Ist ein CIO ein Bussinesman?

Welche Rolle spielt ein CIO heute? Welche wird er in 10 Jahren spielen? Und wird es ihn dann überhaupt noch geben? Diese Frage stellten sich einige von Dell im Rahmen einer “Meet-the-Experts”-Serie eingeladenen Experten. Und kamen zu einem interessanten Schluss: Wer als CIO nicht zum verwaltungstechnisch denkenden Geschäftsmann entwickelt, den wird es in den kommenden Jahren schlicht nicht mehr geben.

Schuld an diesem Dilemma – darin waren sich alle Anwesenden einig – ist die Masse an Geräten, die von den Mitarbeitern mit ins Unternehmen gebracht werden. Private Geräte sind nicht nur erlaubt, sie sind sogar erwünscht, drücken sie doch die eigenen Investitionskosten. Auf der anderen Seite müssen diese Geräte aber auch verwaltet werden. Und das kostet – Geld und Sicherheit! Und natürlich sollte sich die Firma an den laufenden Kosten der Geräte beteiligen.

Doch an diesem Punkt geht es nicht mehr um Technik, sondern um Verwaltung. Steuerliche Vorschriften müssen eingehalten werden, Telefonnummern verwaltet und eventuell nach dem Ausscheiden des Mitarbeiters übernommen oder abgekauft werden – schließlich sind es die privaten Nummern der Arbeitnehmer. Das alles sind Risiken, die mit den bisherigen Aufgaben eines CIOs, der sich bislang lediglich um die technischen Aspekte kümmern musste, nicht mehr in Einklang zu bringen sind. Dietmar Schlößer, CIO bei Deloitte, vertritt deshalb die Auffassung, dass man weg kommen müsse von der Geräte- hin zu Informationssicherheit: “Die Applikation muss geschützt werden”.

Sicherheitsaspekte müssen dazu eingehalten werden. Hier könnte Cloud-Computing weiterhelfen, denn damit ist eine betriebssystem-unabhängige Struktur genutzt werden. Das sieh auch Uwe Wiest, Direktor der Advanced Solution Group bei Dell so: “Der Mittelstand will Lösungen haben und fordert Cloud-Services.” Doch noch ist die Cloud nur bedingt an die Unternehmensstrukturen anpasspar. Und spezielle Lösungen sind teuer.

Das alles sind Aspekte, so die Expertenrunde, die den Tätigkeitsschwerpunkt eines CIOs immer mehr von der Informationstechnik weg hin zum Business selbst verschieben. CIOs müssen den Wandel vorantreiben und dabei die wichtige Frage rund um die Unternehmens-IT in der Hand behalten. “In zehn Jahren gibt es deshalb vielleicht keinen CIO mehr, außer er schafft es, für das Unternehmen Mehrwert zu erzeugen.” meint denn auch Deloitte-CIO Dietmar Schlösser. Nur wie der Mehrwert auszusehen hat, dazu wussten auch die Experten noch keine eindeutige Antwort.