iPad mini, ultradünne iMacs, kleines Retina-MBP: alle neuen Apple-Produkte der Keynote im Überblick

Die Lager in Cupertino sind bis zum Rand gefüllt mit neuen Produkten: Am Dienstagabend deutscher Zeit hat Apple das iPad mini vorgestellt und dem wenige Monate “alten” iPad ein Update verfasst. Außerdem bekam die Mac-Sparte eine Frischzellenkur. Alle Infos zur Keynote und alle neuen Produkte im Überblick.

Und wieder einmal erwiesen sich all die großen und kleinen Gerüchte als wahr. Wie erwartet, präsentierte Apple das iPad mini (mStore-Link). Es ist eine klare Kampfansage an die Android-Konkurrenz von Amazon und Google. Und Apple hielt keineswegs hinterm Berg mit Kritik an eben dieser Konkurrenz: Marketing-Chef Phil Schiller verriss das Nexus 7 von Google nach allen Regeln der Kunst. Aber der Reihe nach. Was kann das iPad mini?

Das neue Tablet aus Cupertino wird seinem Namen gerecht und verfügt über einen 7,9 Zoll großen Bildschirm. Das Display hat eine Auflösung von 1024×728 Pixeln und ist damit absolut identisch mit der des iPad 2. Da das große Tablet aber auch über eine größere Bildschirmdiagonale verfügt, bekommt der Nutzer beim iPad mini mehr Auflösung auf kleinerer Fläche. Apple macht es den Entwicklern einfach, indem man bei beiden Tablets auf dieselbe Auflösung setzt.

Vorbestellungen laufen ab dem 26. Oktober

7,2 Millimeter ist das Gerät dünn, ganze 25 Prozent schmaler als das große iPad. Es wiegt 308 Gramm (312 Gramm bei der LTE-Version) und ist damit 53 Prozent leichter als das iPad 3 bzw. iPad 4. Wie alle bisherige Apple-Tablets ist das iPad mini in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich. Selbstverständlich verfügt das Gerät über den neuen Dock-Connector “Lighting”.

Nutzer können zwischen einer WLAN- und LTE-Variante wählen. Noch ist unklar, welche Frequenzen das Gerät in deutschen Mobilfunknetzen unterstützt. Das “normale” iPad kann beispielsweise nur über die LTE-Frequenzen der Telekom in Großstädten funken. Der Akku soll laut Apple bis zu zehn Stunden durchhalten – im WLAN-Betrieb. Im LTE-Modus dürfte er weitaus schneller aufgebraucht sein. Die Frontkamera sorgt für HD-Videochat per Facetime, die Rückkamera liefert laut Apple Bilder mit fünf Megapixeln und Videos mit 1080p.

Das Gerät können Sie in der LTE-Version ab dem 26. Oktober in Deutschland vorbestellen, das WLAN-only-Modell steht ab dem 2. November in den Stores. 329 Euro kostet ein iPad mini mit 16 Gigabyte Speicher ohne LTE-Unterstützung (mStore-Link). Weitere Preise gibt Apple im Laufe des Abends bekannt.

Überzeugt? Hier könnt Ihr das iPad mini direkt vorbestellen.

Wer ein iPad 3 sein Eigen nennt, dürfte sich nach der Keynote ärgern: Denn auch das große Apple-Tablet bekam ein Update. Ein neuer A6X-Chipsatz soll für die doppelte Grafik- und Rechenleistung im Vergleich zum wenige Monate alten Vorgänger sorgen – bei identischer Akkulaufzeit. Das iPad 4 verfügt außerdem über den neuen Lightning-Anschluss.

Retina-MBP bekommt einen kleinen Bruder

Darüber hinaus verpasste Apple seiner Mac-Sparte ein umfangreiches Update. Den Anfang machte der Mac mini. Nach außen hin identisch bekommt der Desktop-Knirps USB 3.0 und schnellere Intel-Prozessoren. Dadurch wird der günstigste Mac ein bisschen teurer. Für 630 Euro (bisher 600 Euro) gibt es einen Core-i5-Zweikernprozessor (2,5 GHz, Turbo Boost 3,1 GHz), 4 GByte RAM, Intel HD 4000 Graphics und eine Festplatte mit 500 GB. Für 200 Euro mehr bekommen Sie einen Vierkern-i7-Prozessor mit 2,3 GHz Taktrate (Turbo 3,3 GHz) und eine Festplatte mit einem TB. Gegen 100 Euro Aufpreis gibt es den Core-i7-Prozessor mit 2,6 GH, eine 256-GByte-SSD anstelle der Festplatte kostet 300 Euro. Wer das neuartige Fusion-Drive mit 1 TB sein Eigen nennen will, muss 250 Euro zuschießen (mStore-Link).

