Know-how für Entwickler: Fünf Erfolgsfaktoren für die App-Vermarktung

Was müssen Entwickler tun, um langfristig mit werbefinanzierten Apps erfolgreich sein zu können? Zu dieser Fragestellung hat Andreas Riedel von Stanwood im Rahmen der “Developer Fund Launch Party” des Mobile-Vermarkters Madvertise vor ein paar Tagen einen zielführenden Vortrag gehalten. Stanwood vertreibt erfolgreich die mobile TV-Zeitschrift ON AIR (kostenlos, iPhone App-Link; iPad App-Link), die bereits über 250.000 Mal im App Store heruntergeladen wurde.

Das Angebot ist verlockend. Publisher und Entwickler, die ihre mobilen Webseiten oder Apps über den Mobile-Vermarkter Madvertise vermarkten, sollen 100 Prozent der Werbeerlöse erhalten. Zumindest solange, bis der so genannte Developer Fund in Höhe von fünf Millionen Euro ausgeschöpft ist. Danach bleiben die üblichen 40 Prozent beim Vermarkter. Zum Start des Angebots hat Madvertise Entwickler, Publisher und Werbeprofis am 31. März in die Berliner Bar Babette eingeladen.

Damit die beim Entwickler oder Publisher verbleibenden 60 Prozent auch lohnen, hat Andreas Riedel, Geschäftsführer von Stanwood und Entwickler der mobilen TV-Zeitschrift ON AIR, im Rahmen der “Developer Fund Launch Party” einen Vortrag über die Erfolgsfaktoren einer nachhaltigen App-Vermarktung gehalten. Schwerpunkt seiner Präsentation war die verstärkte Orientierung an der “zweiten” Zielgruppe neben den eigentlichen Usern: den Werbetreibenden. Viele Entwickler würden den großen Fehler machen und erst über die Vermarktung nachdenken, wenn die App im App Store veröffentlicht ist. Dabei müsse der Grundstein für den nachhaltigen Erfolg schon viel früher gelegt werden.

Nach Riedel lassen sich fünf Thesen für eine erfolgreiche Entwicklung und Vermarktung von werbefinanzierten Apps aufstellen:


1. Die richtige Positionierung ist eine gute Basis


Zuerst einmal muss die Frage beantwortet werden, ob meine App im Performance- oder Premium-Segement positioniert werden soll, um sich in der Entwicklung auf die jeweiligen Anforderungen zu konzentrieren. Zu früh in den Premiumbereich vorzudringen birgt Risiken. Werbetreibende suchen zuerst einmal nach Kontakthäufigkeit und müssen vom Image einer App zuerst einmal überzeugt werden. Häufig gilt folgender Reifeprozess: Einstieg in das Performance-Segment, Übergang zu Premium-Performance, Etablierung als Premium-Abieter.


2. Eine App muss vor allem attraktiv für Werbung sein


Eine hohe Reichweite lässt sich zum einen durch häufige Anwendung der App erreichen. Der Content sollte den User zur regelmäßigen Nutzung animieren und eine möglichst lange Verweildauer mit hohen Klickraten innerhalb der App erzeugen. Gefahr hier: Zu wenige Unique Users. Vor allem wenn Capping-Mechanismen greifen, um gewisse Werbeinhalte jedem User nur einmal zu zeigen, hat dies negativen Einfluss auf den Werbeerfolg.

Viele Unique User, also eine hoher Verbreitungsgrad, besonders häufig bei Performance-Produkten, sind zu erst einmal positiv, führen jedoch schnell zu heterogenen Usergruppen, was Werbetreibende als eher negativ bewerten. Der Content sollte daher so angelegt sein, dass eine möglichst gute Balance erreicht wird.


3. Nicht jede gute App lässt sich auch gut vermarkten


Fast alle werbefinanzierten Apps benötigen einen professionellen Vermarkter, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Dies gilt es bereits während der Konzeption zu bedenken. Viele Entwickler bringen eine gute App auf den Markt, um in der Vermarktungsphase zu erkennen, dass es kaum geeignete Werbepartner gibt. Wichtig hier: Rechtzeitige Abstimmung mit Vermarktern, um rechtzeitig Änderungen in die Entwicklung einfließen zu lassen und dann attraktiv für starke Werbechannels zu sein.


4. Werbeflächen müssen flexibel gestaltbar sein


Die reine Positionierung auf dem Screen ist sicherlich Geschmackssache und hängt auch davon ab, ob die App im Premium- oder Performance-Segment positioniert ist. Bei ON AIR beispielsweise setzt man auf die Variante Content-unabhängig, am unteren Ende des Screens, in Reichweite des Daumens.

Wichtiger hier: Flexibilität. Neue Formate und Konzepte müssen schnell und unkompliziert einzubinden sein. Dies verbessert die Position in Gesprächen mit Werbetreibenden und verhindert von vornherein inhaltslose Updates, die User nur verärgern.


5. Bewertbarkeit erleichtert die Diskussion mit Werbern


Werbetreibende wollen starke Argumente. Am besten quantifizierbare Argumente. Dies bedeutet: Wenn möglich entsprechende Targeting-Funktionen einbauen und im Idealfall zu jeder Zeit über User-Strukturen informiert sein. Passt dies nicht in das App-Konzept oder Entwicklungsbudget, sollten andere Wege gefunden werden. Zum Beispiel Umfragen per Push-Nachricht einbauen.

Wichtig zudem sind Werbeplanungstools, wie beispielsweise TOP 2.0 der AGOF. Die Nutzung ist mit einem hohen Invest verbunden und daher in Einführungsphasen schwer zu realisieren. Aber: Mit Hilfe solcher Planungstools informieren sich viele Werber über attraktive Werbeträger.

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