Notizen-App Penultimate: Die perfekte App zeigt die Grenzen des iPad

App PenultimateBesser kann man eine App kaum konzipieren. Die Notizen-App Penultimate (2,99 Euro, iTunes-Link) überzeugt in Funktion und Design. Und macht gleichzeitig schmerzhaft bewusst, dass mit dem iPad nicht alles besser geworden ist.

Die Designer vieler Apps greifen auf  die Welt außerhalb der digitalen zurück. In der iBooks-Apps werden Seiten geblättert, die FAZ-App (kostenlos, iTunes-Link) macht auf hochwertige Lederoptik und in der App Albums (0,79 Euro, iTunes-Link) verteilt man seine Lieblings-CDs auf einem imaginären Holzfußboden.

FAZ-App links, Albums-App rechts

Digitale Nutzung orientiert sich häufig an vergangenen Verhaltensweisen. Das hilft, neue Techniken zu lernen – und sieht häufig schick aus.

Sie wie in der App Penultimate (2,99 Euro, iTunes-Link). Selten haben wir ein schickeres App-Design gesehen.

Penultimate ist eine App zum Schreiben von Notizen und zum Skizzieren. Eine digitale Tastatur gibt es nicht.

  • Man kann Notizbücher anlegen, die aussehen wie jene von Moleskine.

  • Man kann wählen, ob die „Blätter“ kariert, liniert oder blank sein sollen.
  • Man kann zwischen drei verschiedenen Schriftbreiten und sechs verschiedenen Farben wählen.

Penultimate - Screenshots

Der Funktionsumfang ist beschränkt. Das ist ein Vorteil. Die App ist übersichtlich und leicht zu verstehen.

Die wunderschöne Optik und die angemessene Funktionalität haben Penultimate zu eine der erfolgreichsten Anwendungen im App Store gemacht. Unter allen iPad-Apps ist Penultimate aktuell auf Platz 7 im Ranking der umsatzstärksten Apps.

Doch wer eine Optik im Analog-Stil wählt, der fordert es geradezu heraus, an der analogen Welt gemessen zu werden. Was sind die Vorteile von digital? Was war früher besser?

Und hier haben digitale Notizbücher auf dem iPad einen klaren Nachteil. Auf ein digitales „Blatt“ passt nur ein Bruchteil dessen, was auf ein tatsächliches Blatt Papier geschrieben, gemalt und gekritzelt werden kann.

Das liegt zum einen daran, dass auf dem iPad in der Regel statt eines Stifts ein Finger für die Eingabe verwendet wird. Und natürlich sind Finger-Spitzen deutlich dicker als Mienen oder Federn.

Penultimate empfiehlt deshalb die Verwendung eines Eingabestifts von Pogo (14,90 Euro bei Amazon). Wir haben den Stift nicht getestet. Was wir so hören: Ja, mit dem Stift lässt sich besser Inhalt eingeben. Aber von der gelernten Nutzung mit Stift und Papier ist auch diese Eingabetechnik ein ganzes Stück entfernt.

Eingabestift Ten1 Pogo Sketch Stylus für iPad, iPhone & iPod touch, Silber

Denn der Stift hat keine Spitze, sondern einen gerundeten Knuppel. Die Größe dieser Auflagefläche ist technisch bedingt: Das Display des iPad ist für Fingerberührung konzipiert und benötigt eine gewisse Berührungsfläche.

Fazit: Penultimate ist die schönste Notizen-App, die wir kennen. Und gerade weil sie so schön ist, macht sie uns bewusst, dass digitale Technik meist auch ein Kehrseite hat. Der App kann man das nicht zum Vorwurf machen. Sie kann, was die iPad-Technologie hergibt. Mehr geht nicht.