iTunes Match: die wichtigsten Fakten zum neuen Apple-Dienst

Apple hat seinen lang ersehnten Synchronisationsdienst iTunes Match in Deutschland gestartet. Gegen eine jährliche Gebühr können Sie damit abseits von iTunes erworbene Musik mit der iCloud synchronisieren. Warum ist dieser Service so besonders? Wir haben die wichtigsten Fakten zum neuen Musikdienst zusammengefasst.

Was ist iTunes Match?

Apple sagt über den Dienst: “iTunes in the Cloud ermöglicht das Herunterladen der bereits gekauften iTunes Musik auf sämtliche iOS-Geräte eines Nutzers, ohne dass zusätzliche Kosten anfallen. iTunes Match ist ein Service, der Musiktitel des Anwenders mit einer DRM-freien Version im AAC-Format und einer Datenrate von 256 KBit/s ersetzt, sofern der über 18 Millionen Songs umfassende iTunes Store ein entsprechendes Pendant bereithält. iTunes Match macht die entsprechende Musik binnen Minuten verfügbar (anstatt Wochen, die es bräuchte um die gesamte Musikbibliothek eines Nutzers hochzuladen) und lädt nur den kleinen Prozentsatz der Musik des Nutzers in die Cloud, zu dem kein entsprechendes Gegenstück im iTunes Store gefunden werden konnte.

Was ist der große Vorteil von iTunes Match?

Der Dienst kostet 24,99 Euro im Jahr und erlaubt dem Nutzer, bis zu 25.000 Songs aus der heimischen Musikbibliothek über das Web erreichbar zu machen. Liegen Songs nur in mieser Qualität vor, tauscht Apple diese gegen Songs in 256 Kilobit aus. Außerdem stehen die Songs nach dem Austausch in einem DRM-freien AAC-Format zur Verfügung. Woher diese Songs stimmen, ist eigentlich egal. Ob vom Konkurrenten Amazon, von einer Tauschbörse, von einer CD gerippt, via Skype verschickt oder von einem Stream mitgeschnitten.

Wo ist meine Musik?

Kurz gesagt: in der Cloud. Denn im Gegensatz zu einer Musikflatrate, bei der sich unbeschränkt viel Musik herunterladen lässt, wird die Musik bei iTunes Match in der iCloud gespeichert und auf die angemeldeten Geräte des Users verteilt. Der erspart sich damit die manuelle Synchronisierung. Vielmehr pusht iTunes Match die Musik auf die Geräte. Kaufen Sie also mit dem iPad ein Album, erkennt iTunes Match die neue Musik und lädt das Album ungefragt auch auf iPhone und Co. herunter. Was mit der Musik passiert, wenn der User nicht mehr bereit ist, für iTunes Match zu bezahlen, ist noch unklar.

Wie funktioniert iTunes Match?

Bei iTunes Match läuft im Hintergrund eine sogenannte “Scan and Match”-Technik, die man vom aufgekauften Streaming-Anbieter Lala übernommen hat. Die Idee dahinter: Ein Algorithmus gleicht die vorhandenen Musikstücke mit der iTunes-Bibliothek von Apple ab. Dadurch muss nicht mühsam die gesamte heimische Bibliothek auf die Apple-Server geladen werden, was je nach Internetanbindung Wochen dauern könnte. Lässt sich ein Song austauschen, soll der “gematchte” Song innerhalb weniger Minuten verfügbar sein. Ob dieser dann gestreamt wird oder aber während des Downloads bereits hörbar ist, lässt sich bis dato nicht klären.  Im Anschluss wird die gematchte Musikbibliothek nach und nach in der iCloud verfügbar gemacht.

Mit welchen Geräten funktioniert iTunes Match?

Vorerst wohl nur zwischen iPhone, iPad, iPod touch und dem Mac. “iTunes Match” soll in der finalen Version Zugriff auf die Musiksammlung von Windows-PCs erlauben. Vorausgesetzt, auf den Endgeräten befindet sich iOS 5.

Warum kann der Service eine Chance für Künstler sein?

Jedes Mal, wenn ein User einen Song streamt oder downloaded, wird der Künstler bezahlt. Apple legalisiert mit iTunes Match also nicht unbedingt Musikpiraterie durch sogenanntes Whitewashing illegal heruntergeladener Songs, sondern bietet Künstlern und Labels vielmehr eine zweite Chance, für ihre Kunst bezahlt zu werden, resümiert Musikblogger Jeff Price.

Wie teuer ist die Konkurrenz?

24,95 Dollar kostet iTunes im Jahr. Mit Blick auf die Konkurrenzangebote ist das ein absoluter Kampfpreis.  Amazon verlangt für den Upload von bis zu 4000 Songs im Jahr 20 Dollar, für bis zu 10.000 Songs werden allerdings schon 50 Dollar fällig. Googles “Music Beta by Google” ist genau wie Amazons Cloud-Dienst derzeit nur in den USA verfügbar. Eine Preisstruktur hat der Konzern noch nicht bekanntgegeben.

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