iPad (0,79 Euro, iTunes-Link) oder Merck PSE HD (kostenlos, iTunes-Link; Screenshot).

Mittelfristig, betont Thomas, soll das iPad aber weder Hefte noch Bücher völlig ersetzen. Es liefen aber bereits erste Gespräche mit Schulbuchverlagen über die Erstellung digitaler Inhalte für das iPad.

Auf der Homepage der Schule heißt es, dass die Auswirkungen dieses neuen Mediums schwer abschätzbar seien. “Einig ist man sich, dass mit der Einfachheit und dem direkten Zugang dieses neuen Devices eine wesentlich größere Nutzerschicht angesprochen werden wird, als mit dem herkömmlichen Computer.”

Apple ist an dieser Aktion nicht unbeteiligt. Ein Software-Entwickler arbeitet für die Schule an der Auswahl und Konfiguration von Applikationen, die für die iPad-Klasse genutzt werden können. Im App Store gibt es bereits hunderte Lern-Apps. Die Kosten für das Pilotprojekt iPad-Klasse liegen laut Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur bei 37.000 Euro.