Miese Noten für Amazons Kindle Fire: Hatte Jobs Recht?

Kindle FireGenau wie der Kindle verkauft sich Amazons Kindle Fire momentan wie geschnitten Brot. Laut Umfragen liegt das Tablet in den USA sogar direkt auf Platz 2 hinter dem iPad. Doch der US-Usability-Papst Jakob Nielsen hat dem Gerät nun extrem schlechte Nutzerfreundlichkeit attestiert. Wie schon Jobs zu seiner Zeit behauptet er: Sieben Zoll sind einfach zu klein.
Ein Sieben-Zoll-iPad steht schon sehr lange auf der Wunschliste der Apple-Fans. Doch schon vor langer Zeit nahm Steve Jobs selbst diesen Gerüchten den Wind aus den Segeln. Sieben Zoll seien schlicht eine zu kleine Fläche, um Programme problemlos ansteuern zu können, hieß es.

Er sollte Recht behalten. Nun hat Jakob Nielsen das Gerät einem ausführlichen Usability-Test unterzogen. So hätten die Probanden teils enorme Probleme gehabt, Bereiche auf dem Display gezielt anzusteuern – vor allem, wenn sie normale Webseiten ansurfen. Das Ergebnis sei vergleichbar mit einem Zwei-Meter-Mann, den man in einen Anzug für einen 1,80-Meter-Mann zwängen würde.

Für das Gerät selbst hat er wenig Gutes übrig. Es sei schwer, würde die Armmuskulatur bei langem Lesen beanspruchen. Das Tablet sei zwar zum Lesen geeignet, allerdings sei die Nutzerfreundlichkeit momentan miserabel. Denn die Angebote der Verlage seien schlichtweg nicht für das kleine Display designt.

Die Suchfunktion des Kindles sei noch schlimmer als das Layout der Uralt-Suchmaschine Altavista. Außerdem würden Übergänge beim Kindle Fire nicht fließend funktionieren. Generell sei die Oberfläche mies und altbacken designt und ließe viele Funktionen missen.

Nielsen geht so weit, Verschwörungstheorien zu spinnen: Er glaubt, Amazon hat seinen mobilen Browser so miserabel designt, damit die User nur über die extrem gelungene Amazon-App einkaufen. So kommt er zu dem Schluss, dass Sieben-Zoll-Displays eine blühende Zukunft bevorsteht. Oder sie aber grandios untergehen werden.

Je nachdem, wie gut sich Geräte wie der Kindle verkaufen würden, braucht es seiner Ansicht nach eine enorme Masse an Endgeräten, die Verlage dazu bewegen könnten, ihre Inhalte auch für kleinere Tablets aufzubereiten.

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