Monitorkalibrierung am Mac: Spyder4Elite von Datacolor im Test

Nicht nur für Profis, die Bilder bearbeiten, Webseiten erstellen oder Grafiken ausdrucken, lohnt es sich, den Bildschirm von iMac und MacBook zu kalibrieren. Mac OS X bietet zwar einen Kalibrierungsassistenten an, doch der Nutzer muss sich auf die Software und seine eigenen Augen verlassen. Richtige Messwerte vom Display verspricht dagegen das Kalibrierungstool Spyder4Elite von Datacolor. Wir haben es getestet.

Hausmittel mit begrenzter Wirkung

Der Kalibrierungsassistent von Mac OS X versteckt sich im Menüpunkt Monitore in den Systemeinstellungen. Dort wählen Sie den Reiter “Farben” auswählen und klicken auf “Kalibrieren”. Mit dem Programm können Sie Helligkeit und Kontrast des Bildschirms anpassen, Luminanz- und Gamma-Wiedergabekurven sowie die Farbtemperatur auswählen. Dabei muss Sie sich jedoch auf die Berechnungen der Software und Ihre eigenen Augen verlassen, die ja auch mal täuschen können. Als Folge könnte das bearbeitete Foto am eigenen Rechner perfekt aussehen, bei Freunden jedoch in ganz anderen Farben erstrahlen.

Messen statt schätzen

Besser funktioniert das mit einem professionellen Tool. Vor der Nutzung des Spyder4Elite-Messgeräts zur Kalibrierung eines Monitors sind einige Vorraussetzungen zu beachten: Der Bildschirm sollte mindestens 30 Minuten eingeschaltet sein und in die Werkseinstellungen zurück gesetzt sein. Zudem darf kein direktes Licht auf die Anzeige scheinen.

Bei der Installation der Spyder4-Software von der beiliegenden CD verweist sie bereits auf die neuere Version, die sich kostenlos von der Datacolor-Homepage herunterladen lässt.

Vor dem Start der Spyder4-Software stecken Sie das USB-Kabel vom Messgerät direkt am Rechner und nicht an der Tastatur oder einem Hub ein. Anschließend hängt das Messgerät mit Hilfe des Gegengewichts am Bildschirm. Dabei müssen Sie darauf achten, dass der Spyder direkt und flach auf dem Monitor aufliegt.

Anschließend die Software starten, den Freischaltcode eingeben und den beschriebenen Schritten folgen. Das Programm nimmt auch die Neulinge unter den Nutzern an die Hand und führt sie durch die Kalibrierung.

Anfangs legen Sie Wunschwerte für Gamma, Weißpunkt und Helligkeit fest, wobei das Programm auch Vorschläge unterbreitet. Die folgende Messung und automatische Kalibrierung dauerte im Test zwischen fünf und sechs Minuten.

Für kurze Verwirrung sorgte die nicht näher erläuterte Aufforderung die Backlight-Einstellung anzupassen. Im Endeffekt bedeutete dies der Helligkeitswert in den Monitor-Systemeinstellungen zu verändern.

Profil speichern, Monitor ausmessen

Nach Abschluss der Messungen lässt sich das Profil speichern und ein Erinnerungsintervall festlegen, denn der Monitor verstellt sich mit der Zeit immer wieder von alleine. Außerdem lassen sich die alten und neuen Einstellungen vergleichen und bei Bedarf über Schieberegler noch weiter anpassen.

Anschließend bietet die Spyder4-Elite-Software die Messung von Farbumfang, Tonwertdarstellung, Helligkeit und Kontrast, OSD-Einstellungen, Bildschirm-Homogenität und Farbtreue an und erstellt eine Monitor-Bewertung mit 5-Punkte-Skala für sieben Unterpunkte und eine Gesamtbewertung.

Mit dem Spider4Elite lässt sich aber nicht nur ein Bildschirm einstellen, sondern mit den abgespeicherten Einstellungen kann man zum Beispiele alle Monitore eines Büros mit möglichst identischen Farbschemata versehen, sodass alle Mitarbeiter Entwürfe in den gleichen Farben sehen.

Praktisch, aber nicht für alle ein Muss

Der Monitor des Test-iMacs bekam vom Spyder4Elite einen wärmeren Farbton verpasst. Die genauen Farbeinstellungen mögen auch immer persönlichen Vorlieben unterliegen, aber die Veränderungen des Kalibrierungstools entspannen die Augen merklich.

Für alle bei denen eine korrekte Farbdarstellung und eine genaue Abstimmung mit Ausgabegeräten, wie einem Drucker, bei der Arbeit wichtig ist, führt kein Weg an der Monitorkalibrierung vorbei. Diese lässt sich mit Spyder4Elite schnell und unkompliziert bewerkstelligen.

Für die private Anwendung schadet es ebenfalls nicht den Monitor professionell einzustellen, allerdings ist das Testgerät für eine nur gelegentliche Anwendung zu teuer, lässt sich aber problemlos bei Bedarf im Freundeskreis verleihen.

Varianten und Preise

Die getestete Spyder4Elite kostet 199 Euro. Bei den günstigeren Varianten Spyder4Pro für 149 Euro und Spyder4Express für 119 Euro fällt der Funktionsumfang der mitgelieferten Software und die Auswahl-Möglichkeiten bei bestimmten Werten, wie Gamma und Farbtemperatur, deutlich geringer aus. Der preiswertesten Version fehlt dem Messgerät der Umgebungslichtsensor und es befindet sich keine Stativbefestigung in der Packung.