Outsourcing vs. Cloud Computing – wer wird gewinnen?

Outsourcing ist in vielen Unternehmen an der Tagesordnung. Beim Cloud Computing dagegen herrscht vielerorts noch Zurückhaltung. Was unterscheidet die beiden Konzepte voneinander und was ist für welchen Anwendungszweck sinnvoll?

Wenn man sich als Unternehmer diese Frage stellt, dann liegt die Antwort eigentlich auf der Hand. Denn im Grunde ist Cloud Computing nur die logische Weiterentwicklung des Outsourcings, das gerade für SMEs profitabel ist. Was man früher an andere Firmen abgab, das erledigt jetzt das Internet dank größerer Bandbreiten und besserer Server für uns. Allerdings kann die Cloud uns natürlich nur IT-Dienste abnehmen, Rechnungen schreiben, Personal verwalten oder reale Ware ins Lager legen und vieles mehr beherrscht sie hingegen naturgemäß nicht.

Dennoch, wenn es um IT-Services geht, dann sind Cloud Services im Grunde gleichbedeutend zum klassischen Outsourcing. Unterschiede bestehen allerdings in fünf wichtigen Punkten:

  1. Viele Nutzer teilen sich durch die Virtualisierung eine gemeinsame Infrastruktur.
  2. Die Vertragslaufzeiten beim Cloud Computing sind kürzer. Cloud Services laufen eher über Tage und Wochen statt über Jahre oder Monate.
  3. Die kürzeren Vertragslaufzeiten erlauben es, Konzepte einfach auszuprobieren. Die Virtualisierung lastet dabei die Hardware bestmöglich aus, was Kosten und Umwelt schont.
  4. Kapazitäten können kurzfristig hinzugefügt werden oder wegfallen. So lassen sich die Services schnell und flexibel anpassen.
  5. In die Infrastruktur muss nicht weiter investiert werden: Die bisher getätigten Investitionskosten werden in nutzungsabhängige Betriebskosten umgewandelt.
  6. Der Kunde steuert die Dienste und Ressourcen der Cloud einfach über das Internet.

Bei all diesen Vorteilen wird aber oft übersehen, dass beispielsweise Compliance-Regeln den internationalen Austausch behindern. So stehen die Datenschutzgesetze der EU im Gegensatz zum US Patriot Act. Und bislang gab es für diese Gegensätze noch keinen Einigungsansatz. Hinzu kommt, dass viele SMEs sowohl der Cloud misstrauen, als auch dem Outsourcing an sich. Und zu guterletzt sind die Kosten oft ein nicht geringer Hemmschuh. Kleine Unternehmen können kein Geld in langfristig sich auszahlende Projekte investieren, sie müssen von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr denken. Investitionen müssen sich also schnell amortisieren.

Fazit

Bleibt die Frage, ob Firmen outsourcen oder ob sie die Cloud nutzen sollen? Ich bin der Meinung, dass man beides zumindest in Betracht ziehen sollte. Nicht die Frage, welche Methode von beiden gewinnt, sollte sich einem dabei stellen, sondern welche Bereiche sich für das eigene Unternehmen tatsächlich lohnen, outgesourct zu werden. Die IT steht hier immer an erster Stelle, aber es gibt noch viele andere Bereiche, in denen sich Zeit und damit Geld durch Dienstleister außerhalb sparen könnte. Denken Sie doch bei der nächsten Projektbesprechung daran!