Omnifocus für iPad: Die Familie ist komplett (Update: Version 1.0.2 behebt Bugs)

Omnifocus for iPadDie Entwickler von Omnigroup haben sich viel Zeit gelassen, um ihre Organisationssoftware “Omnifocus” nach der Desktop- und iPhone-Variante nun auch aufs iPad zu bringen. Sie wollten ihr erfolgreichstes Produkt bereits beim ersten Aufschlag perfekt machen. Das ist ihnen gelungen. Zumindest fast.

Ein Geständnis vorneweg: Ich bin Omnifocus-Fan! Da ist zugegebenermaßen keine objektive Herangehensweise an einen Test. Aber was soll ich machen: Man kann seine Vergangenheit nicht leugnen. Und in der hat Omnifocus mein Leben organisiert. Erst mit der Desktop-Variante, später mit der dazu passenden iPhone-App. Natürlich hielt ich beide Varianten synchronisiert.

Seitdem arbeite ich mit dem iPhone im Supermarkt die Einkaufsliste ab, die ich zu Hause am Rechner getippt haben, lasse mich an Geburtstage erinnern und organisiere berufliches. Freilich, ich bin auch fremd gegangen. Ich habe zum Beispiel einige Monate mit dem wirklich vorzüglichen, weil einfachen und verständlichen Programm “Remember the Milk” gearbeitet, sowohl mit der Webversion, als auch der  App.  Ich habe auch noch Programme ausprobiert, die billiger waren,  einfacher zu verstehen, ein besseres Design hatten.

Aber ich kam immer wieder zu Omnifocus zurück. Weil kein Programm so umfassend ist. Man kann darauf eben nicht nur seine Einkaufsliste schreiben, sondern auch komplexe Projekte organisieren. Die Regeln der Organisation bestimmt man weitgehend selbst. Grundsätzlich ist Omnifocus zwar für die Getting-things-done-Methode (GTD) entwickelt, aber das Programm lässt einem alle Freiheiten, seine eigene Struktur zu finden.

So viel zur Vorgeschichte. Und jetzt also Omnifocus für’s iPad. Die OmniGroup aus Seattle (von denen es für das iPad auch OmniGraffle und OmniGraphSketcher gibt) hat sich lange Zeit gelassen. Warum, das ist auf ihrem Blog anschaulich nachzulesen. Bei Omnigroup arbeiten Perfektionisten. Und es gab eben immer noch etwas, was noch nicht perfekt war, was noch verbessert und entbuggt werden musste. Sich lieber Zeit lassen und dafür ein gutes Produkt auf den Markt bringen, das ist das Omnigroup-Prinzip. Eigentlich schön.

Aber erfüllt die neue Software auch die selbstgesteckten Ziele?

Zunächst: Wer braucht eigentlich eine Organisationssoftware auf dem iPad? Zuhause oder bei der Arbeit hat man einen Rechner, für unterwegs ein Smartphone. Ehrlich gesagt, ich habe die iPad-Version von Omnifocus bisher nicht vermisst. Freilich, wer kein iPhone hat und viel mit dem iPad unterwegs ist, der wird sich möglicherweise auf die iPad-Version von Omnifocus gefreut haben.

Und um es vorweg zu nehmen. Jetzt, kurz nach dem Test, möchte ich die die App schon nicht mehr missen und hat bereits einen festen Platz auf dem ersten Screen meines iPad.

Doch der Reihe nach. Obwohl sich Omnigroup viel Zeit gelassen hat, ist die App nicht perfekt. Das ist normalerweise nicht verwunderlich bei einer allerersten Version, aber die Messlatte war nun einmal sehr hoch gelegt. Und an ein paar, allerdings wenigen Stellen, reißt Omnigroup die Latte.

So wird man zum Beispiel beim erstmaligen Sync-Prozess (siehe Screenshot) darauf hingewiesen, dass die Daten von Omnifocus for iPad nicht mit den hinterlegten Daten (in meinem Fall bei MobileMe) einer anderen Omnifocus-Version übereinstimmen. Das aber ist ja auch schlicht gar nicht möglich, weil man ja noch gar keine Synchronisation durchgeführt hat. Wer hier unaufmerksam ist, läuft Gefahr, seine gesamten Omnifocus-Daten, die er bisher auf einem anderen Gerät genutzt hat, zu verlieren. Nämlich dann, wenn er den falschen Button klickt und die leere Datendatei von Omnifocus for iPad als relevante Datei auswählt.

erstmaliger Sync bei Omnifocus for iPad

Und noch ein Fehler. Die hilfreiche Möglichkeit, in Safari ein Bookmark zu setzen, um Inhalte aus dem Web mit einem Klick in Omnifocus zu importieren, funktioniert bei mir nicht. Die drei Schritte zur Installation des Bookmarks in Safari sind anschaulich erklärt (siehe Screenshot), aber offensichtlich ist die URL nicht korrekt (Screenshot darunter).

Safari Bookmark für Omonifocus for iPad


Safari Bookmark Bug für Omnifocus for iPad

Zu den positiven Überraschungen.

Design und Funktionalität überzeugen. Omnigroup hat nicht einfach die bestehende Optik aus der Desktop- oder iPhone Anwendung übernommen, sondern hat von Grund auf eine neue App entwickelt. Eine App fürs iPad eben.

Übersicht Omnifocus for iPad

Die App ist aufgeräumt, obwohl die Zahl der Funktionen gewohnt groß ist. Das Prinzip ist einfach: Was wichtig ist, wird groß (etwas der Button zum Hinzufügen einer Aufgabe) dargestellt, selten genutzter Features (zum Beispiel das anfügen eines Bildes aus dem Fotoalbum) sind weniger offensichtlich, man findet sie aber genau dort, wo man sie vermutet.

 

Im Vergleich zu seinen älteren Geschwistern hat die iPad-Variante von Omnifocus sogar ein paar extra Features. Was uns besonders gut gefällt: Die Voransicht der fälligen Aufgaben der kommenden Tage.

Fazit: Klare Kaufempfehlung (vorausgesetzt man kann mal locker 31,99 Euro für eine App ausgeben)!

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Update 14. August 2010: Omnifocus hat ein Update hinterher geschoben (Version 1.0.2), in dem einige Bugs ausgemerzt wurden. Unter anderem funktioniert nun die Installation des Bookmarks in Safari, mit dem man direkt vom Browser aus Einträge in Omnifocus hinzufügen kann. Wir erhöhen deshalb unsere Bewertung von 4 auf 5 Apps.

31,99 €, jetzt herunterladen: OmniFocus for iPad – The Omni Group

Omnifocus for iPad