Kindle Fire: Amazon stellt eigenes Android-Tablet vor

Das Internetversandhaus Amazon hat mit dem Kindle ein eigenes Android-Tablet vorgestellt. Technisch gehört es nicht zur Spitzenklasse, kostet dafür aber auch deutlich weniger als die Top-Modelle. Das Gerät dient vor allem einem Zweck: Einkaufen bei Amazon.

Altes Android hinter neuer Oberfläche versteckt

Amazon installiert auf dem Kindle Fire gerüchteweise die nicht mehr ganz frische Android-Version 2.1 Eclair, versieht diese aber mit einer komplett eigenen Benutzeroberfläche, so dass nichts mehr an das mobile Betriebssystem von Google erinnert. Für den Nutzer ist dies sicherlich von Vorteil, da die Oberfläche von Android 2.1 nicht für Tablets optimiert ist.

Der Nutzer findet auf dem Kindle Fire zahlreiche Anwendungen von Amazon vorinstalliert, die vor allem dazu dienen Medien bei dem Kaufhaus zu erstehen. Aber mit dem “cloud-beschleunigtem” Browser Silk kann man auch ganz normal im Internet surfen und der hauseigenen Amazone App Store bietet immerhin mehrere Tausend Apps. Zugang zum Android Market bietet das Tablet nicht.

Medien von Amazon aus der Cloud

Neben dem App Store nutzt Amazon das Kindle Fire auch, um den Nutzer weitere Medien zu verkaufen. In den USA gehören derzeit über 17 Millionen Songs, über eine Million E-Books, über 100.000 Filme und Fernsehsendungen sowie mehrere Hundert Zeitschriften und Zeitungen zum Angebot.

Alle bei Amazon gekauften Dateien hält das Unternehmen ohne weitere Kosten auf dem hauseigenen Cloud-Speicher bereit. So kann der Nutzer den nur acht Gigabyte großen internen Speicher für andere Dateien nutzen. Natürlich lassen sich mit dem Tablet auch ganz herkömmlich Bücher, DVDs und alle anderen Waren bei Amazon kaufen.

Schwerpunktsetzung und Verzicht für einen günstigen Preis

Das Kindle Fire von Amazon verfügt über einen sieben Zoll großen IPS-Touchscreen mit einer Auflösung von 1.024 x 600 Pixeln und 16 Millionen Farben. Der Bildschirm soll besonders reflektionsarm sein. Die Batterie des 413 Gramm leichten Tablets soll immerhin für acht Stunden Lesen oder siebeneinhalb Stunden Video schauen reichen.

In dem Tablet stecken ein mit einem Gigahertz getakteter Zwei-Kern-Prozessor sowie 512 Megabyte Arbeitsspeicher. Ins Internet gelangt das Kindle Fire nur über WLAN, auf ein UMTS-Modul verzichtet Amazon. Eine Webcam sucht der Nutzer ebenfalls vergebens. Das Gerät verfügt über einen USB-Anschluss sowie eine Buchse für Kopfhörer-Stecker.

Vorbestellungen ab sofort – aber vorerst nur in den USA

Bisher hat Amazon das Kindle Fire nur für die USA angekündigt. Verkaufsstart ist der 15. November 2011. In den Staaten kostet das Tablet 199 Dollar, was derzeit umgerechnet rund 150 Euro wären. Sollte das Tablet in Deutschland erscheinen, müssen die Käufer aber mit einem höheren Preis rechnen. Den 79-Dollar-Kindle, der umgerechnet rund 60 Euro kosten würde, verkauft Amazon in Deutschland für 99 Euro.

Amazon bietet mit dem Kindle Fire ein Tablet an, dass zwar günstig ist, aber den Käufer sehr an das Internetkaufhaus bindet. Er muss zudem Abstriche bei der Ausstattung hinnehmen, erhält aber trotzdem ein Gerät, dass gut für den Medienkonsum geeignet ist – sofern diese von Amazon stammen.

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