Kommunikation für alle: iSignIT übersetzt Gebärdensprache

Bildschirmfoto 2013-02-04 um 22.27.56Dank Videotelefonie, Sprachsteuerung und anderer Bedienhilfen finden auch Menschen mit einer Seh- oder Hörbehinderung Zugang zu moderner Technik und können über Smartphones und Tablets gleichberechtigt kommunizieren. iSignIT, eine App des Peter L. Reichertz Instituts für Medizinische Informatik (PLRI) in Hannover, ermöglicht zudem eine Verständigung via Gebärdensprache beim Arzt oder im Krankenhaus.

Gebärdensprache ist die Muttersprache der Gehörlosen. Die genaue Zahl der Menschen, die in Gebärdensprache kommunizieren, ist schwer einzugrenzen. Schätzungen gehen von insgesamt etwa 200.000 Menschen in Deutschland aus. Wenn ein Gesprächspartner die Gebärdensprache nicht versteht, wird die Verständigung allerdings schwierig. In Notfall-Situationen kann dieses Manko zu einem ernstzunehmenden Problem werden. Die App iSignIT des Peter L. Reichertz Instituts für Medizinische Informatik (PLRI) in Hannover soll die Basiskommunikation in der Gebärdensprache sicherstellen.

Zu diesem Zweck haben die Entwickler gängige Textbausteine in deutsche, österreichische sowie englische Gebärdensprache übersetzt und jeweils als Video in die App eingebunden. Vorgegebene Themen – geordnet unter anderem nach Bedürfnissen, Fragen, Umgangsformen und Beschwerden – erleichtern die Orientierung. So kann das Pflegepersonal einen schwer- oder gehörlosen Patienten informieren und gezielt nach seinen Bedürfnissen fragen. Umgekehrt können Patienten ihre Probleme beschreiben.

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Zwar ersetzt iSignIT keinen professionellen Dolmetscher, aber die App hilft auch bei der Kommunikation außerhalb des medizinischen Umfelds, da sie viele Alltagsbegriffe und -phrasen kennt (zum Beispiel Symbole und Zahlen, Kleidung, Essen, Getränke, etc.).