Kommentar: kein "one more thing", kein Steve Jobs, kein iPhone 5

Ja, ich bin enttäuscht. Das iPhone 4S ist da. Eine lediglich verbesserte Version des iPhone 4. Seit Anfang August dachte ich nur noch an das iPhone 5, vor einigen Tagen freute ich mich schon auf die ersten Tests, seit gestern warte ich weiter auf das iPhone 5.

Die Gerüchteküche brodelte bereits Wochen zuvor. Ein größeres Display wurde in den Raum gestellt. Der Home-Button sollte endlich verschwinden, sogar die Auflösung des iPads sollte erreicht werden. Darüber hinaus gab es Gerüchte zu einer 3D-Kamera und einem gewölbten Display. Und nun? Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt. Nach den Präsentationen von iOS 5, iCloud und dem iPhone 4S erloschen die Lichter der Bühne. Der sonst so tobende Beifall blieb aus – ich klatschte auch nicht.

A5-Prozessor, sonst nichts?

Wo ist das größere Display? Warum muss der Anwender noch immer auf ein Retina Display schauen; AMOLED wäre doch mehr als stylisch, oder? Das Netzwerk lässt zwar keinen im Internet stehen, doch 4G würde dem iPhone 4S nicht weh tun. War noch was? Ach ja, die Frontkamera schießt nur Bilder in VGA-Auflösung und wieder einmal darf der Anwender den Akku nicht austauschen. Das sind zwar nur Kleinigkeiten, doch letztendlich wollen alle halt das iPhone. Ein Smartphone, welches sich bisher von anderen Geräten hervorheben konnte. Einen schnellen Prozessor nutzt die Konkurrenz auch.

iOS macht Lust auf mehr

Natürlich gab es gestern nicht nur was zu meckern. Das iOS 5 macht Lust auf mehr. Gerade die Sprachsteuerung “Siri” zeigte endlich Apples Gier nach funktionierender Innovation. Auch wenn die Technik nicht neu erscheint, die Funktionalität auf der Bühne beeindruckte selbst mich als Enttäuschten. Doch auf die Sprachsteuerung können die meisten von uns verzichten. Apple bewegt sich zurzeit auf einen schmalen Grat der Verzweiflung und steht meines Erachtens auf der Innovationsbremse. Ob Apple mit dem iPhone 4S genauso erfolgreich ist, wie mit den Vorgängern bleibt abzuwarten. Einen Misserfolg kann sich das Unternehmen im mobilen Sektor nicht erlauben. Immerhin schaufelt Apple 40 Prozent des Gesamtumsatzes aus dem Verkauf des iPhones.

Was mich aber persönlich am meisten ärgert ist, dass Apple keinerlei Falschmeldungen widerrufen hat. Als Steve Jobs damals die Bühne betrat, wussten alle, da kommt noch das legendäre “one more thing”. Gedacht haben es viele, nur Apple Chef Tim Cook nicht. So gab es kein “one more thing”, kein Steve Jobs und auch kein iPhone 5.

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