Neben dem iPad bekam am Dienstagabend deutscher Zeit auch das Retina-Macbook-Pro einen kleinen Bruder. Denn auch das 13-Zoll-MBP verfügt nun über ein Retina-Display. Der IPS-Bildschirm verfügt über die vierfache Anzahl an Pixeln im Vergleich zum Vorgänger – 2560 × 1600 Bildpunkte, um genau zu sein – und soll trotzdem 75 Prozent weniger Licht reflektieren. Das Notebook selbst ist nur noch 1,9 Zentimeter dick und wiegt 1,62 Kilogramm. Der Vorgänger brachte noch über zwei Kilo auf die Waage.

Neben zwei Thunderbolt- und USB-3.0-Anschlüssen verfügt das Gerät über HDMI-Out, den MagSafe 2-Anschluss, Audio-Out und einen SD-Card-Slot. Das kleine Retina-MBP funkt mit Bluetooth 4.0, drei WLAN-Antennen im 802.11n-Standard, hat zwei Stereo-Lautsprecher, zwei Mikrofone, ein Glas-Trackpad für Gesten-Erkennung und eine 720p-Videokamera (mStore-Link).

So viel Leistung lässt sich Apple auch etwas kosten. Die Preise für das Retina-Macbook starten bei 1740 Euro mit 128 GByte Flash-Speicher (mStore-Link). 2040 Euro kostet das Modell mit 256 GByte (mStore-Link) – rund 500 Euro mehr als die Macbooks ohne Retina-Display. Wer den schnelleren i7-Prozessor mit 2,9-GHz-will, zahlt 200 Euro Aufpreis. Richtig teuer wird es beim Flashspeicher: 768 anstatt 256 GByte Flash-Speicher kosten 1000 Euro mehr.

iMacs sehr viel dünner

Apples Marketingchef Phil Schiller nutzte die Gelegenheit, Apples neues “Fusion Drive” vorzustellen. Damit kombinieren die neuen Macs schnellen Flashspeicher und regulären Festplattenspeicher zu einem Laufwerk, wodurch häufig genutzte Programme sich schneller starten lassen sollen. Festplattenhersteller wie Seagate sind seit einiger Zeit mit ähnlichen Produkten auf dem Markt. Apple verspricht mit seiner Kombination aus 128 GB Flashspeicher und unterschiedlich großem Festplattenspeicher eine Perfomance, die beinahe an die von Flashspeicher heranreicht.

Der zweite Star neben dem iPad mini war an diesem Abend aber ohne Frage der unverschämt dünne neue iMac. Am Rand ist das Device nur noch fünf Millimeter “dick” – dafür musste auch das optische Laufwerk dran glauben. Das neue Display ist 45 Prozent dünner als das des Vorgängers und direkt auf die Glasscheibe laminiert. Diese Technik setzt Apple bereits bei iPhone und iPad ein – allerdings noch nie bei Displays mit 21,5 und 27 Zoll. Wie beim Macbook verspricht Apple auch hier 75 Prozent weniger Reflexion. (mStore-Link)

Das stärkste 27-Zoll-Modell mit 3,2 GHz (Turbo Boost 3,6), acht GByte RAM, Nvidia GeForce GTX 675MX inklusive 1 GByte Bildspeicher, vier USB-3.0-Ports und zwei mal Thunderbolt kostet 2040 Euro (mStore-Link). Ein günstigeres Modell mit 2,9 GHz (Turbo auch 3,6 GHz) und GeForce-GTX-660M-Grafik mit 512 GByte Speicher gibt es für 1870 Euro (mStore-Link). Das schnellste 21,5-Zoll-Modell kostet 1540 Euro (mStore-Link). Mit einer GeForce-GT-640M-Grafik und 2,7-GHz-Core-i5 (Turbo 3,2 GHz) werden “nur” 1340 Euro fällig. (mStore-Link) Damit sind sämtlich iMacs leistungsfähiger als die Vorgänger, aber auch im Schnitt 200 Euro teurer. Die kleinen iMacs werden laut Apple im November ausgeliefert, die 27-Zöller erst im Dezember.

Die Aufzeichnung der Apple-Keynote

Wer gestern keine Gelegenheit hatte, die rund 75-minütige Keynpte live zu verfolgen, kann das ab sofort wiederholen. Unter diesem Link stellt Apple das Event als Stream zur Verfügung.