Napster, Deezer, Simfy: Apps für Musik-Streaming im Überblick

Napster, Deezer, SimfyDie Zukunft der Musik findet in der Wolke statt. Vermutlich. Mit Streamen könnte die Musikindustrie gerettet und gleichzeitig die Lust auf neue Musik geweckt werden. Denn statt ständig die gleichen CDs in den Player zu legen, verleitet ein Streaming-Abo dazu, auf Entdeckungsreise zu gehen. Schließlich stehen Millionen Songs zur Auswahl. Wir haben die aktuellen Angebote verglichen. 

Es hatte so ausgesehen, als sei die Geschichte bereits zu Ende erzählt. Die vom Aufstieg und Fall einer gigantischen Wirtschaftsbranche, der Musikindustrie. Deren Anfang in der Erfindung der Schallplatte (genau genommen war der erste Tonträger eine Walze aus Wachs) und deren Schlusspunkt mit dem Aussterben der CD gekommen schien.

Jetzt gibt es Grund zu der Annahme, dass die Sache mit dem Ende korrigiert werden muss. Das Geschäftsmodell der Zukunft könnte „Streaming“ heißen. In Deutschland wurde der Grundstein für eine Wende diesen Monat gelegt. Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) und der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) haben einen Vertrag geschlossen, der die Höhe der Urhebervergütungen regelt, die für das Onlinestellen von Musikstücken auf Internet-Musikportalen zu bezahlen sind. Zwischen sechs und neun Cent soll pro Musikstück bezahlt werden. (Mehr über Vergangenheit und Zukunft der Musikindustrie habe ich hier geschrieben.)

Damit ist die Basis geschaffen für ein Geschäftsmodell, bei dem die Kunden nicht mehr einzelne Stücke oder Alben für die Ewigkeit kaufen, sondern dafür bezahlen, dass sie sich auf Zeit Zugang zu Millionen Titeln verschaffen.

Im Grunde kann sich der Musikinteressierte in Zukunft für zwei konkurrierende Geschäftsmodelle entscheiden (so er bei legalen Wegen der Musikbeschaffung bleibt): Entweder er besitzt relativ wenige Musik-Titel für immer oder er hat die Auswahl sämtlicher verfügbaren Musik, dies aber nur, solange er zahlt. Manches spricht dafür, dass Letzteres das Modell der Zukunft ist.

Wir haben uns die aktuell verfügbaren Streaming-Dienste angeschaut – vor allem hinsichtlich des Zusammenspiels mit iPad, iPhone und iPod touch.

 

Simfy

simfy

Der Dienst ist schon länger am Markt. Simfy kann 30 Tage kostenlos getestet werden (allerdings muss man seine Kontodaten hinterlegen), danach werden 5 Euro im Monat fällig. 13 Millionen Titel sollen zur Verfügung stehen. Wer die Musik auch auf iPhone, iPod oder iPod touch hören will, zahlt 10 Euro, dafür bekommt man die Musik auch Offline zur Verfügung gestellt.

drei Varianten der simfy-Nutzung

Die simfy App gibt es sowohl für iPhone und iPod touch (kostenlos, App Store-Link) als auch für das iPad (kostenlos, App Store-Link).

Schön: Die App kann Air-Play, allerdings ist die Funktion ein wenig versteckt. Wer sie nicht findet, hier gibt es eine Beschreibung.

Wir haben die App mit einem Pro-Account im Einsatz und sind ziemlich zufrieden. Es lassen sich Playlisten anlegen, zügig Musik finden und zur Offline-Nutzung downloaden. Für den Mac gibt es auch eine Desktop-Anwendung, die sich mit der App synchronisiert.

 

Deezer

Deezer

Morgen, 15. Dezember, soll das Bezahl-Streeaming-Angebot in Deutschland an den Start gehen. Wer sich bei Deezer registriert, soll dann (so berichtet die FAZ vom 14.12.) für 5 Euro im Monat aus 13 Millionen Songs wählen. Ein Premium-Zugang werde 10 Euro kosten und gleichzeitig – wie beim simfy – das Offlinehören ermöglichen.

Das Angebot soll plattformunabhängig sein und auf 250 unterschiedlichen Geräten laufen, darunter auf Smartphone-Plattformen wie iOS, Android und Windows Phone 7, Streaming-Boxen und Internet-Radios von Logitech und Sonos.

Die Deezer-App gibt es sowohl für iPhone und iPod touch (kostenlos, App Store-Link) als auch für das iPad (kostenlos, App Store-Link).

 

Spotify

Spotify
Spotify galt lange als einziger Herausforderer von Apples Downloaddienst iTunes. Nach eigenen Angaben hat der Dienst in zwölf Ländern mehr als 10 Millionen aktive Nutzer. Doch in Deutschland ist Spotify entgegen mehrerer Ankündigungen noch immer nicht verfügbar. Auf eine Anfrage der FAZ machte das Unternehmen keine Angaben zu einem Start in Deutschland. Es sei allerdings das langfristige Ziel, in jedem Land der Welt verfügbar zu sein, so Spotify.

 

Napster

Napster
Manche wird es überraschen, aber: Napster gibt es immer noch. In den USA ging das Angebot mit dem Namen der legendären Tauschbörse mittlerweile in Rhapsody auf. Hierzulande besteht es weiter unter dem Namen Napster. 7,95 Euro sind für das günstige Abo ohne Smartphone-Unterstützung fällig, für 12,95 Euro lässt sich Napster auch auf dem iPad, iPhone und iPod touch nutzen. Nach eigenen Angaben sind 15 Millionen Titel im Angebot.

Napster-App

Wer die Napster-Universal-App runterlädt (App Store-Link), hat die Möglichkeit, 25 Songs freier Wahl zu hören – ohne Anmeldung oder Registrierung. Wer die App weiter ausprobieren will, kann sich anschließend für einen 7 Tage Gratis-Test anmelden.

 

Rara.com

Rara.com
Rara.com ist in Deutschland seit dem 14. Dezember online und verfügt nach eigenen Angaben über 10 Millionen Songs. In den ersten drei Monaten kostet der Zugang nur 99 Cent pro Monat, danach einen Festbetrag von 4,99 Euro pro Monat, wenn man das Angebot lediglich über den Browser nutzt. Der mobile Zugang zu rara.com auf Android-Smartphones (Web + Mobil) kostet in den ersten drei Monaten 1,99 Euro und danach 9,99 Euro pro Monat. Dickes Manko: iOS und HTML5 werden nicht unterstützt.

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