Jetlag, Alkohol & Co – Die Gesundheitsrisiken von Geschäftsreisen

Viele Menschen romantisieren Business-Trips und vergleichen das Leben eines Geschäftsreisenden mit dem eines Rockstars. Was beide vermutlich am ehesten gemein haben, ist der ungesunde Lebensstil.

Gerne werden die unangenehmen Seiten häufiger Geschäftsreisen übersehen. Dabei gibt es viele Beweise für nachhaltige psychische, soziale und körperliche Schäden. Eine aktuelle Studie („A darker side of hypermobile„) zeigt, dass häufige Geschäftsreisen – vor allem Fernreisen – das Risiko eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls sowie die Wahrscheinlichkeit von Thrombose erhöhen und das Altern im Allgemeinen beschleunigen. Schlechte Ernährung, Bewegungsmangel und erhöhter Alkoholkonsum gehören zu der ungesunden Lebensweise die sich bei häufig Reisenden schnell einschleicht.

Jetlag verursacht Stress, Stimmungsschwankungen, Verwirrtheit, Schlafstörungen, Magen-Darm-Probleme und beeinträchtigt die Arbeitsleistung. Man sagt, dass die Erholung vom Jetlag pro überquerte Zeitzone einen Tag dauert. Knapp 70 Prozent aller Geschäftsreisenden berichten von Symptomen, auch wenn sie nur über eine Zeitzone hinweg reisen.

Reisende sind zudem vermehrt Keimen und Strahlungen ausgesetzt. Wenn Sie im Jahr mehr als 137.000 Kilometer in der Luft zurücklegen, absorbieren sie Strahlung, die über dem gesetzlichen Höchstwert der meisten Länder liegt. Es gibt sogar Fachzeitschriften wie das „Journal of Travel Medicine“ oder „Travel Medicine and Infectious Disease“, die sich auf die gesundheitlichen Gefahren des Reisens spezialisiert haben.

Geschäftsreisen: die versteckten Gesundheitsrisiken

Auch die Studie „Chefsache Business Travel 2015“ des Deutschen Reiseverbands (DRV) kommt zu ähnlichen Ergebnissen. 82 Prozent der Geschäftsreisenden sagen, sie treiben kaum Sport und arbeiten auch in den späten Abendstunden weiter, anstatt sich zu entspannen. 79 Prozent greifen auf Geschäftsreisen vermehrt zu alkoholischen Getränken. Unregelmäßige Ernährung und schlechter Schlaf gehören für viele Reisende zum Alltag. Selbst wenn sie nicht selbst bezahlen hat der Vielflieger-Status auch für sie einen hohen Preis.

„Gegen die Zeitverschiebung kann kein Chef etwas tun. Aber auch der hohe Stresslevel auf Geschäftsreisen haben gesundheitliche Folgen für die Mitarbeiter, die der Arbeitgeber nicht unterschätzen darf. Er steht deshalb in der Pflicht, auf die Belastung der reisenden Kollegen zu achten und Reisen so professionell wie möglich zu gestalten“, sagt Stefan Vorndran vom DRV.

Man sollte meinen, dass in unserem digitalen Zeitalter Geschäftsreisen zunehmend an Bedeutung verlieren, wenn moderne Kommunikationswege wie Videotelefonie und Instant-Chats an ihre Stelle treten könnten. Dennoch steigt die Zahl von Business-Trips seit Jahrzehnten stetig an. Ein Indiz dafür, dass wir ein persönliches Gespräch immer noch den digitalen Möglichkeiten vorziehen.

Die Studie Chefsache Business Travel besätigt den hohen Wirkungsgrad von Geschäftsreisen. (Quelle: Deutscher Reiseverband)

Die Studie Chefsache Business Travel besätigt den hohen Wirkungsgrad von Geschäftsreisen. (Quelle: Deutscher Reiseverband)

Zuerst erschienen auf techtag.de