MapAlarm-Entwickler: „Die App ist aus meinen leidvollen Erfahrungen mit ToDo-Listen entstanden“

MapAlarmWie entsteht eine App? vieuxrenard hat die ToDo-App MapAlarm (kostenlos, iTunes-Link) entwickelt und gibt im justapps.de-Interview Einblick in einen App-Entstehungsprozess. Außerdem verrät er, warum er für MapAlarm nichts verlangt.

Wie bist du zur App-Programmierung gekommen?

Ich programmiere seit ich zehn Jahre alt war. Ich wollte schon immer die Computer ganz genau verstehen, mit denen ich arbeite, und sehen, was man mit ihnen anstellen kann. Und seit es mit dem iPhone quasi einen kleinen Mac für die Hosentasche gibt, hat mich die Idee fasziniert, meine Ideen damit umzusetzen.

Und wie kamst du auf die Idee mit MapAlarm?

Die App ist aus meinen eigenen leidvollen Erfahrungen mit ToDo-Listen entstanden: Es gibt einfach viel zu viele Dinge, die man nur an ganz bestimmten Orten erledigen kann – und wenn man dann mal die ToDo-Liste durchgeht, ist man irgendwie nie da, wo man sein müsste.

Anstatt nun immer der Liste hinterher zu laufen, wollte ich lieber vom iPhone daran erinnert werden, wenn ich sowieso nahe an einem Ort bin, wo ich noch was zu tun habe. Und genau das erledigt nun MapAlarm für mich.

Für wen ist MapAlarm gedacht?

Eigentlich für jeden, der ein iPhone oder iPad besitzt. Konkret: Die App  macht immer dann Sinn, wenn man etwas an einem bestimmten Ort zu tun hat, es aber nicht auf einen ganz bestimmten Termin ankommt.

Klassiker sind zum Beispiel ein MapAlarm am Geldautomaten. Habe ich noch genug Bargeld dabei oder sollte ich mal wieder welches abheben? Oder an der Reinigung – um den Anzug abzuholen, wenn man abends ohnehin des Weges kommt, damit man nicht eigens dorthin fahren muss. Oder an der Apotheke, um die bestellten Tropfen bei Gelegenheit mal abzuholen. Oder auch als Tourist in einer fremden Stadt: Dann kann man sich daheim ganz in Ruhe Orte ins iPhone speichern, die man gerne sehen will, und wenn man sich ihnen nähert, weist MapAlarm darauf hin: Hey, Sie sind um die Ecke von “Big Ben” – schauen Sie sich den doch mal an!

Man kann sich auch dort einen MapAlarm anlegen, wo Freunde wohnen – so wird man daran erinnert, mal anzurufen: Hey, ich bin gerade um die Ecke, lass’ uns doch einen Kaffee trinken. Ich denke, es gibt tausend nützliche Anwendungen.

MapAlarm - Screenshots

Wieso gibst du MapAlarm gratis ab?

Ich nutze selbst ja auch viele Gratis-Apps und freue mich, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben. Außerdem muss ich nicht von Apps leben – mir macht die Entwicklung einfach Freude. Vor allem aber bekommt man auch so eine Menge zurück: Immerhin nutzen nun Menschen auf der ganzen Welt meine kleine App und sparen eine Menge Zeit und Nerven. Das ist doch ein sehr schönes Gefühl!

Was für ein Know-how braucht es für die Entwicklung einer App?

Man sollte ziemlich fit in Objective-C sein, einer Erweiterung von C und quasi einer Schwestersprache von C++. Und man muss sich in die Programmierschnittstellen von iOS einarbeiten. Vor allem aber sollte man viel Spaß am iPhone und seiner Ästhetik habe – und die Geduld, eine wirklich benutzerfreundliche App zu entwickeln.

Was braucht es noch?

Ein Netzwerk von Leuten, die kontinuierlich Feedback geben, ob die App schon richtig praktisch zu benutzen ist. Apple legt nämlich – wie ich finde zu Recht – ziemlich strenge Maßstäbe bei der Entscheidung an, ob eine App gut genug “aussieht”, um zum App Store zugelassen zu werden.

Wie lange dauert eine App-Entwicklung?

Das ist sehr schwer zu schätzen, weil es von der Komplexität der App abhängt. MapAlarm zum Beispiel ist ein überschaubares Projekt – trotzdem habe ich eine ganz Weile daran gearbeitet. Allerdings ist das Programmieren in meinem Falle auch nur ein Hobby, sodass ich nur am Wochenende basteln konnte.

Was sind die Schwierigkeiten bei deiner App-Entwicklung gewesen?

Ich habe als Richter einen sehr schönen, aber auch ziemlich anstrengenden Beruf und arbeite noch an meiner Doktorarbeit – daher bleibt nur recht wenig Zeit für die App-Entwicklung. Dadurch dauert dann natürlich alles etwas länger.

Anderseits habe ich großartige Freunde, die sich meine Test-Versionen angesehen und mir viele wertvolle Tipps gegeben haben. Das hat wirklich sehr geholfen.

War es mehr Aufwand als du gedacht hattest?

Allerdings! Aber es macht auch großen Spaß, wenn die App einmal funktioniert und gleich im ersten Anlauf dem App Store-Review standhält.

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