Mediaserver: Libox streamt Fotos, Musik und Videos vom Rechner jetzt auch aufs iPad

Vor ein paar Tagen haben wir mit Air Video (2,39 Euro, iTunes-Link) eine Streaming-Lösung primär für das Heimnetzwerk vorgestellt. Mit Libox (kostenlos, iTunes-Link) gibt es aber ein Konkurrenzangebot, das sämtliche Medientypen berücksichtigt. Jetzt unterstützt die App auch das iPad.

Eins vorab: So stellt man sich das in Zukunft vor – das Zusammenspiel von iPad, iPhone und Mac. Die meisten Nutzer haben große Datenmengen auf ihrem Heimrechner, Gigabytes an Fotos, Songs und Videos. Sämtliche Inhalte auch mit den mobilen Geräten zu synchronisieren und zu duplizieren, kostet unnötig Zeit und Speicherplatz. Hinzu kommt, dass iPhone und iPad nicht unbedingt über die Codecs verfügen, um sämtliche Dateien ohne Konvertierung abzuspielen.

Libox macht sich darüber keine Gedanken. Die Software der gleichnamigen Company lässt alle Daten auf dem Rechner und verwandelt ihn in einen Multimediaserver, der sämtliche Fotos, Videos und Songs über das lokale oder mobile Datennetzwerk zur Verfügung stellt. Zudem ist die Server-Client-Lösung einfach zu installieren und erlaubt auch Filesharing, also die Datenfreigabe für andere Nutzer.

Die Installation ist denkbar einfach: Zunächst installiert man die Server-Software von der Libox-Homepage und legt einen Nutzer-Account an. Anschließend folgt die Installation der App auf dem iPhone oder iPad. Libox auf dem Mac beginnt sogleich, den Rechner nach Dateien zu scannen und in Ordner – Photos, Videos, Music – abzulegen. Nach dem Login auf dem iPhone oder iPad mit dem zuvor angelegten Nutzernamen verbindet sich das mobile Gerät mit dem Rechner und beginnt, sämtliche Daten auf der Libox-Oberfläche abzubilden.

Sobald der Nutzer eine Datei auswählt, beginnt der Server das Video, Musikstück oder Foto auf das mobile Gerät zu streamen. Die Übertragung erfolgt über Wifi oder – ohne das eine weitere Einstellung vorgenommen werden muss – das mobile Datennetzwerk.

Die Übertragung von Fotos und Videos funktioniert – wenn auch mit variierender zeitlicher Verzögerung – einwandfrei. Bei Videos darf der Nutzer nicht die gleiche Qualität erwarten wie beim Abspielen auf der Originalquelle. Das gelingt Air Video besser.

Libox bietet aber mehr Möglichkeiten als Air Video. So kann der Nutzer Dateien mit Dritten teilen, so dass Freunde von überall auf der Welt auf den eigenen Rechner daheim zugreifen können – natürlich nur soweit der Nutzer die Freigabe erlaubt hat. Die Einstellung kann sich auf einzelne Dateien, Ordner oder Playlisten erstrecken.

Zusätzliche Funktion: Sowohl über den Desktop- als auch über den iPad-Browser ist es möglich, mit Freunden im Netzwerk zu chatten. Zudem können Nachrichten an einzelne oder alle Freunde im Netzwerk geschickt und ovn ihnen empfangen werden.

Libox lässt sich natürlich auch auf mehreren Desktop-Rechnern installieren, um beispielsweise von einem MacBook auf die iMac-Daten zugreifen zu können. Einzige Voraussetzung: Der Heim- beziehungsweise Server-Rechner muss bei allen Aktionen eingeschaltet und mit dem Internet verbunden sein.

Fazit: Libox ist eine umfassende Sharing-Lösung für die eigenen und die Mulitmedia-Daten von Freunden. Die Idee und ihre Umsetzung ist zukunftsweisend. Mit schnelleren und stabileren mobilen Datenverbindungen ist es bald nicht mehr nötig, Dateien 1:1 zu synchronisieren, der Nutzer streamt sie einfach bei Bedarf von einem Server auf das Smartphone oder das Notebook. Die Übertragung kann aus der Cloud erfolgen oder wie bei Libox vom eigenen Rechner aus.

Die Datenverbindung ist zur Zeit noch der einzige Nachteil von Libox. Die zeitliche Verzögerung hindert den Nutzer daran, mal eben einen Song oder ein Video vorzuspielen. Zudem ist die Videoqualität nicht optimal. Dafür ist die Lösung einfach zu bedienen und – im Gegensatz zu Air Video – kostenlos.