Kein Spielraum: Apple untersagt Android-Magazin und Steve Jobs Action-Figur

Apples Markenschützer haben in den vergangenen Tagen gleich zweimal für Aufsehen gesorgt und damit den Betroffenen unverhofft Publicity beschert. Zunächst hatte Apple dem chinesischen Blog M.I.C gadget untersagt, weiterhin eine Steve Jobs Action Figur zu verkaufen, dann berichtete ein dänischer Verleger, dass er ein Android-Magazin nicht auf dem iPad veröffentlichen dürfe.

Am 20. November erst verkündete ein begeisterter Chris Chang auf seinem Techblog M.I.C gadget: “Heute ist ein Traum wahr geworden, denn ich hab die großartigste Steve Jobs Action Figur aller Zeiten bekommen.”

Chang wollte den Traum teilen und bot die Figur für 79,90 US-Dollar inklusive Lieferung in seinem M.I.C store an. Innerhalb kürzester Zeit gingen 300 Vorbestellungen ein, und Chang verkündete schon die Produktion einer zweiten Auflage – dann kam das Aus. In einer E-Mail untersagten Apples Juristen dem chinesischen Blogger den weiteren Verkauf der Action-Figur:

“Unauthorized use of a person’s name and/or likeness constitutes a violation of California Civil Code Section 3344, which prohibits the use of any person’s name, photograph or likeness in a product without that person’s prior consent…”

Kurz: Steve Jobs hat niemals in die Produktion dieser Puppe eingewilligt, also verstößt M.I.C gadget gegen kalifornisches Recht. Chang nimmt die Nachricht gelassen und fragt, ob Apple ihm vielleicht eine Lizenz verkaufen wolle, so dass er die Figur offiziell für alle Apple-Fans produzieren und verkaufen kann: “Ein frivoler Gedanke”, sagt Chang, “aber vielleicht mag Apple die Figur jedem iPhone-4-Verkauf beilegen.”

Vor einer offiziellen Antwort kann er sich mit den Trafficzahlen trösten. Die ganze Geschichte um die Action Figur bescherte M.I.C gadget in den vergangenen Tagen einen Besucherzuwachs von 470 Prozent.

Android darf nicht auf das iPad

Eine ähnliche Erfahrung dürfte ein kleiner dänischer Verlag dieser Tage machen. Mediaprovider wollte zu seinem Magazin Android Magasinet, das seit dem 11. November am Kiosk liegt, auch eine App veröffentlichen.

So weit ließ es Apple aber nicht kommen. Brian Dixen, Leiter der Entwicklungsabteilung von Mediaprovider, berichtete dem Brancheninformationsdienst Mediawatch, dass er einen Anruf von Apple erhalten habe. Das Gespräch soll sich ungefähr so abgespielt haben:

“Gibt es ein Problem?”, fragte Dixen. Sein Gesprächspartner, Richard von Apples Worldwide Developer Relations, zögerte, bevor er antwortete: “Wissen Sie… Ihr Magazin… Das dreht sich um Android… Das können wir nicht für den App Store freigeben.”

Android Magasinet sollte das thematische Gegenstück zum iPhone Magasinet bilden, zu dem es bereits eine App (kostenlos, iTunes-Link) im App Store gibt. Dixen fragt sich, wohin Apples Kontrolle wohl noch führen mag. Sein Verlag müsse nicht nur die App, sondern jede einzelne Ausgabe der Magazine prüfen lassen. “Teilweise dauern die Prüfprozesse 14 Tage, das schadet der Aktualität”, sagt Dixen. Das sei frustrierend. Er sei gespannt, wie Apple reagiert, wenn eines seiner zugelassenen Magazine im App Store sich in einer der nächsten Ausgaben ausschließlich mit Android befassen würde.

Eine Sache ist dem kleinen Verlag Mediaprovider auch dann jedenfalls sicher: viel internationale Aufmerksamkeit.